Die Tochter der Seidenweberin – Ursula Niehaus
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426663592
Seiten: 541
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,99
ET: 03.2011
Die Fortsetzung des Bestsellers “Die Seidenweberin”
Köln zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres geliebten Mannes hat die erfolgreiche Seidenweberin Fygen Lützenkirchen in Spanien ein neues Glück gefunden, und in Köln steht ein Generationenwechsel bevor, denn Fygens Tochter Lisbeth muss das Erbe ihrer Mutter antreten – ein Erbe, das ihr Neid und Missgunst so mancher Seidmacherin der Stadt einbringt. Doch Lisbeth gibt nicht auf …
Meine Rezension
Köln im Jahre 1499: Fygen Lützenkirchen ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau und hat ihrer verheirateten Tochter Lisbeth ihre Seidenweberei überschrieben.
Während diese mit zu den wichtigsten Seidenmacherinnen ihrer Zunft wird, baut sich Fygen einen Ruf als Kauffrau auf. In dieser Position reist sie nach Spanien, um Lieferungen von Rohseide zu beaufsichtigen und ihre Tochter Lisbeth steht damit alleine den Intrigen und schmutzigen Geschäften der anderen Siedenweberinnen gegenüber…
„Die Tochter der Seidenweberin“ schließt zeitlich einige Jahre später an die Geschichte von „Die Seidenweberin“ an.
Lange hatte ich auf diese Fortsetzung gewartet, da mir damals sowohl „Die Seidenweberin“ als auch „Das Heiligenspiel“ der Autorin sehr gut gefallen haben – jedoch bleibe ich nach der Lektüre dieses Werkes etwas ratlos, aber vor allem leicht enttäuscht zurück. Für mich ist „Die Tochter der Seidenweberin“ leider der bis jetzt schwächste Roman der Autorin.
Die Geschichte des Romans ist relativ leicht und linear, aber daher an sich nicht weniger spannend. In einem leicht zu lesenden Schreibstil schickt Ursula Niehaus ihre Leser quer durch das Köln des 16. Jahrunderts.
Vor allem interessant sind dabei die Schilderungen rund um das Geschäft der Seidenweberei und der Stoffherstellung. Man merkt der Autorin an diesen Stellen an, wie sehr sie Stoffe und ihre Geschichte liebt, weswegen ich diese Passagen wirklich gerne gelesen habe.
Die Geschichte wird vor allem von diesen Passagen zusammengehalten, da sie ihr einen roten Faden geben, der den Rest der Geschichte so nicht nur wie kleine Episoden dastehen lässt, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Es geschehen so viele und unterschiedliche Dinge, dass das Buch randvoll ist mit Ereignissen, so dass es einem nie langweilig zu werden droht. Leider stellt sich bei der temporeichen Geschichte auch eine Art „klinische Reinheit“ ein, denn große Gefühle beim Leser werden leider nicht geweckt. So wird man beispielsweise leider nicht von der Leidenschaft für Seide angesteckt und dass, obwohl beinah alle Figuren des Romans als Seidenmacher arbeiten.
Viele Charaktere der Geschichte sind historisch verbürgt. Zu diesen verliert die Autorin noch im Nachwort ein paar Worte, in denen sie unter anderem auch erklärt, welche Freiheiten sie sich in der Gestaltung der Geschichte genommen hat.
Es gibt vor allem zwei Gründe, wieso mir dieser Roman weniger gut gefallen hat:
Fygen unternimmt eine Reise nach Spanien. Die Schilderungen dieser Reise nehmen einen doch nicht unwesentlichen Teil des ersten Drittels des Romans ein. Die Reise und die Ereignisse dieser Reise sind ohne Ende beladen mit Klischees: So wird Fygen angegriffen auf dem Schiff, dass sie nach Spanien bringt und wird von einem natürlich blendend aussehenden Spanier beschützt und gerettet. Überflüssig zu erwähnen, dass genau dieser Spanier später noch eine besondere Rolle für Fygen spielen wird.
Nach den Schilderungen dieser Reise geht es unbeirrt mit Lisbeth weiter. Dieser Teil ist zwar weniger mit Klischees gespickt, jedoch gibt es auch hier einfach zu oft Dinge, die man als versierter Leser bereits voraus ahnt. Ebenso geht alles permanent positiv aus – egal für wen, egal für was. Ich fand dies schon ein wenig störend, da es für mich stark an der potenziellen Glaubwürdigkeit der Geschichte gekratzt hat.
Obwohl „Die Tochter der Seidenweberin“ für mich leider nicht der beste Roman der Autorin ist, ist er doch ein durchaus spannender und flüssig zu lesender Roman, der meiner Meinung nach einige Schwächen hat. Ich hoffe, dass der nächste Roman von Ursula Niehaus wieder deutlich stärker ist.
Meine Bewertung
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Vielen Dank dem Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars!
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