Der Minnesänger – Tim Pieper
Verlag: Heyne | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-47099-6
Seiten: 477
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 08,95
ET: 01.2010
Es ist ein Privileg, als Sohn eines unfreien Lehnsherrn in einem Kloster ausgebildet zu werden. Hartmann von Aue weiß das zu schätzen. Als sich der junge Mann in die Nachbarstochter Judith verliebt, lernt er das Harfespielen nur, um seiner Angebeteten ein Lied zu singen. Bis der Minnesänger sie wiedersieht, vergehen Jahre voller Sehnsucht und Gefahren. Jahre, die den Ritter auf den Kreuzzug führen und die zu Unrecht des Giftmordes beschuldigte Heilerin in den Kerker. Wird er ihr je von seiner Liebe singen können?
Meine Rezension
Hartmann von Aue wird Anfang des 13.Jahrhunderts als zweiter Sohn eines unfreien Lehnsherrn geboren. Also solchem bietet seine Zukunft nicht viele Möglichkeiten und doch schafft es sein Vater ihn in eine Klosterschule zu schicken und dort ausbilden zu lassen.
Nicht zuletzt dank seiner Liebe zur Nachbarstochter Judith, widmet sich Hartmann immer mehr der Musik und schreibt Lieder für seine Angebetete.
Doch den beiden steht ein langer, steiniger Weg bevor…
Mit seinem Debutroman „Der Minnesänger“ entführt der Autor Tim Pieper den Leser in das Mittelalter und lässt ihn am Leben eines großen deutschen Epikers teilhaben.
Der Einstieg in den Roman fällt sehr leicht: Man lernt direkt Hartmanns Vater kennen und erlebt ihn und seine Familie ab der Geburt des Sohnes.
Auf den ersten Seiten des Romanes ist es vor allem die Familie des jungen Hartmann, die im Vordergrund steht und so einen Einblick in das damalige Leben vermitteln. So lernt man auch sehr leicht zu verstehen, wieso der kleine Dichter in eine Klosterschule gehen muss und so fernab von der Familie groß wird.
Nebenbei, in einem zweiten Handlungsstrang, erfährt man immer mehr von Judith, die zusammen mit Hartmann aufwuchs und sich selbst einen Weg ins Leben erkämpfen muss.
Es kommt immer wieder zu Zusammentreffen der beiden Liebenden und man spürt selbst, wie sich die beiden nacheinander verzehren, aber Hindernisse ihnen ein Zusammensein verbauen: Judiths Ehe und seine Verpflichtungen am Hofe des Herzogs.
So hätte sein Leben verlaufen können…
Es gibt nur wenige Quellen zum Leben des Epikers Hartmann von Aue. Tim Pieper hat diese Quellen genutzt und ein lebendiges Leben eines Dichters entworfen, der wegweisend für die deutsche Dichtung war. Es ist ein Leben, so wie es hätte sein können und auf jeder Seite des Romans glaubhaft erscheint.
Es ist dem Autor vor allem gut gelungen, Themen aufzunehmen, die auch in der Epik Hartmanns immer wieder aufkommen: Liebe, Ehre und Treue. So schafft er einen wunderschönen Bogen zu den Werken des Dichters.
Ich bin gespannt, was wir als nächstes vom Autor lesen dürfen, aber egal, was es sein wird: ich bin mir sicher, dass er diese Geschichte genau so spannend und liebevoll gestallten wird, wie diesen Roman.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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