Im Labyrinth der Fugger – Rebecca Abe
Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 978-3-8392-1144-1
Seiten: 453
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,90
ET: 03.2011
Augsburg, Ende des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod des mächtigen Anton Fugger wird dessen Millionenvermögen gleichmäßig auf alle Nachkommen verteilt. Christoph Fugger, ein Egoist und Frauenfeind, will die Kinder seines Bruders Georg Fugger ins Kloster bringen lassen, um die Zahl der Erben zu dezimieren. Dazu verbündet er sich mit dem Jesuiten Petrus Canisius. Nur Georg Fuggers Tochter Anna ahnt, welch perfides Spiel der Augsburger Domprediger treibt …
Meine Rezension
Die Fuggerfamilie ist die wohl berühmteste und einflussreichste Familie in Augsburg. Bei ihr stehen sogar Adelige und Kleriker in der Schuld.
Als das Familienoberhaupt stirbt, versucht Christoph Fugger die Anzahl der möglichen Erben zu verringern, damit für ihn mehr übrig bleibt. Dazu schmiedet er einen Plan mit dem Jesuiten Petrus Canisius: Christophs Nichten und Neffen sollen allesamt im Kloster verschwinden.
Darunter auch Anna Jacobäa Fugger….
Der Klappentext verspricht einen spannenden Renaissance-Thriller. Während ich den „Thrill“ vergeblich gesucht habe im Roman, traf ich auf einen durchaus lesenswerten und bei Zeiten auch spannenden Roman, aber ich wäre vorsichtig, auf Grund dieser Bezeichnung auch eine Art Thriller zu erwarten.
Rebecca Abe erzählt die Geschichte von Anna Fugger, die tatsächlich mit ihren Geschwistern auf Grund einer Intrige ihres Onkels im Kloster landet. Dies wird durchgängig aus Annas Sicht geschildert und lässt den Leser eine besondere Beziehung zu ihr aufbauen. Die Erzählweise hat natürlich zur Folge, dass man als Leser nur wenig mehr weiß als Anna wissen kann.
Und genau das hat mich zuweilen wirklich gestört, denn wenn ich nicht gewusst hätte durch den Klappentext, dass es bei der Klostergeschichte um Manipulation handelt, hätte ich wirklich fragend vor dem Buch gesessen, denn das Thema Intrige durch Christoph Fugger findet kaum bis gar keine Erwähnung. Daher hatte ich nicht selten das Gefühl, dass ich so vor mich hinlese und keinen blassen Schimmer hatte, wohin die Geschichte führen soll. Irgendwie fehlte mir eine Art roter Faden. Daher war ich zum Ende des Buches hin auch etwas enttäuscht, dass es schon zu Ende ging, denn während vieles im Vorfeld sehr ausführlich beschrieben wurde, geriet das Ende doch irgendwie eher kurz und mir fast zu plötzlich.
Trotz dieses Kritikpunktes hat mir das Buch unterm Strich gut gefallen, denn ich habe einen Einblick in eine Familie bekommen, die mir schon sehr oft in anderen Romane begegnet ist und mich wirklich interessierte. So regte mich dieser Roman sogar dazu an, mir ein Sachbuch über die Familiengeschichte der Fugger zu kaufen.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere.
Die Autorin hat es geschafft aus allen Personen, die schon so lange tot sind, wieder lebendige Persönlichkeiten zu schaffen und diese in all ihren Facetten zu beleuchten. So ist Anna nicht unbedingt nur die Gute, während ihr Bruder Phillip durch und durch Böse ist. Sie schafft Zwischenräume in ihren Charakterbeschreibungen und lässt die Familie Fugger authentisch erscheinen.
Abgerundet wird der Roman durch eine wie immer liebevolle Gestaltung durch den Gmeiner Verlag.
Auch wenn mich „Im Labyrinth der Fugger“ nicht absolut überzeugen konnte, so hatte ich doch ein paar schöne Lesestunden mit dem Roman und ich hoffe wirklich, dass Rebecca Abes nächster Roman wieder ein historischer sein wird, denn trotz Kritikpunkte hatte ich das Gefühl von der Autorin mit auf eine kleine Zeitreise genommen worden zu sein.
Meine Berwertung:
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Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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