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Die Lautenspielerin – Constanze Wilken

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47300-7
Seiten: 608
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 08.2010

Das herzbewegende Schicksal einer jungen Hugenottin im Sachsen des 16. Jahrhunderts

1569: Die Hugenottin Jeanne, eine Lautenspielerin, und ihr Vater suchen Zuflucht in einem sächsischen Dorf. Die Dorfbewohner begegnen den Fremden mit Missgunst. Nur der schüchterne Heiler Gerwin verliebt sich in Jeanne, obwohl der Standesunterschied unüberbrückbar ist. Bald darauf geht Jeanne an den Dresdner und später an den französischen Hof – immer auf der Suche nach Förderern ihrer Lautenspielkunst. Als sie glaubt, endlich eine Heimat gefunden zu haben, wird sie in eine gefährliche Intrige verstrickt. Doch dann begegnet sie Gerwin wieder. Und das Schicksal von Jeanne und Gerwin wird sich in der blutigen Bartholomäusnacht entscheiden …

Meine Rezension

Das Spiel der Lautenspielerin ist ein ständiges auf und ab der Gefühle. Constanze Wilken erzählt hier in zwei Erzählsträngen zum einen das Leben der Lautenspielerin Jeanne und zum zweiten das des jungen Heilers Gerwin. Immer wieder treffen die Wege der Beiden auf einander und sie entwickeln Gefühle für einander. Diese Liebesgeschichte ist aber nicht so vordergründig, dass die eigentliche Handlung damit überladen wäre.

Jeanne flieht mit ihrem Vater aus Frankreich nach Sachsen, sie gehören dem Glauben der Hugenotten an, und muss auch dort erleben, dass die Menschen ihnen gegenüber nicht freundlich gesinnt sind. So wird sie von den Frauen  des Hauses, in welchem sie Zuflucht gesucht hatten, drangsaliert und missachtet. Allerdings begegnet ihr hier in diesem Dorf auch der junge Heiler Gerwin zum erstmal.

Gerwin ist ein Junge aus einer armen Familie der bei einem Medicus die Kunst des Heilens erlernt. Beide müssen das Heimatdorf Gerwins getrennt verlassen aber ihre Wege kreuzen sich immer wieder. Der Weg Jeannes führt sie zunächst nach Dresden und dann nach Paris. Die Autorin hat hier die schwierige Aufgabe gemeistert dem Leser zu vermitteln wie die politische Lage in dieser Zeit war. Es ist ihr, meiner Meinung nach gut gelungen die Zusammenhänge verständlich wiederzugeben. Die Lage zwischen Katholischem Glauben und dem Glauben der Protestanten/Hugenotten war nicht so einfach und auch ist auch nicht so leicht zu überblicken. Die Angespannte Atmosphäre dieser Zeit hat Fr. Wilken aber gut rübergebracht. So ganz nebenbei erfährt der Leser auch wie die Instrumentenbauer dieser Zeit arbeiteten. Sehr interessant fand ich die Darstellung wie man spezial eine Laute zusammensetzt.

Die Autorin hat die Charaktere ihrer Protagonisten wunderbar ausgearbeitet und lässt ihnen die nötige Zeit um im Laufe der Handlung zu wachsen. Jeanne und ihr Vater haben mir gleich von der ersten Zeile an gut gefallen, auch Gerwin brauchte nicht lang bis er sympathisch wurde. Es gibt noch einige mehr an liebenswerten Protagonisten, die dieses Buch so einem Lesevergnügen machten und mich eine Weile auf die Reise durch Sachen bis nach Paris begleitet haben.

Am Ende dieses Buch gibt es ein hilfreiches Glossar der damals geläufigen Begriffe so wie ein Personenregister, beides hilft den Leser den Überblick zu behalten. Außerdem gibt es von der Autorin ein ausführliches Nachwort in dem sie auf Fiktion und Wahrheit eingeht. So ein Nachwort lese ich immer sehr gern und gehört für mich bei einem historischen Roman einfach dazu.

Mein Fazit

„Die Lautenspielerin“ ist ein historischer Roman über eine schwierige Zeit, der wunderbar ausgearbeitet ist und dem Leser einen tollen Einblick in das 16 Jahrhundert gewährt. Für jeden Liebhaber dieses Genre und für jene die es werden möchten kann ich „Die Lautenspielerin“ nur empfehlen.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Karin Speck
Rezensentin

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