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Der Falke von Montabard – Elizabeth Chadwick

Nachfolger von “Die normannische Braut”

Verlag: blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-36777-1
Seiten: 574
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 7,00
ET: 09.2007

Barfleur 1120

Der verwegene Krieger Sabin FitzSimon, unehelicher Sohn eines normannischen Grafen, hat soeben seinen guten Ruf verspielt. Da macht ihm Ritter Edmond Strongfist das Angebot, ihn ins Heilige Land zu begleiten, um dort dem König von Jerusalem in einer schwierigen Zeit beizustehen. Sabin ist hoch erfreut, sah er doch einer düsteren Zukunft entgegen. Mit auf die Reise geht Strongfists schöne und kluge Tochter Annaïs. Als Sabin die Witwe des Königs heiraten muss, spüren Annaïs und er jedoch, dass sie mehr als nur Zuneigung füreinander empfinden …

Meine Rezension

„Der Falke von Montabard“ erzählt die Geschichte von Sabin FitzSimon, dem unehelichen Sohn von Simon de Senlis aus „Die normannische Braut“. Sabin verlässt 1120 England Richtung Jerusalem, als die Skandale um ihn und seinen Lebenswandel beginnen, sein Leben zu bedrohen. Er schließt sich Strongfist und seiner Tochter Annaїs an, die das gleiche Ziel haben. Bald wird klar, dass die Sarazenen sich keineswegs geschlagen gegeben haben und kleinere und größere Übergriffe der heimischen Krieger lassen die christlichen Ritter im Königreich Jerusalem ständig um ihr erobertes Land kämpfen, unter ihnen sind auch Sabin und Strongfist…

Auch wenn dieser Roman eine lose Fortsetzung von „Die normannische Braut“ ist, ist es nicht notwendig diesen vorher gelesen zu haben. Die Informationen die für „Der Falke von Montabard“  wichtig sind, werden dem Leser durch Sabins Erinnerungen nahe gebracht und genügen vollkommen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, was ich von diesem Roman halten soll. Einerseits ist „Der Falke von Montabard“ ein sehr solides Buch, mit interessantem historischem Hintergrund und scheint auch gut recherchiert zu sein, andererseits hinterlässt der Roman bei mir keinen besonders bleibenden Eindruck.

Sprachlich musste ich mich erst ein wenig einlesen und nach einer Weile empfand ich den Stil als recht flüssig. Schön fand ich, dass Elizabeth Chadwick auf jegliche moderne Begriffe verzichtet hat, zumindest ist mir nichts ins Auge gesprungen. Die Dialoge waren rund und stimmig. Manchmal waren sie derart humorvoll, dass ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Die Handlung ist spannend und meistens in sich stimmig. Hier und da kam mir etwas nicht ganz logisch und widersprüchlich vor, aber das hielt sich zum Glück in Grenzen. Leider empfand ich einige Szenen als zu einseitig beschrieben. Ein „Rundumblick“ – bei den Schlachtszenen zum Beispiel – hätte sicherlich nicht geschadet und der Spannung und Anschaulichkeit einen Gefallen getan. Allerdings hat Elizabeth Chadwick den historischen Hintergrund sehr gekonnt und glaubwürdig mit der fiktiven Geschichte um Sabin FitzSimon verwoben. Daran lässt sich nicht rütteln. Die historischen Ereignisse fand ich sehr interessant, nur leider waren sie mir persönlich manchmal zu kurz gefasst. Es bleiben zwar kaum Fragen offen, aber mehr Details hätten der Geschichte gut getan. Auch hätte es mir besser gefallen, wenn die Autorin das damalige Leben und den Alltag ein wenig mehr  beschrieben hätte. Es ergibt sich zwar ein Bild, aber in meinen Augen kein allzu lebendiges. Vielleicht hinterlässt der Roman daher nicht den bleibenden Eindruck, den ich mir gewünscht hätte.

Die Figuren sind facettenreich und lebendig, auch wenn ich mir nicht alle Personen deutlich vorstellen konnte. Meine Lieblingsfigur ist eindeutig Strongfist, der die meiste Persönlichkeit ausstrahlt.  Aber auch Sabin und Annaїs haben sich einen Platz an Strongfists Seite verdient, allein durch ihre Wandlungsfähigkeit. Neben den Protagonisten, hat sich die Autorin aber auch Mühe bei ihren Nebenfiguren gegeben, die es mit ihren Macken und Schrullen leicht bei mir hatten. Beeindruckt haben mich die historischen Persönlichkeiten, wie z.B. Balduin II. und  seine Ehefrau Morphia von Melitene.

In ihrem Nachwort beschreibt Elizabeth Chadwick welche historischen Ereignisse sie sich zurecht gebogen hat, wie es tatsächlich war und rundet damit das Gesamtbild ab. Ich persönlich habe eine Karte der Region vermisst und auch eine Zeittafel hätte mir gut gefallen, da es im Roman sehr selten Jahresangaben gibt und man als Leser versuchen muss, aus dem Kontext ein zeitliche Einordnung herauszulesen.

Insgesamt hat mir „Der Falke von Montabard“ gut gefallen. Auch wenn ich das Buch nicht ewig in Erinnerung bleiben wird, hat es mich doch neugierig auf weitere Romane dieser Zeit gemacht und mich kurzweilig und gut unterhalten. Eine abschließende Bewertung fällt mir äußerst schwer und ist keine  reine Entscheidung des Kopfes, sondern auch des Bauches.

Meine Bewertung



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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Melanie Vogelsang
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