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Garou – Leonie Swann

Ein Schaf-Thriller

Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-31224-5
Seiten: 416
Ausgabe: Hardcover
Preis: 416
ET: 06.2010

Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt …

Meine Rezension

Georges Testament war eindeutig: seine Tochter Rebecca würde die Schafe samt Schäferwagen erben, wenn sie mit ihnen eine Reise durch Europa machen und ihnen jeden Tag vorlesen würde! Nun finden sich Miss Maple – das klügste Schaf der Herde, Sir Richfield – der alte Leitwidder, Othello – der neue Leitwidder, Mopple the Whale – das Gedächtnisschaf und die Anderen auf einer fremden Weide wieder, ihrem Winterquatier. Es ist kalt, aber wenigstens gibt es genug Futter. Gut, die Ziegen im Nachbarzaun sind ein wenig merkwürdig, aber auch damit kann man leben. Aber wenn der Garou kommt, dann bleibt auch das mutigste Schaf nicht auf der Weide und versteckt sich im Wald. Denn der Garou ist gefährlich und schon einmal verschwand eine ganz Herde als er auftauchte. Miss Maple wäre nicht Miss Maple wenn sie nicht versuchen würde, hinter das Geheimnis zu kommen. Als eine Leiche auf der Weide gefunden wird, gibt ihr das erste Hinweise und schon bald stellt sich die Frage: gibt es Werwölfe?  Die Schafe begeben sich auf das wohl größte Abenteuer und sind mutiger als je zu vor…

Wenn man eine gute Idee hat und diese dann in einen wunderbar amüsanten Schafkrimi verwandeln kann, steht man vor einer Herausforderung, wenn man plant, eine Fortsetzung zu schreiben. Vor allem dann, wenn die Erwartungen der Leser recht hoch sind. Leonie Swann hat sich dieser Herausforderung gestellt und uns Garou beschert. Die mehr als würdige Fortsetzung ihres Erstlings Glennkill, dem Krimi in dem Schafe den Mord an ihrem Schäfer aufklärten.

Ich liebe Schafe und ich liebe vor allem die Glennkillschafe. Deshalb war ich einerseits mehr als begeistert als ich davon hörte, dass es eine Fortsetzung geben würde, andererseits auch ein wenig skeptisch. Würde das Prinzip “Schafe ermitteln”, ein zweites Mal funktionieren? Irgendwie konnte ich mir nicht so recht vorstellen wie das gehen könnte. Doch Leonie Swann konnte mich überraschen. Garou bringt alles mit was auch schon Glennkill auszeichnete, wunderbaren schafigen Humor gepaart mit einem guten Plot. Ich würde fast sagen, dass sie sich sogar steigern konnte. Zum einen verlegt die Autorin die Handlung auf eine Wiese in Frankreich und hat insofern schon einen ganz anderen Ausgangspunkt als im ersten Band. Dadurch gibt es einige neue menschliche Figuren – auch wenn die, wie ich finde, zum Teil ein bisschen zu kurz kommen – und vor allem auch neue Tiere, die in die Handlung involviert werden, denn zu den Schafen gesellen sich Ziegen – und das diese, sagen wir mal, keine Schafe sind, fällt nicht  nur Sir Richfield (dem alten Leitwidder, der inzwischen von Othello abgelöst wurde) auf.  *g*  Gerade die Ziegen sind so herrlich, dass sie für mich eine Bereicherung der Geschichte sind. Vor allem Madouc hat es mir in Garou sehr angetan, ein besonders verwegene Ziege, die sich mit dem Winterlamm anfreundet (eigentlich sind beide die heimlichen Helden des Romans, wenn ich mir das so überlege).

Desweiteren bringt die Autorin natürlich auch passend zu Frankreich ein Element ins Spiel, das einen ein bisschen an die Bestie von Gévaudan denken lässt, sicher nicht ganz ungewollt. Ein Werwolf scheint im Wald sein Unwesen zu treiben. Natürlich beschließen die Schafe – allen voran einmal mehr Miss Maple, Mopple the Whale (mein Lieblingsschaf wen ich es mir recht überlege), Othello, das Winterlamm (das nun endlich einen Namen haben möchte!) und eine Ziege namens Madouc – das Geheimnis zu lüften. Skeptisch habe ich also die erste Seite aufgeschlagen und begonnen zu lesen. Es war als ob ich Glennkill nicht weggelegt hätte. Die Autorin schafft es, die Atmosphäre des Erstlings genau zu treffen. Ihre Schafe (und auch die Ziegen) bleiben Tiere und dürfen sich über die Menschen einmal mehr den Kopf zerbrechen und dabei zu durchaus logischen Schlussfolgerungen kommen.
Ich kann nur sagen: Hut ab, Frau Swann!  Zu dieser spannenden, überaus witzigen und vor allem gelungenen Fortsetzung! Ich hoffe es folgen noch weitere Bände!

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Carolin N. Kiener
Rezensentin

Ich bin im Grunde in allen Genres zu Hause, bei Science Fiction und Fantasy bin ich allerdings sehr wählerisch und da kommt mir dann auch längst nicht alles ins Regal.

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