Rausch – John Griesemer
Verlag: Mare Verlag
ISBN: 978-3-936384-86-4
Seiten: 685
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 24,90
ET: 09.2003
Das erste Transatlantikkabel soll gelegt werden, doch es reißt wieder und wieder. Das größte Schiff aller Zeiten soll zu Wasser gebracht werden, doch es weigert sich, vom Stapel zu laufen. Wir schreiben das Jahr 1857, und die Welt windet sich in den Geburtswehen der Moderne. Die Welt, das ist zunächst der amerikanische Ingenieur Chester Ludlow, der sich mit Haut und Haaren der Idee verschrieben hat, das erste Telegraphenkabel durch den Atlantik zu verlegen; Chester ist unglücklich verheiratet mit der ehemaligen Schauspielerin Franny, die der gemeinsamen Tochter Betty nachtrauert, die einem epileptischen Anfall zum Opfer gefallen ist. Ludlow begibt sich mit einer illustren Theatertruppe und einem verspielt-naiven Stück, das die Verlegung des Atlantikkabels zum Thema hat, auf Reisen, um Geld für das Projekt zu sammeln. Geleitet wird die Truppe von dem Deutschen Joachim Lindt und dessen wunderschöner Frau Katerina, zu der Ludlow alsbald in heißer Liebe entbrennt, derweil Franny daheim in Maine zusammen mit Ludlows Bruder Otis versucht, Bettys Geist im Jenseits zu beschwören.
Meine Rezension
Für mich war “Rausch” von John Griesemer ein Lesegenuss. Gerade diese Mischung aus geschichtlichen Ereignissen und die Verbindungen der einzelnen Figuren zueinander hat mich fasziniert. Wie die Ereignisse diese Figuren beeinflusst haben, kam für mich sehr gut rüber.
Gerade dadurch dass der Autor sich nicht auf eine Person beschränkt, bekommt der Leser ein lebendiges und vielschichtiges Bild präsentiert.
Die verschiedenen Personen sind für meinen Geschmack super dargestellt und ihre Handlungen sind jederzeit nachvollziehbar, auch wenn sie mir nicht alle sympathisch sind. Was ich aber auch als eher seltsam empfunden hätte. Besonders mag ich Jack Trace, der einfach herrlich skurril ist. Trotz der insgesamt eher düster daher kommenden Handlung, kommt der Humor nicht zu kurz und ist wunderbar rabenschwarz^^
“Rausch” habe ich teilweise wirklich als eine Art Rausch erlebt. In diesen geraten alle Figuren und können sich ihm nicht entziehen.
Meine Bewertung
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Hallo und vielen Dank einmal wieder für die informative Rezension. Da hat sich John Griesemer ein spannendes historisches Thema ausgesucht, mit dem ich beruflich auch schon einiges zu tun hatte. Daher noch meine Frage: Inwieweit kommen im Roman denn die historischen Figuren in diesem ersten “Globalisierungsprojekt” des 19. Jahrhunderts zum Tragen, wie z.B. Cyrus Fields als Geldgeber und Unternehmer des Gesamtprojekts oder Isembard Brunel als genialer Ingenieur und Erbauer der ‘Great Eastern’ als Kabellegeschiff. Sind es lediglich Randfiguren oder kommt ihnen auch eine tragendere Rolle zu?
Auf alle Fälle kommt der Roman auf meine Leseliste.
Viele Grüße, Harald
@Harald
Erst einmal vielen Dank für ihre bisherigen Kommentare zu meinen Rezensionen! Darüber freue ich mich immer sehr^^ Meine Lektüre von Rausch ist zwar schon etwas her, aber soweit ich das noch weiß spielen die beiden von ihnen genannten Personen eher eine Nebenrolle.