Todeskammer – Sarah Rayne
Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-47033-4
Seiten: 544
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 02.2010
Als Georgina Grey ein Brief der Caradoc Society erreicht, ist sie erstaunt zu lesen, dass ihr Urgroßvater der Gesellschaft einst das Erbe seines Vaters vermacht hat. So fährt sie nach Thornbeck in Cumbria, um sich dort auf die Spuren ihres Urgroßvaters zu begeben. Vor dem Krieg war er Gefängnisarzt in Calvary, einem nun leerstehenden, bedrohlichen Gebäude vor Thornbeck. Neben Georgina interessiert sich auch ein Fernsehteam für das Gefängnis. Die Filmleute planen eine Art Experiment in Calvarys Todeskammer. Doch das erweist sich als fataler Fehler …
Meine Rezension
Nachdem die junge Innenarchitektin Georgina Grey erfahren hat, dass sie ein Erbe antreten kann, fährt sie nach Thornbeck in Cumbria / England, um dort in Erfahrung zu bringen, was sie denn erben soll.
Vor der Stadt steht das alte und verlassene Calvery Gefängnis, in dem ihr Urgroßvater als Arzt angestellt war. Georgina begibt sich nun auf Spurensuche, um heraus zu finden, wer ihr Urgroßvater war, den sie nie kennen gelernt hat und warum er das Erbe seines eigenen Vaters der Caradoc Society vermacht hat.
Chad Ingram und sein Filmteam befinden sich zur gleichen Zeit in Thornbeck, um eine Dokumentation über das Calvary-Gefängnis zu drehen, besonders die Todeskammer hat es der Crew angetan.
Als Georgina mitbekommt, dass Chad und sein Team ein Experiment in der Todeskammer planen, will sie unbedingt daran teilnehmen. Sie und der blinde Reporter Jude Stretton werden für eine Nacht in Calvary eingeschlossen.
Wie sich heraus stellt, war diese Idee ein großer Fehler.
Experimente in der Todeskammer zur Geisterstunde, große alte und leerstehende Gebäude, irgendwas läuft den Protagonisten aus dem Ruder, und eine Gesellschaft, die sich mit der Erforschung übersinnlicher und paranormaler Phänomenen beschäftigt.
Viel Stoff für einen spannenden Thriller, der auch 542 Seiten locker füllen könnte. Doch was macht Sarah Rayne daraus?
Die Grundstory um Georgina Grey und das Filmteam ist annehmbar spannend, man will wissen was in der Todeskammer passiert und man spürt die Seelen der Menschen, die hier gestorben sind!
Die Autorin schreibt permanent in der Gegenwartsform auch wenn sie einen Zeitsprung in das letzte Jahrhundert macht. Ein Teil der Story spielt in den 20er Jahren, dann springt sie in die 30er und, weil es so schön ist, auch wieder in unsere Zeit. Dummerweise lässt sie den Leser das nicht dadurch erkennen, dass sie als Kapitel oder Kapitelteil eine Überschrift in Form von Calvary 1917 oder Thornbeck 1939 einfügt, zumindest nicht immer.
Ausserdem kommen Protagonisten in den 1920er Jahren vor, die auch wieder Ende der 1930er auftauchen, andere sind im Laufe der Zeit gestorben und neue hinzugekommen. Im Verlauf des Buches springt die Autorin durch fünf Zeitebenen, was dazu führt, dass eine riesige Anzahl von Personen auftaucht, die nicht in jeder Zeitebene vorhanden sind.
Meiner Meinung nach verwirrt das den Leser mehr, als das es ihm hilft, die Geschichte und das Handeln der Protagonisten zu verstehen.
Sarah Rayne beschreibt aber die wichtigsten Protagonisten sehr ausführlich im Laufe des Buches, wobei sie sich nicht Ewigkeiten an einer einzigen Person festhält, sondern das Leben der Person nach und nach erzählt.
Man kann sich als Leser sehr gut mit Georgina Grey und Jude Stretten identifizieren und ihr Handeln nachvollziehen.
In der Gegenwart ist die Story spannend und glaubwürdig, in der Vergangenheit hat es allerdings den Anschein, dass die Autorin einen Spannungsbogen schlicht vergisst.
Ein Übersichtsplan des Gefängnisses befindet sich vorn im Buch, was dem Leser hilft, sich in dem Gebäude zurechtzufinden, nur ein Personenregister habe ich schmerzlich vermisst.
Wer Zeitsprünge mag und kein Problem mit vielen Protagonisten hat, dem kann ich das Buch empfehlen, in dem Fall hat man einen spannenden Thriller vor sich. Alle Anderen sollten doch besser ein anderes Buch zur Hand nehmen.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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