Alles was wir geben mussten – Kazuo Ishiguro
Verlag: btb | Leseprobe
ISBN: 978-3442736102
Seiten: 352
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,00
ET: 11.2006
Ein Speisesaal, ein Sportplatz und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so freundlich und engagiert sie auch sind, heißen hier »Wächter« und lassen die Kinder früh spüren, dass ihnen ein besonderes Schicksal auferlegt worden ist. Diese Gewissheit verbindet Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe – bis für zwei von ihnen das Ende naht.
Ein anrührendes und ungewöhnlich spannendes Meisterwerk über Menschen, deren Leben auf beklemmende Weise vorherbestimmt ist.
Meine Rezension
Eine Utopie, die zum Nachdenken anregt
Kathy ist 31 Jahre alt und arbeitet als Betreuerin. Doch in ein paar Monaten wird auch sie mit diesem Job aufhören müssen.
Doch bevor ihre Zeit gekommen ist, erzählt Kathy von ihrer Vergangenheit: von ihrer Schule, von ihren Freunden, von ihren Träumen und Wünschen…
Ishiguros Utopie Never let me go (deutscher Titel: Alles, was wir geben mussten) ist in insgesamt drei Teile geteilt: im ersten erzählt Kathy über ihre Schulzeit in Hailsham. Ausführlich berichtet sie über Lehrer, Unterricht und Mitschüler.
Im zweiten Teil erzählt Kathy über ihre Zeit in den Cottages, der Zeit nach Hailsham.
Der dritte und abschließende Teil beschäftigt sich dann mit der Zeit, in der Kathy und ihre Freunde längst in der Welt der Erwachsenen angekommen sind und ihre Aufgaben erfüllen.
Ich muss sagen: im ersten Moment hatte ich mehr von dem Buch erwartet.
Doch dieses „mehr erwartet“ hängt damit zusammen, dass ich im Vorfeld einfach schon zu viel über den Inhalt des Buches wusste.
Ich wusste bereits, wass die Aufgabe von Kathy und ihren Freunden ist und wusste bereits, worauf es hinauslaufen wird.
Daher hatte ich erstmal ein komplett anderes Buch erwartet und war im ersten Moment doch enttäuscht.
Was man hier liest ist für sich genommen nichts anderes als die Erinnerungen einer Frau. Und diese Erinnerungen sind erstmal nicht darauf angelegt ihr Geheimniss direkt zu offenbaren.
Im Vorfeld bekommt man viele Hinweise, doch keine konkreten Antworten. Daher hatte ich es am Anfang auch relativ schwer mit dem Buch, denn ich kannte diese Antworten und hatte das Gefühl in der Geschichte einfach nicht voranzukommen.
Doch im Endeffekt, nachdem ich das Buch ein paar Tage sacken ließ, kann ich mit Fug und Recht behaupten, einen tollen Roman gelesen zu haben. Doch mein Vorwissen hemmte das Lesevergnügen.
Ishiguro hat mit seiner Utopie Alles was wir geben mussten einen Roman geschrieben, der mehr ist, als nur ein Highschoolroman. Nüchtern und doch auf seine Art bewegend wird eine Gesellschaftsvision erzählt, die man sich eigentlich nicht vorstellen mag, die aber auf der anderen Seite schneller realisiert werden könnte, als manchem von uns lieb ist.
Absolut Lesenswert!
Meine Bewertung
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