Der Teufel und der Kirchenmann – James Robertson
Verlag: Manhattan | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442546367
Seiten: 477
Ausgabe: Hardcover (TB Januar 2010)
Preis: € 19,95
ET: 05.2008
Auf dem Schreibtisch eines Verlegers in Edinburgh landet ein so eigentümliches wie faszinierendes Manuskript. Es handelt sich um die Memoiren eines Pastors der schottischen Kirche, der einige Monate zuvor unter mysteriösen Umständen verschwunden war. In den Aufzeichnungen enthüllt sich die Geschichte jenes Gideon Mack, der als Sohn eines Geistlichen in der frostigen Atmosphäre eines Pfarrhauses aufwuchs, beherrscht von seinem strengen, gottesfürchtigen Vater. Obwohl Gideon selbst schon früh seinen Glauben verliert, tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und übernimmt schließlich die kleine schottische Gemeinde Monimaskit nahe der Küste. Und dort, so berichtet er, begegnete er eines Tages dem Teufel …
Meine Rezension
Gideon Mack ist Priester in Monimaskit. Als solcher kümmert er sich nicht nur um den Gottesdienst, sondern auch um seine Schäfchen und während seiner Tätigkeit als Priester erlebt er so manches.
Und so beginnt er, seine Geschichte – die Geschichte seines Lebens – auf zuschreiben.
Man soll ja immer sowohl etwas positives als auch negatives sagen, weil eine Kritik konstruktiv sein soll.
Da ich aber nicht gerne etwas negatives sage – und eigentlich schon gar nicht über dieses Buch – fällt es mir folgender Kritikpunkt schwer: die Übersetzung des Buchtitels. Der deutsche Titel in Kombination mit dem Klappentext weckt leider doch bis zu einem gewissen Grad falsche Erwartungen. Er suggeriert, dass das Buch zum einem nicht unerheblichen Teil von Mack´s Begegnung mit dem Teufel handelt. Es stimmt schon: der Teufel spielt eine Rolle, aber bei Weitem keine so große.
Im englischen Original heißt das Buch „The Testament of Gideon Mack“ (dt.: Das Testament von Gideon Mack). Dieser Titel gibt wesentlich besser wieder was dieses Buch ist: die fiktiven Memoiren eines Priesters.
Und in denen erzählt Mack von seiner Kindheit, seinem Studium, seiner Zeit als Priester und wie er überhaupt Priester wurde. Und auch der Glaube und der Unglaube sind immer mal wieder Thema in seinen Erinnerungen.
Und dies erzählt der Autor frisch, spritzig und frei von der Leber weg. Dabei schlägt der Schreibstil oft einen ironischen, zynischen Ton an.
So ist es kein Wunder, dass das Buch einen in seinen Bann zieht und man es nicht aus der Hand legen mag, bis man durch ist.
Die Geschichte ist darüber hinaus gespickt mit Mythen und Sagen, Folklore und Historie Monimaskit betreffend. Diese sind nicht nur interessant zu lesen, sondern füllen den fiktiven Ort mit Leben.
Schon lange hielt ich kein Buch mehr in der Hand, bei dem ich das Gefühl hatte mal etwas ganz anderes gelesen zu haben und somit eine kleine Perle gefunden zu haben.
Insgesamt ist James Robertson mit Der Teufel und der Kirchenmann ein unglaublich origineller und fesselnder Roman gelungen, dem ich viele Leser wünsche.
Meine Bewertung
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