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Die Konfektmacherin – Kirsten Schützhofer

Verlag: Diana Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3453354401
Seiten: 595
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 07.2010
Frankreich 1685: Fast täglich besucht Cathérine den alten Nougatmacher Pierre, um ihrem Traum von einem eigenen Süßigkeitenstand auf dem Markt näher zu kommen. Als Cathérines Familie wegen ihres protestantischen Glaubens verhaftet wird, sie selbst aber fliehen kann, wird ihr Rezeptbuch ihr wertvollster Besitz. Als Konfektmacherin macht sie sich einen Namen. Doch der Ruhm ihres Nougats bringt auch die Verfolger ihrer Familie auf ihre Spur…

Meine Rezension

1685 in Frankreich: die junge Catherine kann sich nichts schöneres vorstellen,als den ganzen Tag in der Küche zu stehen und Süßspeisen herzustellen.
Doch Catherine und ihre Familie sind sogenannte Reformierte und werden vom König nicht geduldet. Sie sind beinah vogelfrei und so kommt es, dass ihre Familie einies Tages fliehen muss: während ihre ältere Schwester verhaftet wird, kann Catherine mit ihrer jüngeren Schwester und ihrem Verlobten fliehen.
Doch sie verlieren sich auf der Flucht und Catherine und ihre Schwester sind alleine, finden einen Job und versuchen, ein normales Leben zu führen.
Noch nichts ahnend, dass ihre Vergangenheit sie einholen wird….

Zuerst einmal: ich bin heilfroh, dass ich noch die beiden ersten Romane der Autorin ungelesen im Regal stehen habe, denn bis der nächste Roman erscheint, wird es sicher eine ganze Weile dauern. Und diese Weile könnte lange werden, denn die Romane von Kirsten Schützhofer machen regelrecht süchtig: sie sind spannend, abwechslungsreich und farbenprächtig.

So auch ihr neuster Roman Die Konfektmacherin.
Die Autorin führt den Leser in ein Frankreich, in dem es brodelt und viele Menschen um ihr Leben fürchten müssen und das nur, weil sie nicht dem rechten Glauben angehören….

Das Schicksal der Familie Jospin ist dabei nur eines von vielen. Doch durch deren Schicksal erhält man einen kleinen Einblick in das Leben und die Ängste jener Familien, die nicht katholisch sind.

Die ganze Geschichte ist flüssig und spannend geschrieben, was es sehr leicht macht, dass Buch wirklich auch sehr schnell zu verschlingen.
Die Personen tun dabei ihr übriges: alle sind auf ihre Weise sympathisch und haben ihre Ecken und Kanten. Es macht richtig Spaß sie kennen zulernen und sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Geschmückt wird dies alles durch drei Liebesgeschichten, die jedoch alle drei immer nur nebenher laufen, und sich nicht nie in den Vordergrund drängen. Es wird so zu keiner Zeit kitschig, und so verfolgt man gerne wie sich diese Beziehungen entwickeln.

Besonders gut gefallen hat mir ein Thema in dem Roman, dass nie direkt angesprochen wurde, sondern immer nur unterschwellig zugegen war, aber dennoch nicht minder wichtig ist: Reden.
Vieles, was den Protagonisten widerfährt, wäre nicht passiert, wenn sie miteinander offen und ehrlich reden würden.
Es geht also auch um die Sprachlosigkeit und ihre Folgen.

Unterm Strich hat mir dieser Roman ausgesprochen gut gefallen. Die Konfektmacherin ist ein richtiger Schmöker, der dazu einlädt sich aufs Sofa zu kuscheln und in eine andere Zeit und Welt einzutauchen.
Eine Empfehlung wert!


