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Tagebuch für Nikolas – James Patterson

Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-404-14758-8
Seiten: 236
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: nicht mehr lieferbar
ET: 07.2002

Als Katie Wilkinson den perfekten Mann kennenlernt, ist sie überglücklich. Doch eines Tages verschwindet der Geliebte spurlos; er hinterlässt ihr jedoch ein Tagebuch. Es sind die Notizen einer jungen Mutter, die sie ihrem Baby gewidmet hat. In ihnen schildert sie ihre Liebesbeziehung zu dem Vater des Kindes. Schon bald begreift Katie, dass der Mann aus dem Tagebuch und ihr Geliebter ein und dieselbe Person sind …

Meine Rezension

Es passiert öfter als wir denken. Frau trifft Mann, verlebt eine schöne Zeit mit ihm und wähnt sich als glücklichster Mensch unter der Sonne. Der Himmel hängt voller Geigen und es ist ewiger Frühling… bis dann wie ein Blitz aus heiterem Himmel alles in sich zusammen fällt, weil Mann plötzlich feststellt, dass doch nur alles ein Irrtum war. Frau fällt schneller von Wolke sieben als ihr lieb ist und versteht die Welt nicht mehr…

So ergeht es Katie.
Matt ist der Inbegriff des Traummannes und wirklich und wahrhaftig an ihr interessiert. Sie versteht sich so gut mit ihm, dass sie sämtliche ihrer Prioritäten vergisst und innerhalb von elf Monaten sich ihrer Sache so sicher wird, dass sie sogar schon von Hochzeit spricht.
Der Schlag trifft sie unvorbereitet und an äußerst schmerzhafter Stelle den Matt plötzlich gegen sie richtet. Er beendet die Beziehung zu Katie und erklärt sich nicht mal.
Katie versteht die Welt nicht mehr. Als sie einen Tag später nach Hause kommt, findet sie ein Päckchen vor ihrer Tür. Es kommt von Matt und scheinbar enthält es die Erklärungen, die er zu geben nicht bereit war…

James Patterson, bekannt als grandioser Krimi- und Thrillerschreiber, hat sich bei diesem Roman wieder einmal auf die Gefühlvolle Seite der Schreiberei verlegt.
Er erzählt die Geschichte von Matt und Katie, die eigentlich die Geschichte von Suzanne und Matt und Nikolas ist. Gegenwart vermischt er mit Vergangenheit, würzt mit Erinnerungen und Gefühlen. Und so bannt James Patterson einmal mehr die Seele der Menschen auf Papier.

Das klingt vielversprechend und wer seinen Roman Sams Briefe an Jennifer kennt, knüpft an dieses Buch besondere Erwartungen. Denn seine gefühlvollen Romane beschäftigen sich nie ausschließlich nur mit dem menschlichen Sehnen nach Liebe und Geborgenheit. James Patterson schmeißt seinen Hauptfiguren Steine der besonderen Art in den Weg. Schicksalsschläge säumen die Lebenswege seiner Protagonisten.

In diesem Buch geht es um den unwiederbringlichen Verlust von Menschen. Den Tod. Ein Thema, das einen jeden seiner Leserschaft angeht, und ein Thema, das doch immer wieder weit weggeschoben wird.
Tod, Krankheit und Verlust stehen immer wieder im Gegensatz zu Leben, Liebe und Geborgenheit.

Einfühlsam und mit beeindruckenden Worten widmet sich der Autor immer wieder diesen Tabuthemen. Geschickt windet er eine schöne Geschichte um die schwarzen Gedanken und Gefühle und verleiht seinen Büchern dadurch trotz allem immer wieder eine bunte und zum Teil fröhliche Aura.
Das hat er auch bei Tagebuch für Nikolas versucht, ist damit allerdings ein Stück über das Ziel hinaus geschossen.
Dieser Roman wirkt von vornherein vorhersehbar und birgt kaum Überraschungen für den Leser. Die Idee mit dem Tagebuch, das eine junge Mutter für ihren Sohn schreibt, ist zwar eine schöne, erinnert aber extrem an den Schluß von Sams Briefe an Jennifer, wo die beiden Hauptpersonen ein Videotagebuch für ihr ungeborenes Kind anlegen.

Die Charaktere hat James Patterson zwar wie immer sehr schön gezeichnet und auch nicht vergessen, sie menschlich und ehrlich dadurch wirken zu lassen, dass er sie mit Ecken und Kanten erschaffen hat.
Trotzdem kann dieser Roman beim lesen nicht überzeugen. Die ausgeteilten Schicksalsschläge sind hart und auch wenn die Figuren jede für sich durchaus glaubwürdig handeln, wirkt die Story des Romans konstruiert und bis in kleinste Detail berechnet.
Am meisten enttäuscht das Ende des Buches. Wird bis dahin eine Gesichte erzählt, die das Leben durchaus schreiben könnte, wirkt es so, als wolle der Autor sich bei seinen Figuren entschuldigen.
Das ist Leben ist durchaus hart und nicht zu jedem fair. Das ist wohl auch die Botschaft, die aus Büchern wie Tagebuch für Nikolas sprechen soll. Nur kommt sie beim Leser nicht an, wenn er ein absurd konstruiertes Ende geboten bekommt, wodurch sich alles wieder in Wohlgefallen auflöst.

Lediglich der Stil und die vielversprechende Grundidee des Buches reißen dann noch soviel, dass das Buch seiner konstruierten Handlung wegen nicht mit einem Punkt aus der Wertung gehen muß.

Meine Bewertung

3 von 5 Büchern


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Vanessa Brinker
Rezensentin
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