Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3764502843
Seiten: 592
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 09.2009
Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.
Meine Rezension
Deutschland Anfang 1940er: der Tod hat viel zu tun, denn Hitler und zettelt einen Krieg in Europa an und bringt tausende von Menschen in Not und Gefahr.
Mitten in dieser Zeit, im beschaulichen Molching, lebt Liesel mit ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann. Doch dem Tod fällt sie nicht auf, weil ihre Zeit auf Erden bald vorbei ist, nein, Liesel stiehlt Bücher und berührt den Tod, auf eine ganz besondere Weise.
Dieser erzählt Jahre später ihre Geschichte…
Die Bücherdiebin erschien bereits 2006, ist aber vor allem im letzten Jahr in aller Munde gewesen.
Denn Markus Zusak schrieb kein Buch, dass einfach nur eines unter vielen ist, die sich mit der Zeit des 2. Weltkrieges beschäftigen.
Sein Erzähler ist der Tod höchstpersönlich und dieser erzählt nicht nur von Liesel und ihrer Familie, sondern plaudert auch aus dem Nähkästchen, was er als Tod alles erlebt.
Gerade dies stellt immer wieder eine Gratwanderung dar, die Zusak bis auf winzige Ausnahmen wunderbar bewältigt, denn oft kann man in der Tat über Bemerkungen des Tods schmunzeln oder wünscht sich, dass – was seine Arbeitstechnik betrifft – das Sterben wirklich so funktioniert.
Es gab lediglich ein oder zwei Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, der Tod hätte geschwiegen, da es doch im Zusammenhang mit dem Dritten Reich und dem Holocaust nicht ganz angebracht erschien.
Dennoch schafft es Zusak Deutschland zu der Zeit „natürlich“ erscheinen zu lassen. Zwar spielen die Hitlerjugend und Dachau auch eine Rolle, aber keine vordergründige. Der Autor zeigt so sehr schön, dass vieles für die damaligen Verhältnisse einfach normal war und sich keiner darüber den Kopf zerbrach.
Im Allgemeinen ist Die Bücherdiebin ein sehr ruhiger Roman, der einen tragischen Höhepunkt findet und am Ende zu Tränen rührt.
Für mich eine rundum grandiose Geschichte – aber erst im Nachhinein.
Letzten Endes hätte ich mir anfänglich auf Grund von Buchtitel und Klappentext etwas komplett anderes erwartet. Ich dachte, dass es mehr um Liesel und um Bücher gehen würde. Doch unterm Strich ist Liesel für mich nur eines gewesen: Bindeglied. Ein Bindeglied das die Charaktere Hans, Rudy und Max miteinander verbindet. Denn nur so kann ich es mir erklären, dass Liesel – trotzdem sie als Protagonistin allgegenwärtig ist – für mich bis zum Schluss nur eine Hülle blieb, während Max, Hans und Rudy für mich menschlich waren und ich mit ihnen fühlen konnte und um sie gebangt und geweint habe.
Fazit: Mit Die Bücherdiebin ist Markus Zusak ein sicher außergewöhnlicher Roman gelungen, der fasziniert und fesselt und einen noch länger nach der Lektüre zu beschäftigen weiß.
Empfehlenswert auf ganzer Linie!
Meine Bewertung
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Meine Rezension:
Anfangs hatte ich zugegebener Maßen Schwierigkeiten mich in den Roman zu finden. Zum einen lag das sicher an der Sprache, denn ich habe Die Bücherdiebin auf englisch gelesen, aber auch daran das ich manchmal mit meinen Gedanken ganz wo anders war und ich durch die Uni nicht richtig dranbleiben konnte. Häppchenweise sollte man den Roman einfach nicht lesen.
Ungewöhnlich ist natürlich einmal die Erzählweise. Der Tod führt den Leser durchs geschehen und nimmt so manches von dieser Erzählung vorweg. Obwohl dies der Fall ist möchte man aber unbedingt weiterlesen, The Book Thief entwickelt einen Sog dem man sich nicht entziehen kann.
Man befindet sich mitten auf der Himmelstraße und erlebt mit wie Rudy und Liesel Freunde werden, wünscht sich das man Max, den jungen Juden den Liesels Zieheltern verstecken nicht gefunden wird und hofft einfach das beste für Liesel. Doch schon ahnt man – nein im Grunde weiß man es, das es wohl nicht so kommen wird. Zum einen da der Tod ein paar Anspielungen dazu macht aber auch weil die Stimmung des Romans eine ganz eigene ist. Eine traurige aber auch irgendwie hoffnungsvoll und eben doch melancholisch.
Markus Zusak versucht das Leben im Dritten Reich ein zu fangen, ihm gelingt das vor allem deshalb weil er alles was damit direkt zu tun hat (z.B. die Hitlerjugend oder auch später Dachau) eher nebenbei erzählt, was dazu führt das man merkt das einiges für die Menschen dort eben normal war. Das macht es dann auch sehr realistisch auch wenn der Ort Molching fiktiv ist.
Liesel ist ein Mädchen das man einfach gerne haben muss. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Art Bücher zu stehlen war einfach wunderbar. Auch die anderen Figuren würde man gerne persönlich kennen^^ vor allem Liesels Vater und ihr Freund Rudy sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Was mir persönlich sehr gefallen hat sind die dt. Ausdrücke die eingewoben werden, das macht es irgendwie auch sehr charmant zu lesen und obwohl das Buch in englisch war hatte man so den Eindruck in Deutschland zu sein.
Liesels Geschichte hat mich sehr berührt und am Ende habe ich dann auch ein paar Tränen aus den Augenwinkeln gewischt, ich hatte mir ein anderes Ende für Liesels erhofft. Aber: Es war ein passendes Ende, ein anderes hätte ich als falsch empfunden. Es lässt aber einen Spalt Licht ins Dunkel und ich finde das ist das Besondere an Die Bücherdiebin!