Der Purpurhimmel – Laila El Omari
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426506745
Seiten: 711
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9, 99
ET: 03.2011
1778: Das Leben der Offizierstochter Olivia Kilbourne ändert sich schlagartig, als ihr Vater nach Gibraltar versetzt wird. Ihre Eltern entzweien sich, ihre Geschwister scheinen etwas vor ihr zu verbergen, und der Offizier Sir John Retallick drängt sie in eine Ehe. Trotz der Unnahbarkeit, die ihn umgibt, verliebt sich Olivia in ihn. Als es zur Belagerung von Gibraltar kommt, spitzt sich ihr Schicksal jedoch dramatisch zu. Ein düsteres Geheimnis verbindet John und ihre Familie, und Olivia wird hineingezogen in ein Spiel um Vergeltung, Intrigen und Verrat.
Meine Rezension
Als Olivia Kilbourne mit ihrer Familie im Sommer 1778 in Richtung Gibraltar aufbricht, kommt ihr dies wie eine Strafe vor: Sie will eigentlich lieber in England bleiben, bei ihren Freundinnen, in ihrer Heimat und so ist sie ihrem neuen Leben alles andere als aufgeschlossen.
Die junge Frau ahnt noch nicht, dass die Halbinsel, die erst seit rund 70 Jahren zu Großbritannien gehört, ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird: Denn Sir John Retallick zwingt Olivia in eine Ehe und zieht sie so in einen Sumpf aus Hass, Rachsucht, Intrigen und Verrat.
„Der Purpurhimmel“ ist der erste Roman, den ich von Laila El Omari gelesen habe, aber es wird definitiv nicht mein Letzter sein
Von Anfang an hat mich die Sprache der Autorin in den Bann gezogen: Bereits die ersten Worte sind klangvoll, kräftig und dennoch sanft. So fällt nicht nur der Einstieg in den Roman besonders leicht, denn die Seiten fliegen nur so dahin. Auch der Verlauf der restlichen 700 Seiten wird so regelmäßig wie Wellen, die in einem gemäßigten Rhythmus gegen die Felsen Gibraltars schlagen.
Neben der Sprachgewalt besticht der Roman durch seine Figuren.
Man lernt in erster Linie Olivia Kilbourne kennen, die Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist. Zu Beginn ist sie noch schüchtern, naiv und unbeholfen. Doch mit jeder Seite und jeder neuen Erfahrung merkt man, wie sich Olivia verändert, wie sie erwachsen und auch reifer wird.
Beinah ebenso interessant wie Olivia sind ihre Geschwister Stanley und Ruby, sowie ihr späterer Ehemann John Retallick. Diese drei Figuren bleiben jedoch fast bis zum Schluss Figuren mit Konturen, die darauf warten ausgefüllt zu werden. Man weiß in erster Linie nur, dass diese drei eine gemeinsame Vergangenheit verbindet und das dieses Band auch noch in Gibraltar besteht. Doch was genau das Geheimnis der drei ist, erfährt man nur in Bruchstücken während man der Handlung auf der Insel folgt. Ergänzt wird diese immer wieder durch Rückblenden, die nach und nach das Bild vervollständigen.
Der Fokus liegt während des gesamten Buches auf den Protagonisten, aber die Autorin flechtet auf eine unaufdringliche Art auch historisches Geschehen mit ein: So erleben die Protagonisten die Blockade durch Spanien zum Endes des 18.Jahrhunderts. Die Autorin gewährt dabei Einblicke in das Leben der Bevölkerung, die unter der Blockade leiden musste, erklärt, wie das Militär arbeitete, um die Insel zu verteidigen und wie man versucht hat, die Spanier zu bezwingen.
Als Leser hat man so die Gelegenheit tief in die Kargheit der Insel und in das Leben auf der Insel einzutauchen. Ich habe mich zu jeder Zeit den Protagonisten nah gefühlt und war wirklich tot traurig, als ich das Buch beenden hatte.
Ich wäre gerne länger auf Gibraltar geblieben und habe nur ungern das Schiff Richtung Realität bestiegen.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Droemer/Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars!
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