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1 Kommentar zu „Die Konfektmacherin – Kirsten Schützhofer“

  • LadyKafka:

    Meine Meinung:
    Kirsten Schützhofer  ist einer der Autorinnen deren Romane ich mir im Grunde blind kaufe weil sie mir alle – manchmal mehr, manchmal weniger- immer gefallen haben.
    Das Thema der Hugenottenverfolgung fand ich zu dem recht spannend, den Rahmen kenne ich zwar aus dem Studium aber einzelne Schicksale ein wenig kennen zu lernen bedeutet ja schon noch mal etwas anderes. Schnell merkt man, dass auch in „Die Konfektmacherin“ wieder  eine gute Portion Recherchearbeit eingeflossen ist, was ich gerade bei historischen Romanen enorm wichtig finde. Zu dem liefert auch der Anhang und das Nachwort der Autorin ein paar Hintergrundinformationen die das gelesene in den Kontext rücken.
    Der Roman ist  sehr lebendig erzählt, so dass man sich die beschriebenen Orte sehr genau vorstellen kann. Man hat mehr als einmal das Gefühl mitten im Gedränge des Marktes oder zwischen den Töpfen und Pfannen einer Küche zu stehen und sogar  die Gerüche wahr zu nehmen.
    Jetzt komm jedoch das Große Aber…
    Wenn ich “Die Konfektmacherin” mit den anderen Romanen der Autorin vergleiche, muss ich sagen dass mir letzterer bisher am wenigsten gefällt. So gefällt mir z.B. Die Kalligraphin  sehr viel besser obwohl ich sie damals während dem Lesen auch eher als gut aber nicht sehr gut empfunden habe. Ich fand die Entwicklungen in der Kalligraphin vielschichtiger und zum Teil auch eindringlicher. Catherine muss zwar einiges ertragen aber irgendwie… ich weiß nicht, es läuft einiges so glatt. Selbst als sie eigentlich in großer Gefahr ist nehm ich ihr die Angst nicht so recht ab. Es findet sich zu schnell eine Lösung. Ich glaub fast  mir ist „Die Konfektmacherin“ zu positiv geraten.  Ich finde Kirstens Bücher gerade deshalb meist so toll weil es nicht immer alles auf ein gutes Ende zusteuert,  hier löst sich für mich einfach zu vieles in Wohlgefallen auf, das ist mir zu viel des Guten. Der letzte Funke sprang einfach nicht über, obwohl ich keinen Grund hatte den Roman abzubrechen.

    Die Figuren selbst … eigentlich konnte ich persönlich nur mit Adrien (einem der “Bösewichte” im Roman) wirklich etwas anfangen. Er ist für mich die Figur mit den meisten Facetten, auch wenn er nicht der Sympathieträger in der Handlung ist.
    Catherine war für mich zwar Stellenweise durchaus sympathisch aber sie hat einige Züge an sich mit denen ich einfach nicht sehr viel anfangen konnte. Ich mochte sie schon, aber so richtig berührt hat sie mich insgesamt betrachtet nicht. Auf einigen Seiten hätte ich sie gerne schütteln mögen… Ihre Schwester Julie kommt mir definitiv zu kurz und gerade über die hätte ich viel mehr lesen wollen. Einige Entwicklungen was das Beziehungsgeflecht der beiden Schwestern angeht fand ich da nicht so gelungen und irgendwie bleibt bei mir der Eindruck zurück das hier Potential verschwendet wurde.
    Luc ist und bleibt für mich die Figur mit der ich so gar nicht konnte. Ich mochte ihn einfach nicht, obwohl eigentlich eine sehr positive Figur ist. Ich glaube er war mir letztendlich irgendwie zu glatt oder seine Entwicklung war mir zu langweilig.
    Und nochmal ein aber^^
    Ich habe ja doch einiges gefunden das mich gestört hat.  Zu Ende gelesen habe ich trotzdem – was sicherlich auch zeigt das ich den Roman nicht als Schrott abtun würde. Gerade der Erzählstil an sich hat mir wie immer gefallen und an einigen Stellen wurde ich ja schon sehr in die Handlung gezogen und hatte sehr viele Bilder dazu im Kopf.

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Rebecca Marbaise
Redaktion

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