Glencoe – Charlotte Lyne
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-431-03819-4
Seiten: 637
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19,99
ET: 2010
1689. Im Streit um die englische Thronfolge ist das Hochland zutiefst gespalten. Die MacDonalds halten den Stuarts die Treue, die Campbells unterstützen den neuen König. Gegen den Willen ihrer Familien holt Sandy Og MacDonald die junge Sarah Campbell als seine Braut nach Glencoe. Zwischen ihnen ist es Liebe auf den ersten Blick. Als Sarah nach mehreren Totgeburten einen verkrüppelten Sohn zur Welt bringt, wird sie von den Frauen des Clans noch mehr verachtet. Sandy Og erntet ob seiner Sanftheit nichts als Hohn und Spott. Gleichzeitig spitzt sich der Zwist zwischen den MacDonalds und den Campbells zu. In einer eiskalten Winternacht kommt zu einem Blutbad, wie es das Hochland noch nicht gesehen hat. Können ausgerechnet Sarah und Sandy Og, die Außenseiter, ihren Clan vor dem Untergang retten?
Meine Rezension
Ich gehöre nicht zu den Lesern, die sich unbedingt eine Hardcoverausgabe kaufen müssen. Ich greife eher auf die günstigere Taschenbuch-Variante zurück. Charlotte Lyne aber ist eine meiner liebsten Autorinnen im historischen Bereich und so wollte ich nicht noch 1 oder 2 Jahre warten bis die TB-Ausgabe erscheint. Es hat sich gezeigt, dass sich meine Investition gelohnt hat. Diese HC-Ausgabe ist mit viel Liebe im Detail gestaltet worden. Nicht nur das Cover hebt sich aus der Menge der historischen Bücher heraus, sondern auch die Innengestaltung. So ist innen eine Karte Schottlands, in der die Clan-Bezirke eingezeichnet sind. Im hinteren Teil befinden sich ein Glossar und ein Personenregister so wie ein kleines Nachwort der Autorin. Ein Lesebändchen rundet das Gesamtbild dieser Ausgabe ab.
„Glencoe“ erzählt die Geschichte eines Clans der MacDonalds aus dem schottischen Hochland im 17. Jahrhundert. Ihr Leben, ihr Lieben und leider auch ihr Sterben. Diese Geschichte ist mit historischen Fakten belegt. Die Protagonisten haben alle gelebt.
Nachdem ich mich erst einmal an den etwas schwierigen Stil gewöhnt hatte, konnte ich komplett in diese Geschichte abtauchen. Charlotte Lyne ist es gelungen, das Leben im schottischen Hochland glaubwürdig mit allen Höhen und Tiefen zu erzählen. Sie hat ein Bild voller Leben und Hoffnung gezeichnet, das mich berührt hat.
Sie hat diesen Protagonisten Leben eingehaucht, so dass ich zeitweilig das Gefühl hatte, mitten unter ihnen zu sein. Sandy Og, seine Frau Sarah und ihren Verwandten aus Glencoe sind mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen. Auch wenn sie zwischen durch stur und mundfaul waren und irgendwie nicht wirklich vorankamen, so dass ich das Gefühl hatte, ihnen immer mal wieder einen Schubs geben zu müssen. Aber gerade diese Sturheit und Verbissenheit in sich hat sie mir sehr sympathisch gemacht.
So ist es nicht verwunderlich, dass ich zwischendurch immer wieder zu Taschentüchern greifen musste, um mir die Augen zu trocknen. Die Autorin hat die dramatischen Verhältnisse um dieses geschichtliche Ereignis von allen Seiten beleuchtet und auch immer wieder die betreffenden Personen zu Wort kommen lassen. Frau Lyne hat die Handlungsweisen von Robert Camphell aus Glenlyon, Alasdair MacDonald, der der zwölfte MacIain genannt wurde, so geschildert, dass ich das Gefühl hatte, es könnte sich durchaus so abgespielt haben. Sie hat es geschafft, dass man auch mit den negativen Charakteren, wie Robert Camphell, der in seinem eigenen Mitleid zu zerfließen scheint, Mitleid bekam.
Ich persönlich habe sehr viel Anteil an dieser Geschichte genommen. Mir ist es, als hätte ich die Menschen aus „Glencoe“ persönlich kennen lernen dürfen. Von daher fiel es mir sehr schwer, das schottische Hochland am Ende zu verlassen. „Glencoe“ war für mich eines der besten Bücher die ich dieses Jahr gelesen habe. Ich wünsche mir mehr solcher historischer Romane.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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