Das Grab im Moor – Belinda Bauer
Übersetzung: Marie-Luise Bezzenberger
Verlag: Goldman
ISBN: 978-3-442-47176-8
Seiten: 344
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,94
ET: 10.2010
Der Junge wollte die Wahrheit herausfinden. Der Killer wollte spielen.
Tag für Tag gräbt der 13 jährige Steven Lamb in Exmoor nach der Leiche von Billy – seinem Onkel, den er nie kennen lernte. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit dieser verschwand und vermutlich dem Serienkiller Arnold Avery zum Opfer fiel. Doch Stevens Großmutter wartet noch immer auf die Rückkehr ihres einzigen Sohnes. Um die Vergangenheit endlich abzuschließen, nimmt Steven schließlich Kontakt zu Avery im Gefängnis auf und bittet ihn um Hinweise auf Billys Grab. Der Junge ahnt nicht, auf welch tödliches Spiel er sich damit einlässt…
Meine Rezension
„Das Grab im Moor“ ist der Debüt-Roman von Belinda Bauer. Sie hat hier ein schweres Thema aufgegriffen und mit kurzen einfachen Sätzen versucht, die Trauer einer Familie zu vermitteln, die ein Kind verloren hat. Der Tod des kleinen Billy ist nie aufgeklärt worden und man hat auch seine Leiche nie gefunden. Der Autorin ist es nun gelungen diese Trauer, die über 20 Jahre und auch über die nächste Generation geht, gut zu vermitteln. Ich konnte die Traurigkeit, die die ganze Familie gefangen hält deutlich spüren.
Steven versucht die Leiche seines Onkels zu finden, in der Hoffnung dass seine Familie dann wieder eine richtige Familie wird. Also nimmt er am Ende Kontakt zu dem Mörder auf, und hofft, dass dieser ihm das Grab, in dem Billy ruht verrät. Belinda Bauer hat die Geschehnisse und Verhaltensweisen beider Parteinen so glaubwürdig und fesselnd geschildert, dass ich die Traurigkeit und Einsamkeit in der sich Steven befand sehr gut nachvoll ziehen konnte. Ich habe für diesen einsamen Jungen, der am Rand der Gesellschaft lebt, sehr viel Mitleid empfunden. Durch das Verschwinden des Onkels wird die ganze Familie zu einer Randgruppe in dem Dorf degradiert. Die Gefühle der Großmutter, sowie der Mutter Stevens, hat Frau Bauer wirklich glaubwürdig erzählt. Ich konnte Steven förmlich vor mir sehen, wie er verzweifelt durch das Moor wandert und nach Billy sucht und gräbt.
Dies ist allerdings kein Thriller in der üblichen Weise. Es gibt keine lauten Schüsse und auch kein Gehetze und herumirren. „Das Grab im Moor“ hat als Handlungsort nur das Moor und den Wohnort Stevens. Der Kern dieser Geschichte ist eigentlich die Suche nach dem verschollenen Onkel und das Verarbeiten dieses Verschwindens. Dieser ruhige, traurige und gleichzeitig dramatische Thriller hat mir gut gefallen. Ich hoffe auch der nächste Roman dieser Autorin wird ähnlich gut.
In einem kleinen Nachwort lässt die Autorin den Leser wissen, dass diese geschilderten Ereignisse ihrer eigenen Phantasie entsprungen sind und so nie stattgefunden haben.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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