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Der Fluch der Hebamme – Sabine Ebert

Marthe-Reihe, Teil 4

Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50606-6
Seiten: 716
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99
ET: 11.2010

Freiberg 1189

Fast fünf Jahre sind seit Christians Tod vergangen, und Marthe und Lukas leiden immer noch unter dem Verlust des Geliebten und Freundes. Außerdem naht unaufhaltsam der Tag, an dem der grausame Albrecht, der älteste Sohn des Markgrafen Otto, die Regentschaft über die Mark Meißen übernehmen wird. Trotz der Gefahr wollen Marthe und Lukas nicht fliehen, denn sie müssen Christians Vermächtnis erfüllen und sich um die mittlerweile fast erwachsenen Kinder kümmern: Clara soll heiraten, obwohl sie heimlich in den jüngeren Sohn des Markgrafen verliebt ist, und Thomas träumt davon, sich Kaiser Barbarossas Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen, ohne zu ahnen, was ihn dort erwarten wird …

Meine Rezension

„Der Fluch der Hebamme“ ist der vierte Band um die Hebamme Marthe und ihre Familie. In einem leicht zu lesenden Stil entführt uns Sabine Ebert wieder in die Silberstadt Freiberg und nach Meißen. Diesmal geht es außerdem mit Kaiser Friedrich Barbarossa auf den Kreuzzug nach Jerusalem. Ein Teil von Marthes Kindern ist inzwischen zu eigenständigen Charakteren herangewachsen und es hat Spaß gemacht, Thomas, den Sohn von Christian und Marthe, und Roland auf ihren Wegen zu begleiten.
In einem zweiten Erzählstrang erlebte ich nun, wie Markgraf Otto sich gegen seinen fiesen Sohn Albrecht behaupten musste und wie auch Marthe und Lukas, sowie Clara, die ebenfalls ein Kind von Christian und Marthe ist, sich eben gegen diesen wehren mussten. Ein bisschen hatte ich so die Befürchtung, dass der Autorin nun langsam doch die Ideen ausgehen müssten und sich die Handlungen wiederholen würden. Aber diese Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Auch jetzt noch waren die Handlungen glaubwürdig geschildert und interessant zu lesen. Was sicherlich auch daran liegt, dass sich Fr. Ebert sehr intensiv mit dieser Epoche auseinandergesetzt hat und die geschichtlichen Komponenten hier gut mit eingebaut sind und dadurch der Eindruck entstanden ist, so könnte es durchaus gewesen sein. Außerdem dreht sich die Handlung nicht ausschließlich um die Mark Meißen, sondern es geht auch ins heilige Land. Ich fand diese Idee, die Kreuzzüge mit einzubauen sehr gut, dadurch kam noch etwas mehr Spannung ins Buch. Zumal die Kreuzzüge für die damalige Zeit ja auch ein wichtiger Bestandteil sind.

Somit war Marthe auch nicht unbedingt mehr die Hauptperson. Es war irgendwie, wie im Leben, mit den Jahren übernehmen die Kinder die Aufgaben der Eltern. Dieses wachsen in sich hat mir gut gefallen.
Einzig die ständigen Rückblenden am Anfang haben mich beim Lesen etwas gestört, da ich ja die vorherigen Bände alle gelesen habe und somit wusste um was es geht. Für jemanden der diese Bücher nicht kennt, sind die Rückblenden aber durchaus ausreichend, um sich zu Recht zu finden.
Auch ist diese Fortsetzung, trotzt Schlachtenszenen mit den gegnerischen Heeren, nicht ganz so brutal geschildert wie ihre Vorgänger, was ich durchaus positiv finde. Überhaupt fand ich, dass die einzelnen Charaktere wie Marthe, Lukas und nun auch die Kinder an Tiefe gewonnen haben. Ich freue mich schon auf den fünften und wohl leider auch letzten Band der Hebamme, der im nächsten Jahr erscheinen wird. Ich jedenfalls hatte auch mit diesem Band wieder einige nette Lesestunden und fühlte mich gut unterhalten.

Erwähnen möchte ich noch, dass es in diesem Band so einige Extras gibt. So befinden sich vorn ein Personenregister und diesmal auch eine Karte Europas auf die der Weg des Kreuzzuges eingezeichnet ist. Im hinteren Teil sind wie auch schon bei den Vorgängern eine Zeittafel und ein Glossar. Diesmal gibt es außerdem noch einen kleinen Bericht, wie die Fotos für die Cover entstanden sind. Dieses ganze Zusatzmaterial fand ich schon sehr hilfreich.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Karin Speck
Rezensentin

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