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Die Tochter des Gerbers – Hilke Müller

Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37516-6
Seiten: 607
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,99
ET: 10.2011

Längst wäre ihr Schicksal vergessen – doch ihre Söhne schrieben Geschichte …

Die junge Arlette scheint das Glückskind der Gerberfamilie Fulbert zu sein. Sie ist nicht nur ungewöhnlich hübsch, sondern zudem klug und ehrgeizig. Doch als sie von einem Adeligen vergewaltigt und schwanger wird, fällt sie tief. Sie wird als Hure verschrien und mit Verachtung gestraft. Beschämt weist Arlette den Annäherungsversuch eines jungen Ritters ab, der sie bewundert. Noch ahnt sie nicht, dass Herluin de Conteville in einigen Jahren ihr Ehemann und die große Liebe ihres Lebens sein wird. Auch wenn ihr berühmtester Sohn, Wilhelm der Eroberer, von einem anderen stammt: von Robert, dem Herzog der Normandie …

Rezension

Die Autorin Hilke Müller war mir bist zu diesem Buch noch kein Begriff. Ihr Erzählstil ist aber so gehalten dass sich „Die Tochter des Gerbers“ flott lesen lies. Ihre Beschreibungen der Landschaft, der Leute und das Leben der Menschen im 11 Jahrhundert sind sehr anschaulich. So hat es auch nicht lang gedauert bis ich von der Geschichte der Arlette Fulbert gefangen war.

Arlette ist die Tochter eines einfachen Gebers und wird die Geliebte des späteren  Herzogs Robert der Normandie. Aus dieser Beziehung geht Wilhelm der Eroberer hervor. Er wurde auch gern als „der Bastard“ bezeichnet und hat später England von der Normandie aus erobert. Dies sind die geschichtlichen Tatsachen. Mit diesem Wissen hat die Autorin nun eine Lebensgeschichte geschaffen die glaubwürdig und durchaus nachvollziehbar ist. Obwohl Arlette nicht immer so handelt wie man es von einer einfachen Frau dieser Zeit erwartet. Allzu schnell hat sie vergessen, aus welchem Teil der Bevölkerung sie stammt und so manches Mal musste ich doch den Kopf schütteln ob der Frechheiten die sie sich herausnimmt. Wobei ihr Handeln durchaus nachzuvollziehen war und ich meinen Spaß bei  Lesen hatte.

Die Geschichte der Arlette Fulbert konnte ich über einen Zeitrahmen von 20 Jahren verfolgen, danach endet das Buch und einige Fragen bleiben ungeklärt bezw. der Fantasy des Lesers überlassen. Mir viel es am Ende schwer Arlette und ihre Familie gehen zu lassen. Aber nicht nur Arlette hat mir gefallen auch einige andere Charaktere haben sich in mein Leseherz geschlichen. Die Autorin hat auch den Menschen im Umfeld von Arlette Leben gegeben und damit ein großartiges Gesamtbild geschaffen. Ihre Protagonisten haben alle ihre Ecken und Kanten und manchmal hatte ich auch das Gefühl das sich die eine oder andere Person selbständig gemacht hat und mehr oder weniger ein eigen Leben entwickelt hat.

Leider fehlt in meiner Taschenbuchausgabe ein Nachwort. Die Autorin erklärt nicht woher sie ihre Informationen hat noch was historisch belegt oder was Fiktion ist. Leser die sich dafür interessieren müssen dann selbst das Internet nach Informationen absuchen. Was ich getan habe und einiges interessantes nachgelesen habe. Schade, ich hätte ein solches Nachwort sehr gern gelesen.

Mein Fazit: „Die Tochter des Gerbers“ ist die Lebens- und Liebesgeschichte einer einfachen Frau. Die es als Geliebte eines Herzogs zu einigem Wohlstand gebracht hat. Trotz vieler Schwierigkeiten konnte sie sich durchsetzten und die Weichen für ihre Kinder stellen und ihnen somit eine glanzvolle Zukunft sichern. Ob diese Geschichte sich so zugetragen hat wie Hilke Müller sie hier erzählt hat, kann ich nicht sagen aber für mich war sie stimmig. Ich hatte unterhaltsame Lesestunden und kann den Fans historischer Romane dieses hier wärmstens empfehlen.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Karin Speck
Rezensentin

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