Hard-boiled / Hard Luck – Banana Yoshimoto
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-23482-4
Seiten: 144
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 7,90
ET: 07.2005
Zwei Erzählungen
Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns
›Hard-boiled‹ meint: sich in der Auseinandersetzung mit dem Tod, der Trauer, ein dickes Fell zulegen. Und ›Hard Luck‹: Wer kann behaupten zu wissen, was Unglück ist und was Glück – wohl nur der Betroffene selbst. Zwei Erzählungen über die Schuld, aber auch die Unvermeidlichkeit des Verlassens. Und über die Kunst des Loslassens.
Meine Rezension
In “Hard-boiled / Hard Luck” gibt es insgesamt zwei Kurzgeschichten, die noch jeweils in mehrere Kapitel unterteilt sind.
Die erste Geschichte “Hard-boiled” handelt von einer Frau, die eine Nacht in einem Hotel verbringt und dort eher Übernatürliches erlebt. Zuerst begegnet ihr ihre ehemalige Geliebte im Traum, an die sie bereits etwas vorher, während eines Spazierganges, dachte und als sie schließlich wieder aufwacht, klopft es an der Tür und und eine, der Protagonistin unbekannte, Frau stand dort. Im Verlauf der Nacht klärt sich dann, was es mit dieser Person auf sich hat…
Sehr schön fand ich hier, dass die Kurzgeschichte recht lang ist und ca. 80 Seiten umfasst. Bei einer anderen Kurzgeschichtensammlung, “Eidechse“, von Yoshimoto ist mir nämlich vorallem die Kürze negativ aufgefallen. Hier fand ich es daher sehr gut. In der Geschichte erfährt man auch sehr viel aus der Vergangenheit der Hauptfigur und daher kann man sich ein gutes Bild von ihr machen und ich habe das Lesen sehr “genossen”.
Die zweite Geschichte ist “Hard Luck”. Die Schwester der Protagonistin liegt nach einem Schlaganfall schon längere Zeit im Koma. Die Hoffnung, dass sie aufwacht, wird immer geringer und so langsam gewöhnt sich die Familie an diesen Schwebezustand. Der Tod ist noch nicht eingetroffen, schwebt aber die ganze Zeit über der Familie und war für mich auch irgendwie spürbar.
Diese Geschichte ist zwar etwas kürzer als “Hard-boiled”, aber dennoch sehr berührend und ich hatte während der Geschichte oft Tränen in den Augen, wenn die Protagonisten in Erinnerungen an ihre Schwester schwelgte…
Dies ist insgesamt mein fünftes Buch von Banana Yoshimoto und es hat mir wieder richtig gut gefallen. Sie benutzt zwar eher eine einfache Sprache, aber dennoch sagt sie in wenigen Worten so viel, wie es manche Autoren nicht einmal auf 500 Seiten schaffen. Die Atmosphäre ist in beiden Geschichten wieder sehr ruhig und melancholisch. Auch wenn es traurige Geschichten sind, machen sie einen doch etwas glücklich und ich bin froh, eine so interessante Autorin lesen zu können.
Meine Bewertung
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