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Lucy in the Sky – Paige Toon

Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-17935-0
Seiten: 432
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 11.2009

Noch bis eben war sich Lucy sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit James, einem smarten Anwalt, wohnt sie in einer chicen, kleinen Wohnung in London und hat einen glamourösen Job in einer PR-Agentur. Also keinen Grund, warum die Hochzeit ihrer besten Freundin Molly in Australien und ein zweiwöchiger Urlaub ihr Leben in Frage stellen sollte. Doch kurz bevor das Flugzeug startet, bekommt Lucy die SMS von James’ Handy. Bevor sie ihr Telefon ausschalten muss, wirft sie schnell noch einen Blick auf die Nachricht. »Hi Lucy! Habe gerade mit James in deinem Bett geschlafen. Dachte, du solltest das wissen. 4mal diesen Monat. Hübsche Bettwäsche! XXX « … und noch 13 Stunden bis zum Zwischenstopp in Singapur…

Meine Rezension

Eigentlich fällt Lucy in the Sky in genau das Genre, um welches ich einen großen Bogen mache. Diese „Freche Frauen Romane“ – kurz Chicklit – haben für mich immer einen komischen Beigeschmack. Flache Personen; flache, vorhersehbare Handlungen und zickige weibliche Hauptpersonen neben 0-8-15 Handlungsorten wie die nächste Reihenhaussiedlung links die Straße runter – das sind die Vorurteile, gegen die jeder Roman dieses Genres bei mir ankämpfen muß, der eventuell den Weg in mein Bücherregal finden könnte. Das war bei Lucy ausnahmsweise einmal ganz anders.

Bei diesem Roman hat mich als erstes das Cover angelacht. Es mit Bauwerken aus London, Singapur und Sydney zu versehen, finde ich eine sehr witzige und stimmige Idee, denn diese drei Städte sind Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Der Klappentext war dann das Tüpfelchen auf dem „i“. Ich musste einfach wissen, wie man einen 24-Stunden-Flug übersteht, wenn man eine solche SMS bekommen hat und einem quälende Fragen den Kopf zermartern, auf die man so schnell keine Antworten bekommen kann.

Das Buch liest sich genauso, wie sich ein Chicklit Roman meiner Meinung nach lesen lassen sollte – schnell, flüssig, witzig. Zum Glück bleiben einem flache Personen, flache Handlungen und unmögliche Handlungsorte erspart. Sydney ist einfach traumhaft beschrieben. London hingegen ist weniger anspruchsvoll gezeichnet worden, was aber an sich nicht schlimm ist, denn London ist für Lucy schlicht Alltag. Umso mehr kommt ihre Freude über den Australien Urlaub beim Leser an und ihre Sehnsucht nach dem fünften Kontinent ist nur allzu verständlich, als sie erst wieder in England weilt. Wobei es ihr ja nicht alleine um Australien geht.

Da Lucy in Paige Toons Debütroman selber ihre Geschichte erzählen darf, wirkt das Buch überaus lebendig. Es fiel mir an keiner Stelle schwer mich auf Lucy und ihr Leben einzulassen, zumal sie sich mit Problemen herumschlagen muß, die sicherlich jeder so oder so ähnlich zumindest im Ansatz erlebt hat. Beziehungsprobleme über die Entfernung Sydney – London zu lösen, und dann auch nur mit Hilfe des Telefons kann nicht einfach sein. Und besser wird es bestimmt nicht, wenn man sich nicht sicher ist, ob man seinem Partner denn nun grundsätzlich vertraut oder eher nicht. Als Lucy dann auch noch Nathan, Sams jüngeren Bruder, trifft, der seine Zeit am liebsten mit seinem Surfbrett und den Wellen am Manley Beach verbringt, entschließt sie sich, James und ihre gemeinsamen Probleme erstmal weitest gehend zu ignorieren.
Zurück in London holt der Alltag Lucy schneller wieder ein als ihr lieb sein kann. James versucht wiederholt Lucy von seiner Unschuld zu überzeugen und führt jede Menge Argumente zu seiner Verteidigung an, doch auch wenn sie ihm gegenüber steht, kann Lucy sich nicht entscheiden, ob sie ihm nun letzten Endes vertraut oder nicht.

Aber auch Molly und Sam, Nathan und James sowie James Konsorten in London sind deutlich genug geschildert, um sie zumindest nicht zu überlesen. Sicherlich handelt Lucy ab und an mal ein bisschen naiv und so recht von ihrer rosa-roten Brille mag sie sich auch nicht trennen, aber das bringt wohl ein solcher Roman von Haus aus mit.

Witze, die als Stilmittel benutzt werden, sind mir noch in keinem anderen Buch dermaßen aufgefallen. Auch im Nachhinein bin ich mir nicht ganz einig, ob diese Flut an Witzen – über deren Qualität man sicherlich geteilter Meinung sein kann – nicht vielleicht doch ein bisschen zuviel waren. Sicherlich, sie haben ihren Zweck erfüllt, aber es hätte durchaus auch andere Möglichkeiten geben können, um die handelnden Personen schließlich ans Ziel bringen zu können.

Wie dem auch sei: Lucy in the sky hat mich bestens unterhalten. Die Seiten flogen nur so dahin und ich habe mich wirklich gut amüsiert. Paige Toon werde ich mir als Autorin unbedingt merken, wenn sie ihren Stil treu bleibt, kann ich mir durchaus vorstellen öfter mal einen Roman für freche Frauen zu lesen.

Meine Bewertung

4 von 5 Büchern


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Vanessa Brinker
Rezensentin
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