Versuchung des Blutes – Kresley Cole
Immortals After Dark, Teil 3
Verlag: Egmont-Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-38025-8191-5
Seiten: 430
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 1o.2009
Bowen MacRieve vom Klan der Lykae wäre vor Trauer beinahe gestorben, als er seine Seelengefährtin verlor. Seitdem ist der erbarmungslose Krieger unfähig, Gefühle zu empfinden bis die Begegnung mit der Hexe Mariketa erneut tiefes Verlangen in ihm weckt. Vorübergehend ihrer magischen Kräfte beraubt, sucht Mariketa bei ihm Schutz vor ihren Feinden. Finstere Mächte haben sich gegen die junge Hexe verschworen. Bowen muss all seine Fähigkeiten als Krieger aufwenden, um das Leben der Frau zu retten, die eine längst verloren geglaubte Leidenschaft in ihm entfesselt hat.
Meine Rezension
Vor 200 Jahren verlor der Lykae Bowen MacRieve seine Seelengefährtin, weil sie aus Angst vor seiner Verwandlung vor ihm floh und dabei ums Leben kam. Um sie ins Leben zurückzuholen, nimmt er an einer legendären Schatzsuche teil, mit dessen Preis er in die Vergangenheit zurück reisen kann, und lernt hierbei die Hexe Mariketa kennen. Als plötzlich seine verloren geglaubte Leidenschaft für sie entflammt, glaubt er, die Hexe führe ihn mit einem Liebeszauber an der Nase herum. Um sie als seine schärfste Konkurrentin in dem Wettstreit um einen Zeitschlüssel auszumerzen, sperrt er sie zusammen mit anderen mystischen Wesen in einer Höhle ein, woraufhin sie ihn tatsächlich verhext und ihm seine Unsterblichkeit nimmt. Noch ahnt Bowen nicht, dass sich Mari in der Höhle in ernster Gefahr befindet…
Bevor man sich an Versuchung des Blutes wagt, sollte man zuvor die beiden ersten Romane gelesen haben, da die Handlung in diesem Buch auf die beiden Vorgängerromane aufbaut.
Kresley Cole schreibt wie in den beiden Vorgängerromanen, „Nacht des Begehrens“ und „Kuss der Finsternis“, gefühlvoll und stellenweise so humorvoll in der Erzählform, dass man an der einen oder anderen Stelle einfach lachen muss. Dennoch ist die Handlung in der ersten Hälfte des Buches mehr oder minder fesselnd und verliert zum Beispiel an Dynamik, als Mari plötzlich mit einem Elfen und zwei Dämonen in eine Höhle eingesperrt wurde. Dies liegt daran, dass die Handlung von der Geschichte fast zeitgleich mit der „Talisman-Tour“ stattfindet und somit erneut aufgegriffen wird. Ebenso der Marsch in der Wildnis, der sich sehr lange gezogen hat und ausser durch Erotik mit keinem anderen Highlight aufwarten kann. Parallel dazu giften sich die beiden so oft an, dass es mir ab und an zu viel des Guten war.
Ab der Mitte des Buches wird es wieder einigermaßen interessant, auch wenn seitenweise nichts Neues oder Aufregendes passiert, sondern immer wieder auf den gleichen Themen (Bowen’s Vergangenheit und dessen Gefühlen) herumgeritten wird. Dennoch gibt es Stellen, an denen man zu denken vermag, man weiss was als nächstes passiert, und dann hält die Autorin die eine oder andere Überraschung parat, bei der ich an einer Stelle mit einem lauten „Nein, Nein!“ das Buch bei Seite gelegt habe, um es im nächsten Moment wieder zur Hand zu nehmen und weiter zu lesen.
Wie bereits erwähnt, gibt es hier, wie in den Vorgängerromanen erotische Szenen, die zwar leidenschaftlich geschrieben sind, dennoch fiel mir dieses mal extrem negativ die pornografische Sprache der Autorin auf, die an manchen Stellen obszön war und für mich persönlich nicht zum restlichen Erzählstil passte.
