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Zitronen im Mondschein – Gina Mayer

Verlag: Gustav Kiepenheuer
ISBN: 978-3-378-00691-1
Seiten: 522
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 02.2009

Es ist etwas in dir, das ihm den Tod bringt. Nach einer Weissagung verlässt Maria den Mann, den sie liebt, einen außergewöhnlich begabten Maler. Allein versucht sie sich mit ihrem Kind als Wahrsagerin in einem Wanderzirkus durchzuschlagen. Als der Hunger während des Ersten Weltkriegs immer größer wird, bringt sie die kleine Mira in ein Kinderheim. Erst Jahre später treffen die beiden Frauen sich in Düsseldorf wieder. Mira verachtet ihre Mutter. Sie verliebt sich in einen Kinopianisten, der sie mit einer revolutionären Gruppe bekannt macht. Doch dann taucht ein seltsamer Mann auf, ein Kunstmaler, dessen Geschichten und Ideen sie faszinieren.

Meine Rezension

Maria und ihre Tochter Mira(belle) leben in Düsseldorf im Jahr 1926. Während Mira sehr bodenständig ist und als Serviermädchen arbeitet, arbeitete Maria jahrelang im Zirkus als Wahrsagerin. Die beiden Frauen haben oberflächlich nichts gemeinsam, außer dass sie miteinander verwandt sind. Während Maria oft versucht, mit ihrer Tochter zu reden, sie zu besuchen, blockt Mira immer wieder ab. Und von anfang an habe ich mich gefragt, was da wohl so schlimmes passiert sein kann, dass Mutter und Tochter nicht normal miteinander umgehen können.

Mira ist ein schüchterner, ruhiger Charakter, hingegen zu ihrer besten Freundin Gudrun. Gudrun ist aktiv und tut alles, um ans Ziel zu kommen. Anfangs hatte ich doch etwas Probleme mit ihr warm zu werden, doch am Ende habe ich sie schließlich auch ins Herz schließen können.
Mira hatte mit Männern bisher noch nicht viel Kontakt, bis sie sich schließlich in den Kommunist Anselm Guben verliebt.
Maria hatte ihre große Liebe sehr früh verlassen, wie man auch dem Klappentext entnehmen kann. Aufgrund einer Vorhersage, die besagte, dass etwas in Maria ist, dass ihm den Tod bräche, hat sie sich schnell von ihm getrennt. Doch ich hatte das Gefühl, dass sie ihn nie so recht loslassen konnte.
Mira hingegen weiß nichts von ihrem Vater.

Das Buch fängt zwar in der Gegenwart, also im Jahr 1926, an, aber im Laufe des Buches “springt” es zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und so erfährt der Leser, was alles in der Vergangenheit wichtiges passierte, das Schuld an der Mutter-Tochter-Beziehung ist. Auch steht in jedem Kapitel mal eine andere Figur im Mittelpunkt, Maria, Mira und auch Miras Vater Ludwig. Jeder Erzählstrang und das damit verbundene Schicksal hat mir ausgesprochen gut gefallen. Dadurch entsteht nach und nach ein, für mich, sehr faszinierendes Mosaik, dass am Ende zusammenläuft und keine Fragen offen lässt.
Das Ende hat mir absolut gefallen, es war stimmig und vorallem sehr traurig. Und es lässt mich mit dem Gefühl zurück, dass es kein besseres Ende für dieses Buch gibt.

Überhaupt hat mich das Buch mitgenommen, sehr berührt und auch musste ich an der ein oder anderen Stelle etwas weinen. Sobald ich Zeit gefunden hatte, in “Zitronen im Mondschein” zu lesen, konnte ich nicht aufhören. Ich war so gefangen in der Zeit, in der Geschichte, dass ich auch teilweise mitten in der Nacht noch am Lesen war.

Die Zeit, in der dieser Roman spielt, fand ich schon immer sehr interessant und faszinierend und die Autorin hat die ganze Situation sehr gut eingefangen, politisch genauso wie kulturell.
Die Sprache hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und sie hat herrliche Bilder vor mein Auge gezaubert.

Der Titel “Zitronen im Mondschein” hat, wenn man diesen hört und den Inhalt des Buches, nicht so viel gemeinsam, bzw. verrät er eigentlich nichts über den Inhalt. Aber nachdem ich das Buch beendet habe, muss ich sagen, einen schöneren, besseren Titel gibt es nicht.

Ich muss zugeben, dass mich das Buch positiv überraschte und ich nicht so einen wundervollen Schmöker mit Tiefgang erwartet hatte, wie ich ihn hier vor mir liegen habe. Für mich gehört “Zitronen im Mondschein” auf alle Fälle zu meinen Highlights 2009 und ich werde sicherlich noch oft an das Buch zurück denken.
“Zitronen im Mondschein” ist zwar das erste Buch, das ich von Gina Mayer gelesen habe, aber sicherlich nicht das letzte.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern


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Letztes Update: 25. August 2010

Autor des Artikels

Katharina Sulkowski
Rezensentin
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