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Die geheimen Schlüssel – Corinna Kastner

Verlag: Lübbe
ISBN:
978-3-404-15758-7
Seiten: 507
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
nicht mehr lieferbar
ET:
10.2007

Als Juta Berg in einem Salzburger Krankenhaus erwacht, weiß sie weder, wer sie ist, noch, was sie in Salzburg macht. Sie erfährt, dass man sie verletzt und ohne Bewusstsein in den Katakomben eines Friedhofs gefunden hat. Merkwürdige Alpträume plagen sie, in denen ein mysteriöser Fremder sie um Hilfe bittet. Juta ahnt, dass diese Träume und ihr Unfall etwas miteinander zu tun haben. Auf dem Friedhof entdeckt sie das Grab eines Mannes, das ihr Rätsel aufgibt. Der Name auf dem Grabstein kommt ihr bekannt vor. Allmählich dämmert ihr, wer der geheimnisvolle Fremde in ihren Träumen ist. Como, ein Freund aus Kindertagen und ihre erste große Liebe, scheint in großer Gefahr zu schweben …

Meine Rezension

„Die geheimen Schlüssel“ ist nun das dritte Buch, das ich von Corinna Kastner gelesen habe und für mich das beste. „Das Erbe von Ragusa“ war zwar auch wirklich unglaublich, aber von der Spannung her war „Die geheimen Schlüssel“ einfach einen Tick besser.

Corinna Kastner zaudert nicht lange, sondern katapultiert den Leser sehr zügig in eine geheimnisvolle, spannungsgeladene, mysteriöse Atmosphäre, die bis zum Ende kontinuierlich anhält. An Spannung verliert der Roman nicht eine Seite lang, im Gegenteil, es wird immer mehr Spannung aufgebaut, bis zu einem Punkt, wo ich glaubte, es nicht mehr aushalten zu können. Das schafft die Autorin vor allem dadurch, dass sie statt im Laufe der Handlung Fragen zu beantworten immer weitere in den Raum wirft, an denen ich fast verzweifelt bin. Mir war es unmöglich mich dem Roman zu entziehen, solange ich noch mitten in der Geschichte war. Atemlos bin ich von Seite zu Seite geflogen. Dabei verwebt Corinna Kastner ihre realen Schauplätze wunderbar mit mysteriösen, paranormalen Ereignissen. Dabei ist sie derart überzeugend, dass ich ihr jedes Wort glauben würde. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und Dank des brutalen Spannungsaufbaus einfach nicht aus der Hand zu legen. Und was mich besonders gefreut hat, das Buch konnte mich emotional berühren. Nicht nur die eine oder andere Gänsehaut überfiel mich, auch Tränen sind geflossen…

Die Figuren dieses Romans sind alle nicht leicht zu durchschauen, nur Juta ist für mich wirklich einzuordnen gewesen, allerdings hat auch das aufgrund ihres Gedächtnisverlustes eine Weile gedauert. Ihre männlichen „Begleiter“ hatten alle irgendetwas an sich, was mich an ihren Absichten zweifeln ließ. Bis zum Schluss konnte ich niemandem über den Weg trauen, da ging es mir ganz wie Juta. Die Charaktere sind nicht nur sehr facettenreich, sondern auch ungeheuer lebendig und interessant. Es war ein leichtes sie mir bildlich vorzustellen, genau wie die wunderbaren Handlungsorte. Egal wohin es Juta auch verschlug, jede Stadt, Sehenswürdigkeit oder Landschaft konnte ich mir glasklar vorstellen, so als wäre ich selbst schon dort gewesen. Dieses Beschreibungstalent ist eine der großen Stärken der Autorin, das fiel mir schon bei „Das Erbe von Ragusa“ auf. Ein weitere Gabe Corinna Kastners ist zweifellos der Aufbau von dichter Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann, man wird regelrecht in sie rein gesogen.

