Die Perspektive des Gärtners – Hakan Nesser
Verlag: BtB | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-75173-0
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,99
ET: 08.2010
Wo ist Sara? Vierzehn Monate ist es her, dass Erik und Winnie Steinbecks vierjährige Tochter verschwunden ist. Beim Spielen von einem fremden Mann auf der Straße angesprochen, in einem dunklen, großen Wagen mitgenommen. Das ist alles, was man weiß. Danach verliert sich die Spur. Kein Erpresserbrief, kein Hinweis auf mögliche Täter. Es ist nicht der erste Schicksalsschlag für Winnie – war doch ihr erster Mann zusammen mit der gemeinsamen Tochter tödlich verunglückt. Um Abstand zu gewinnen, schlägt Winnie Erik deshalb vor, in die USA zu ziehen. Die beiden lassen sich in New York nieder. Und zunächst scheint dies die rettende Idee. Winnie fängt wieder an zu malen, Erik geht jeden Tag in eine öffentliche Bibliothek, um dort zu schreiben. Schon bald jedoch kippt die Situation. Seltsame Dinge geschehen. Winnie behauptet zu wissen, dass Sara noch lebt. Sie malt ein Bild, das exakt die Situation der Entführung wiedergibt, alles ist fotogenau wiedergegeben – bis auf das Gesicht des Mannes. Erik ist beunruhigt. Durch Zufall entdeckt er, dass seine Frau heimlich aus dem Haus geht, wenn er fort ist. Dass sie obskure Bekanntschaften pflegt. Sie streitet es ab. Und dann erfährt er, dass Winnie ihm nicht die Wahrheit gesagt hat über ihre Vergangenheit …
Meine Rezension
Was Nesser glückt:
Die Beschreibung einer Ehe, die fast aus einanderbricht, weil beide nicht wissen, was mit Saras Tochter passiert ist. Die Unfähigkeit, länger miteinander zu sprechen, das Gefühl, den Anderen nicht mehr zu kennen. Das alles erschien mir sehr glaubwürdig, auch wenn es nur aus der Sicht der männlichen Hauptfigur geschildert wird. Er kann seine Frau nicht verstehen, weil sie wie es scheint gar nicht mit ihm sprechen möchte, man hat aber immer das Gefühl, dass sie irgendetwas vor ihm verbirgt. Seine Resignation über die Geschehnisse sind greifbar, in dieser Hinsicht fand ich ihn sehr glaubhaft und lebensnah beschrieben.
Was ihm nicht glückt:
Spannung… es baut sich absolut keine Spannung auf, die den Leser dazu bringen könnte, Interesse an der Handlung zu entwickeln. Mag sein, dass dies bei mir auch daran lag, dass ich mit paranormalen Phänomenen nichts anfangen kann und die Handlung erstmal in diese Ecke driftet. Nesser klärt diese Entwicklung zwar recht logisch auf, aber für mich waren da schon zu viele Zufälle passiert. Einiges an der Handlung ist mir zu konstruiert erzählt. Zu dem hatte ich schon recht früh eine Ahnung was mit Sara genau passiert sein könnte. Ich habe mich eher gelangweilt als unterhalten gefühlt. Für mich war die Lektüre jedenfalls recht enttäuschend und ich frage mich ob es mir mit andren Romanen des Autors ähnlich ergehen könnte…
Meine Bewertung
Vielen Dank an den BtB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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