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Der Glasmaler und die Hure – Michael Wilcke

Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-7466-2203-3
Seiten: 358
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 2005

Während katholische Truppen das feindliche Magdeburg belagern, wird Martin, ein tüchtiger Glasmaler, überfallen und seine Frau getötet. Ausgerechnet Thea, seine Jugendliebe, die sich als Hure verdingen muss, rettet ihn aus der brennenden Stadt. Obwohl sie alles tut, ihn von seinen Plänen abzubringen, machte Martin sich daran, den Mörder seiner Frau zu finden.

Meine Rezension

Der Glasmaler und die Hure ist in einem leicht zu lesenden Stil geschrieben. Der Autor Michael Wilcke hat es geschafft, in kurzen Sätzen das ganze Grauen des 30jährigen Krieges zu packen. Die Person des Glasmalers Martin Fellinger  und seiner Jugendliebe Thea,  die mittlerweile als  Hure arbeitet, waren mir von Anfang an sympathisch. Ich habe sehr mit ihnen gehofft und gelitten.

Das Buch ist in 4 Teile gegliedert. Im ersten Teil lernte ich die Protagonisten kennen. Der Autor schildert das Leben in der belagerten Stadt Magdeburg anno 1631, was ihm sehr realistisch gelungen ist. Und ich erlebte die Zerstörung Magdeburgs und das Grauen, das damit einherging. Ich bin wirklich froh, nicht in dieser grausamen Zeit gelebt zu haben. Der zweite Teil spielt sich im Tross der Schweden ab. Auch hier schildert Michael Wilcke in knappen Sätzen, das anstrengende Leben im Krieg und im Trosslager. Es ist ihm gut gelungen, die Existenzängste und Not der Menschen zu vermitteln. Trotzdem schafft er es immer wieder, dem Leben auch die positiven Seiten abzugewinnen und uns daran teilhaben zu lassen. Zeitweise ist es aber nichts für schwache Nerven, da auch auf die medizinische Versorgung eingegangen wurde und die Ärzte damals nun mal nicht zimperlich sein durften.

Im dritten Teil versucht Martin nun, die Mörder seiner Frau zu finden und Rache zu üben. Dem Autor ist es gelungen, die seelischen Qualen die Martin durchlebte glaubhaft dazustellen. Ich habe sehr mit ihm gelitten.

Im vierten und letzten Teil findet Martin zu sich selbst zurück und versucht einen Weg zu finden, um mit dem Krieg zurechtzukommen. Auch hier hat der Autor die richtigen Worte gewählt, um sein Leben und seine Beziehung zu Thea glaubwürdig darzustellen. Während des ganzen Buches ging nichts von der Spannung am Anfang verloren, im Gegenteil. Außerdem erfährt man hier so ganz nebenbei noch ein paar Details aus dem 30 jährigen Krieg, was ich sehr interessant fand.

Am Ende geht Michael Wilcke in einem kleinen Nachwort noch einmal auf Wahrheit und Fiktion ein, und außerdem gibt es noch ein kleines Glossar der damals gebräuchlichen Wörter. So etwas gefällt mir immer gut. Der Glasmaler und die Hure hat mir von der ersten bis zur letzten Zeile sehr gut gefallen, ich hatte tolle Lesestunden. Ich kann den Roman nur jedem empfehlen, der gute historische Romane mag.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Karin Speck
Rezensentin

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