Die schwarze Sonne – James Twining
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-15832-4
Seiten: 413
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 8,95 €
ET: 02.2008
Meine Rezension
Der Prolog liefert ein blutiges und grausiges Bild: Ein Arzt und eine Krankenschwester beobachten auf dem Monitor der Videoüberwachung, wie fremde Männer in das Zimmer eines Patienten eindringen und ihn übel mißhandeln. Bevor die zwei sich aus ihrem Schock lösen und den Sicherheitsdienst rufen können, werden sie bemerkt…
Kapitel eins und zwei setzen in anderen Städten mit anderen Szenen fort – allerdings verfolgen beide selbe grausige und brutale Bilder: ein Einbruch in einem Museum, ein Diebstahl und ein brutaler Mord an einem Wächter…
Und Tom Kirk, gerufen von einem Rabbi, wie er sich in einer verwüsteten Synagoge umschaut. Er fotografiert die Zeugnisse sinnloser Gewalt und scheinbarem Nationalsozialismus. Auch bei diesem Einbruch ist etwas gestohlen worden, so erhält er den Auftrag das Bild eines unbekannten jüdischen Malers aus dem Zweiten Weltkrieg zurück zu holen.
Band 02 beginnt ebenso spannend, wie bereits Band 01 war, mit einer sehr bildhaften Sprache und der Mission Impossible Atmosphäre im Hintergrund. Zeitweise hat man das Gefühl ein Drehbuch zu lesen, man ist bereits nach wenigen Sätzen mitten im Film und kann sich alles was passiert sehr gut vorstellen. Jedes Kapitel gibt Ort und / oder Zeit der Geschehens an, wie getippte Schrift unten im Bild eines Krimis, oder eines James Bond Films.
Unser Protagonist Tom Kirk ist wieder mitten in merkwürdigen Wirrungen, einem Verbrechen sowie hinter einem – oder auch mehreren – wirklich schlimmen Bösewichten her. Allerdings ist er diesmal nicht mehr allein. Seine Freunde Archie sowie Dominique sind nie weit weg und helfen meisten mehr in brenslige Situationen hinein, anstatt hinaus. An Spannung mangelt es dem Buch wirklich nicht. Ebenso ist es sehr schlüssig und gut recherchiert. Ich fand es stellenweise nur ein bißchen zu brutal und zu blutig, im Gegensatz zu Band 01.
Kritisch war ich diesmal wegen der gewählten historischen Thematik: Nationalsozialismus aus Deutschland der heutigen Zeit, England, Amerika, Russland… alle in einem Topf und die deutschen Nazis sind die Bösen (unter anderem). Allerdings haben sich jegliche meiner Befürchtungen sehr schnell zerstreut. Der Autor schildert sämtliche Ereignisse nüchtern, stellt historische Hintergründe genau da und man nicht ein Mal das Gefühl, es würde mit Vorurteilen oder schlecht durchdachten oder mißbräuchlichen Stereotypen gespielt. Das fand ich wirklich toll. Am Ende des Buches bekommen in den Themen Nationalsozialismus und zweiter Weltkrieg einfach alle Nationen ihr Fett weg. Das Nachwort klärt auch die letzten geschichtlichen Fragen. Das alles hat mir wirklich gut gefallen.
Einziger wirklicher Kritikpunkt, der sich aber im Verlauf der Ereignisse im Buch doch immer mal zerstreute, weil das Buch so gut ist, dass man es dem Autor eigentlich doch nicht übel nehmen wollte, war die Vorhersehbarkeit an einigen Stellen. Das Buch hatte immer mal was aus Szenen von Dan Browns Sakrileg oder tatsächlich MI oder auch mal James Bond. Aber manche Situationen lassen sich wahrscheinlich nur schwer neu erfinden. Deshalb gibt es fast die volle Punktzahl.
Meine Bewertung
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