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Ein schöner Ort zu sterben – Malla Nunn

Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00771-2
Seiten: 407
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,95
ET: 09.2009

1952 – in einem Dorf an der Grenze zu Mosambik. Die neuen Apartheid-Gesetze sind in Kraft. Kein Weißer darf sich mit einem Schwarzen einlassen. Als Captain Pretorius, ein Bure, erschossen aufgefunden wird, beginnt Detective Emmanuel Cooper, ein Engländer aus Johannisburg, zu ermitteln – allein, ohne jede Unterstützung. Doch schnell gerät die Ermittlung außer Kontrolle. Die Familie des Toten präsentiert ihm sogleich einen Verdächtigen, und eine Spezialeinheit stellt ihn kalt, weil sie Apartheid-Gegner jagen will. Als Cooper von einem schwarzen Mädchen erfährt, dass die Weste des Toten keineswegs so weiß war, wie seine Söhne behaupten, ist er plötzlich selbst in höchster Gefahr. Und da sind noch die Schatten seiner eigenen Vergangenheit, denen er sich stellen muss, will er diesen Fall lösen – und überleben.

Meine Rezension

Anfang der 1950er in Südafrika: der kapholländische Police Captain Pretorius wird erschossen aufgefunden.
An den Ermittlungen sind bald nicht mehr nur Detective Sergeant Emmanuel Cooper beteiligt, sondern auch die Security Branch, die eher nach Kommunisten sucht, wie an der ernsthaften Ermittlung des Täters interessiert ist.

Was sich anhört und liest wie ein Krimi ist unterm Strich kein Krimi, sondern eher ein südafrikanisches Sittenbild.
Daher ist Nunns Roman auch weniger spannend als vielmehr interessant.

Auf den ersten 50 Seiten und den letzten ca. 150 Seiten geht es um den Mord und dessen Aufklärung; hier werden auch alle Fortschritte gemacht, die den Mord betreffen.
Die Ermittlungen sind zwar auch Thema der Seiten, die zwischen Anfang und Ende stehen, allerdings beschreibt Nunn auf diesen die Situation Südafrikas: wie streng zwischen schwarzen, farbigen und weißen unterschieden wird, wie es ihnen verboten ist miteinander zu verkehren, wie der Weiße immer noch denkt, er sei dem Schwarzen überlegen.
Hier hält der Mord an Captain Pretorius lediglich die Handlung zusammen und gibt ihr einen roten Faden. Der Mord ist somit eher eine Rahmenhandlung, die das Herzstück – die Analyse Südafrikas – umfasst. Das würde auch erklären, wieso die Handlung, die den Mord betrifft, erst wieder auf den letzten Seiten Schwung bekommt und davor eher auf der Stelle tritt.
Die Auflösung des Mordes wiederum ist überraschend, aber dennoch logisch und fügt sich somit wunderbar in die Geschichte ein. Die Auflösung konnte mich zusätzlich positiv überraschen, da bis zum Schluss keine Beweise oder Hinweise auftauchten, die den Täter verraten konnten. Für mich war dies daher sehr angenehm, da ich oft die Erfahrung gemacht habe, dass man bei Krimis – wenn man genau hin schaut – oft sehr schnell weiß, wer der Täter ist.

Die Charaktere sind der Autorin wunderbar gelungen: jeder Charakter übernimmt eine bestimmte Aufgabe im Roman und in der dargestellten Gesellschaft. Dabei droht aber keine Figur zu überzeichnet, unglaubwürdig oder klischeehaft zu wirken. Jede einzelne ist glaubwürdig.

Geärgert haben mich indessen leider häufige Rechtschreibfehler, die sich allerdings fast ausschließlich auf die Groß- und Kleinschreibung beschränken. Auffällig ist dabei, dass sie vor allem gebündelt auftreten und bis zu den nächsten dann wieder etliche Seiten dazwischen liegen.

Viele Bücher die in Südafrika spielen und die ich bis jetzt gelesen habe, konnte mir oft nur ein „nett“ entlocken, da die Handlungen oftmals so alltäglich war, dass Südafrika nicht zum tragen kam.
In Malla Nunns Debut Ein schöner Ort zu sterben ist aber genau das Gegenteil der Fall: Afrika lebt! Und mit dem Land seine Bewohner.
Malla Nunn hat es geschafft mir in ihrem Roman das Land näher zubringen und ich hoffe, dass auch ihr nächster Roman in Afrika spielen wird!

Meine Bewertung

4 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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1 Kommentar zu „Ein schöner Ort zu sterben – Malla Nunn“

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Rebecca Marbaise
Redaktion

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