Die Säulen der Erde – Ken Follett
Verlag: Lübbe | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-404-11896-0
Seiten: 1296
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 10,99
ET: 10.1992
England 1123-1173
Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeschlachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: der Errichtung einer Kathedrale gegen die Mächte des Bösen. Er und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der „Säulen der Erde“ wird …
Meine Rezension
„Die Säulen der Erde“ habe ich anlässlich des Erscheinens der Fortsetzung „Die Tore der Welt“ nun zum zweiten Mal gelesen. Ich hatte es in guter Erinnerung und kann nun sagen: zu recht. Ken Folletts Stil gefiel mir auf Anhieb und ich war schnell mitten im Geschehen und in der Geschichte eingetaucht. Die Seiten fliegen trotz kleiner Schrift nur so dahin und es ist schwierig, das Buch aus der Hand zu legen. Der Autor hat ein großes Erzähltalent, keine Frage. Seine Beschreibungen von Orten und Figuren haben mir deutliche, sehr lebendige Bilder vors innere Auge gezaubert und eine wunderbare Atmosphäre geschaffen. Einzig bei architektonischen Detailbeschreibungen musste ich passen. Mit diesen konnte ich rein gar nichts anfangen und habe irgendwann darüber hinweggelesen, weil ich immer verzweifelt und vor allem vergeblich versucht hatte, mir das Beschriebene vorzustellen.
Die Handlung ist sehr spannend gestaltet, allerdings vielleicht ein klein wenig einfallslos im Aufbau. Denn immer planen die Missgünstigen und Machthungrigen irgendeine Intrige, die dann von den Gottgefälligen und Liebenswürdigen doch recht schnell entweder entlarvt oder verhindert wird oder ohne große Folgen bleibt. Nur selten bricht der Autor aus diesem Muster aus, was mich zum Ende hin dann doch etwas genervt hat. Allerdings ist Ken Follett sehr einfallsreich, was die Details der bösen Machenschaften und der auf den Fuß folgenden Lösungen angehen. Voraussehbar ist nie, wer was als nächstes genau plant und oft war ich restlos schockiert über die Skrupellosigkeit der Bösen und entzückt über den genialen Einfallsreichtum der Guten. „Die Säulen der Erde“ ist schon irgendwie ein Buch über den Kampf zwischen den Guten und den Bösen, und schrammt auch gelegentlich an schwarz/weiß Malerei vorbei, aber es wirkt dank der großartigen Figuren nie eindimensional. Auf jeden Fall hat es Ken Follett geschafft, das Mittelalter wieder lebendig werden zu lassen, mit all seinen Facetten. Dabei geht er schonungslos mit dem Leser um. Brutalität und Grausamkeit finden in diesem Roman genauso Platz wie Liebe und Freundschaft.
Meiner Meinung nach sind die Figuren die große Stärke des Autors. Sie haben mich alle fasziniert und einige sind mir sehr ans Herz gewachsen und wurden fast schon zu Freunden. Die Charaktere sind äußerst facettenreich und unglaublich lebendig. Man meint fast, sie sehen, hören und spüren zu können. In einigen konnte ich mich restlos verlieren. Ken Follett hat Figuren erschaffen, die sich einprägen, ja vielleicht sogar einbrennen. Prior Philipp z.B. war mir fast zehn Jahre lebhaft in Erinnerung, die ich nun nochmals aufgefrischt habe. Nicht viele Figuren schaffen es, so lange in meinem Gedächtnis zu überleben.
Das Ende hat mich leider ein wenig enttäuscht zurück gelassen. Für mich blieben einfach zu viele Fragen unbeantwortet, als dass ich zufrieden gewesen wäre und so wirkt es irgendwie nicht ganz rund. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, “Die Tore der Welt”…
Meine Bewertung
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