Die Handlung ist packend aufgebaut und schickt den Leser quer durch Europa. Erst zum Ende bekommt man Antworten auf unzählige Fragen, die sich im Laufe der Geschichte gestellt haben. Sehr lange Zeit hatte ich nicht einmal eine Ahnung, wohin mich dieser Roman überhaupt bringen will, was äußerst spannend war. Die Auflösung ist nachvollziehbar und gelungen umgesetzt. Und ich habe mich mehrmals gefragt, wie man auf derart geniale Ideen kommen kann. Wirklich großartig! Selbst als meine (und Jutas )Fragen beantwortet wurden, war immer noch ausreichend Spannung übrig, da das Finale selbst zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar war. Mit dem Ende bin ich rundherum zufrieden, es lässt keine Fragen offen und für die eigene Phantasie bleibt noch genug Raum, um sich auszumalen wie die Geschichte wohl weiter verlaufen könnte, ohne dabei auf eine Fortsetzung abzuzielen.

Insgesamt ist „Die geheimen Schlüssel“ ein mehr als gelungener Mystery-Roman, der mich unsagbar begeistert hat – ein Roman der Superlative. Corinna, bitte mach weiter so!

Meine Bewertung


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1 Kommentar zu „Die geheimen Schlüssel – Corinna Kastner“

  • LadyKafka:

    Meine Meinung:
    Ich bin zwiegespalten. Einerseits hat mir die Handlung zum Beispiel sehr viel besser gefallen als Das Erbe von Ragusa, auch das Übersinnliche an sich war für meinen Geschmack noch im Rahmen^^ Was mich eher etwas gestört hat war zum einen das die Liebesgeschichte zu rasant war, irgendwie war das zum Teil viel zu schnell – ja okey, ich bin selbst das beste Beispiel dafür das man sich Hals über Kopf in jemanden verliebt den man nicht gut kennt – aber irgendwie, ich weiß nicht, hier hat mich das trotzdem ein wenig gestört. Zum Anderen ist mir Juta oft nicht misstrauisch genug,gerade als ihr Gedächtnis noch nicht wieder hergestellt ist vertraut sie Leon viel zu schnell. Das hat mich doch etwas unruhig werden lassen. Und dann war da ja noch dieses Selbstheilungszeug . Zu dem restlichen Übersinnlichen war mir das alles in allem zuu viel. Aber das ist eben mein eigenes Problem mit diesem Thema… Am Ende gibt es finde ich ein paar kleinere Längen, zu zumindest hab ich das so empfunden.
    Aber keine Angst ich hab auch positives zu vermelden: Ich fand die Idee mit einer Figur die ihr Gedächtnis verloren hat gut umgesetzt, auch wenn ich mir schon gewünscht hätte das es etwas länger dauern würde bis Juta es zurückerlangt, alles in allem aber mochte ich das schon. Außerdem ist die Suche nach den vier Wochen die Juta fehlen doch recht spannend und man möchte unbedingt wissen was nun dahinter steckt. Und so ganz neben bei werden einem sehr viele europäische Städte schmackhaft gemacht.^^ Mir hat es ja vor allem Salzburg angetan. *g* Der Erzählstil ist gewohnt der bildhaft und man kann sich die Ereignisse lebhaft vorstellen. Juta ist mir durchaus sympathisch während ich mit Leon nicht so recht warm wurde, woran das genau lag kann ich allerdings nicht so recht festmachen. Irgendwie störte mich die Figur einfach ein bisschen^^ Was mir schon bei den andren Romanen von Corinna sehr gefallen hat ist die Idee die Vergangenheit in ganz besonderer weise in den Roman ein zu binden. Ich finde auch hier ist das wieder sehr schön gelungen!
    Alles in allem siedele ich den Roman irgendwo zwischen Eileens Geheimnis – das mir neben Die verborgene Kammer – am besten gefallen hat und Das Erbe von Ragusa an, das mir bisher am wenigsten gefallen hat!

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Melanie Vogelsang
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