Jahrmarkt der Eitelkeit – William Thackeray
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-423-13630-3
Seiten: 928
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 01.2008
Preis: 14,90 €
Thackeray schildert in diesem großen Gesellschaftsroman den »Jahrmarkt der Eitelkeit«, auf dem sich die viktorianische Society tummelt. Dies geschieht mit so viel Ironie und Satire, dass man ums Schmunzeln und Lachen beim Lesen nicht herumkommt. Diese dtv-Ausgabe enthält alle 185 Illustrationen des Autors zur Erstausgabe von 1848.
Meine Rezension
Ein buntes Sittengemälde, eine Satire auf die Englische UpperClass zu Beginn des 19. Jahrhunderts, das ist „Jahrmarkt der Eitelkeit“!
Eine illustre Gesellschaft, die den Leser hier erwartet. Intrigen, Macht, Geld, ein bisschen Liebe, Niederlagen, gesellschaftlicher Ruin… Dieser Roman hat wirklich alles, was heute eine Soap Opera zu bieten hat. Da sieht man mal wieder, von was sich das Fernsehen beeinflussen lässt (oder eben, dass sich manche Geschichten nie ändern).
Beim ersten Anlauf habe ich mich allerdings schwer getan. Nach knapp 100 Seiten blieb ich stecken und kam einfach nicht mehr weiter. Woran es genau lag, kann ich heute nicht mehr so recht nachvollziehen, meine Meinung hat sich nämlich ziemlich gewandelt. Wo der Roman mich bei der ersten Lektüre noch gelangweilt hat, hat er mich nun blendend unterhalten.
Thackeray zeichnet einen sehr kritischen, aber höchst amüsanten, satirischen Blick auf die Gesellschaft seiner Zeit.
Vor allem Becky Sharp hat es mir sehr angetan. Für mich einfach eine tolle Frauenfigur: schön, skrupellos, boshaft zuweilen. Amelia Sedley mochte ich dagegen nicht sehr gerne. Sie ging mir eher auf die Nerven, ihre unterwürfige Art, damit konnte ich weniger anfangen. Allerdings muss man ihr auch zugutehalten, dass auch sie ihre starken Momente hat.
Ein Roman ohne Helden… Nun, das kommt darauf an wie man Helden definiert. Klassisch gesehen: stimmt! Mit sehr viel Ruhm hat sich keine der Figuren bekleckert. Aber männliche Helden sucht der geschätzte Leser auch vergebens. Moderner gesehen: Ein Roman mit jeder Menge weiblicher Heldinnen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen! Jede der Frauen kämpft mit ihrem Schicksal und zerbricht nicht daran.
Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, mitten im Roman zu sein. Bälle, Bankette, persönliche Schicksale, man wird richtig in den Roman gezogen. Der Witz und Humor des Autors haben mich sehr angesprochen. Da dachte ich gerade noch, ich langweile mich zu Tode, und schon amüsiere ich mich köstlich und das Lesen hat mir einfach nur noch Spaß gemacht!
Manchmal war es dann aber doch etwas verwirrend und gerade die Verwandtschaftsverhältnisse der Figuren waren mir nicht immer gleich klar. Das ist aber für mich der einzige Kritikpunkt.
Am Ende konnte mich Thackeray jedenfalls doch noch für sich gewinnen. Wer weiß, vielleicht hatte ja auch einer von Beckys koketten Augenaufschlägen etwas damit zu tun?
Meine Bewertung
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Danke für Deine Rezension!
Thackerays ‘Jahrmarkt der Eitelkeiten’ steht schon lange auf meiner Leseliste. Ich habe nur noch nicht das passende (antiquarische) Exemplar ergattern (d.h. ersteigern) können. Zudem hatte ich auch schon die Verfilmung mit Reese Whiterspoon gesehen, die in mir erst recht die Leselust auf dieses opulente aus der Epoche der Zeitenwende zu Beginn des 19. Jahrhunderts gemacht hat. Jetzt freue ich mich um so mehr auf die Lektüre.
Viele Grüße,
Harald