Mir hat jedoch sehr gut gefallen, dass in diesem Roman die Hauptprotagonisten der Nachfolgebänder erwähnt werden, und man bereits das eine oder andere über sie erfährt.
Sehr emotional bringt Kresley Cole die Gefühle des Hauptprotagonisten Bowen rüber, dessen Verzweiflung mich sehr mitgenommen hat. Nachdem er vor 200 Jahren seine Seelengefährtin verloren hat, ist er nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu spüren und setzt alles daran, seine tote Gefährtin zurückzubekommen. Da es für Lykae immer nur einen bestimmten Gefährten im Leben gibt, versucht er einen magischen Schlüssel zu gewinnen, um in die Vergangenheit zu reisen, um sie zu retten. Als er jedoch plötzlich in der Hexe Mari seine Seelengefährtin erkennt, ist er der festen Überzeugung, sie habe einen Zauber an ihm gewirkt und setzt alles daran, nicht nur seine Unsterblichkeit zurückzuerlangen, sondern auch, diesen Fluch aufzuheben. Doch als er erkennt, dass es Mari selber ist, in die er sich verliebt, gerät er in einen tiefen inneren Konflikt, da Mari als Hexe alles ist, was Bowen hasst und verabscheut. Je mehr es ihn innerlich zerreist, und je mehr er für Mari zu empfinden beginnt,desto mehr tritt er in das eine oder andere Fettnäpfchen….
Mari wirkt anfänglich gegenüber Bowen an der einen oder anderen Stelle unreif und sehr widerspenstig. Erst im Laufe der Handlung konnte ich mich an diese zweite Hauptprotagonistin gewöhnen und mit ihr mitfühlen. Mari steht kurz vor ihrer Verwandlung zur Unsterblichkeit und nimmt nur an der „Talisman-Tour“ teil, weil sie allen zeigen will, was tatsächlich in ihr steckt. Bisher kann sie nämlich ihre Kräfte nicht kontrollieren und sobald sie versucht, irgendeine Art von Magie anzuwenden, lässt sie zu 99% alles explodieren. Zudem lastet auch noch eine Prophezeihung auf ihr, bei der es heisst, dass ein Krieger der Mythenwelt in ihr seine Gefährtin erkennen wird und sie von ihrem Hexenhaus trennen will. Obwohl Bowen Hexen und insbesondere Mariteka verabscheut und sie wiederum nicht gerade positive Gefühle für ihn hegt, funkt es gewaltig zwischen den zweien. Doch wie soll sie sich verhalten? Sie könnte tatsächlich die Reinkarnation von Bowens Seelengefährtin sein, doch wer möchte schon gerne ein „Ersatz“ sein und nicht seines eigenen Willens her geliebt werden?
Fazit
Bisher hat mich von Kresley Cole der erste Roman „Nacht des Begehrens“ am besten überzeugen können und bereits seit diesem Auftakt habe ich auf Bowens Geschichte gehofft, da mich der geheimnisvolle Werwolf sehr fasziniert hatte.
Ich habe mit Bowen mitgefiebert, mitgelacht, den Kopf geschüttelt und seine Entwicklung von einem stolzen Alphamännchen bis hin zu der Liebesgeschichte mit Mari beobachtet. Die Handlung bietet Erotik, Spannung, Humor und vor allem Herzschmerz.
Leider ist es aber so, dass trotz allem zu wenig in dieser Geschichte passiert und ich gerne mehr über Bowens Lyake-Stamm erfahren hätte.
Trotz des ständigen hin und her zwischen den Hauptprotagonisten und der lang gezogenen Handlung in der ersten Hälfte des Romans bin ich schon sehr auf die nächsten Romane gespannt, von denen es bisher 7 Bänder gibt. Nicht nur wegen den Hauptprotagonisten selber, sondern auch auf die Autorin, da mich wirklich brennend interessiert, in wie weit sie ihren Schreibstil noch verändert.
Alles in allem hat mich Versuchung des Blutes nicht restlos überzeugt
Meine Bewertung
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