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Maria Theresia – Gabriele Marie Cristen

Zwischen Thron und Liebe

Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-4266-3225-3
Seiten: 511
Ausgabe: Tasschenbuch
ET: 11.2005
Preis: nicht mehr lieferbar

Als einflussreichste Kaiserin der Habsburger und Gegenspielerin des Preußenkönigs ging sie in die Geschichte ein – zu entdecken ist sie als eine große Liebende: Maria Theresia war erst sechs Jahre alt, als Franz von Lothringen in ihr Leben trat. Niemand konnte ahnen, dass aus der Schwärmerei später eine leidenschaftliche Ehe werden sollte, aus der sechzehn Kinder hervorgingen! Doch zu früh verlor Maria Theresia ihren Mann und kam nie über diesen Verlust hinweg. Wenige Tage vor ihrem eigenen Tod blickt sie zurück – und erzählt, wie alles begann …

Meine Rezension

„Die Lilie von Versailles“ von Carolly Erickson machte mich neugierig auf die Mutter Marie Antoinettes, so dass ich sofort danach „Maria Theresia“ von Gabriele Marie Cristen begann und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Ich bekam einen wunderbaren, vielschichtigen Roman über eine beeindruckende Frau, die den Fortschritt nach Österreich brachte.

Stilistisch und sprachlich hat mir „Maria Theresia“ außerordentlich gut gefallen. Schon die ersten Seiten schickten mich vollends in die Vergangenheit, an den Hof Maria Theresias. Die Autorin baut mit ihrer Sprache und ihren Bildern eine großartige Atmosphäre auf und konnte mich absolut verzaubern.

Die Handlung beginnt in Maria Theresias Kindheit und endet mit ihrem Tod, und hat mich wirklich sehr gefesselt. Die Geschichte ist unwahrscheinlich spannend und interessant geschrieben und dabei äußerst politisch gehalten. Das man auch über Innen- und Außenpolitik so viel erfährt, ist einfach großartig. Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet und war daher positiv überrascht. Aber die Autorin vergisst dabei nicht, dass Maria Theresia auch Ehefrau und Mutter war und widmet sich dem Familienleben mit ebensoviel Aufmerksamkeit. Für mich kommt ausgesprochen gut rüber, dass Maria Theresia zwischen ihren königlichen und familiären Pflichten hin und her gerissen war, dass aber die Verantwortung für ihr Volk schwerer lastete, als die Verantwortung für ihre Familie. Ich konnte viel Mitgefühl für diese Monarchin aufbringen, da sie trotz vieler Kinder und eines liebevollen Ehemanns doch irgendwie einsam blieb, sie nicht die Mutter und Ehefrau sein konnte, die sie als einfache Bürgerin wohl gewesen wäre. Immer standen die königlichen Pflichten im Vordergrund und wie sie diesen nachging hat mich unglaublich beeindruckt. Zudem erfährt man einiges über den Fortschritt, den Maria Theresia nach Österreich brachte. Für mich war es äußerst interessant zu erfahren, inwieweit Maria Theresia z.B. Schulen und Gesundheitswesen förderte und voran brachte. Sie war nicht nur willensstark, sondern auch eine fortschrittliche Denkerin.

Die Figuren sind äußerst facettenreich und gerade Maria Theresia strahlt eine Energie und Lebendigkeit aus, dass man gar nicht anders kann, als sich mit ihr „anzufreunden“. Ich habe sie wirklich ins Herz geschlossen, sie bewundert. Auch wenn ihr Handeln manchmal hart und kompromisslos war, konnte ich es Dank der großartigen Ausarbeitung des Charakters immer nachvollziehen. Maria Theresia und ihr Leben haben mich sehr berührt und die Tränen flossen nicht nur einmal.

In meinen Augen hat Gabriele Marie Cristen ein großartiges Lebensportrait einer wunderbaren Persönlichkeit gezeichnet. Leider erfährt man von der Autorin nicht, wie nah sie sich an die historischen Fakten gehalten hat, so dass das Buch als Roman und nicht als Biographie eingeordnet werden muss. Dennoch ist es absolut lesenswert und vielleicht ein gelungener Einstieg, um sich weiter mit Maria Theresia auseinander zu setzen. Mich hat der Roman zumindest neugierig gemacht und mir eine Frau näher gebracht, von der ich viel zu wenig wusste, deren Leben aber unbedingt erzählens- und wissenswert ist.

Meine Bewertung


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Melanie Vogelsang
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