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Das Lächeln der Fortuna – Rebecca Gablé

Waringham-Saga, Teil 1

Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3-404-13917-0
Seiten: 1196
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
€ 9,99
ET:
11.1997

England 1360

Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, zählt der zwölfjährige Robin zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft.
Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe – und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber …

Meine Rezension

Mittlerweile habe ich den ersten Teil der Waringham-Trilogie nun dreimal gelesen und auch nach dem dritten Lesen hat sich rein gar nichts an der Begeisterung für diesen wunderbar spannenden Roman geändert. Meiner Meinung nach zählt „Das Lächeln der Fortuna“ zu den besten historischen Romanen überhaupt.

„Das Lächeln der Fortuna“ packt mich jedes Mal aufs Neue von der ersten Seite an und lässt mich erst auf der letzten wieder los. Obwohl es über 1000 Seiten lang ist, verliert das Buch nie an Spannung, im Gegenteil, zwischendurch drohte ich immer wieder wegen angehaltenen Atems zu ersticken. Sobald eine brenzlige Situation gemeistert ist, steuert eine der zahlreichen Figuren garantiert auf eine neue Katastrophe zu. Dabei wirkt es aber nie konstruiert, sondern so realistisch wie ein spannender Roman nur sein kann.

Die Figuren sind allesamt wunderbar facettenreich und strahlen eine Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit aus, als wären sie tatsächlich real. Die „Guten“ haben genauso ihre schlechten Eigenschaften wie die „Bösen“ gute haben, somit verzichtet Rebecca Gablé im ganzen Roman auf eine Schwarz-Weiß-Zeichnung. Selbst die Nebenfiguren sind äußerst detailreich gezeichnet. Die historischen Persönlichkeiten bindet die Autorin glaubhaft in die Handlung ein. Das war sicherlich nicht einfach, spielt der Lehnsherr von Robin z.B., John of Gaunt, doch eine sehr große Rolle. Viele historisch belegte Figuren finden sich in diesem Roman wieder und agieren glaubwürdig gemeinsam mit den erfundenen Charakteren. Hier das fiktive mit dem realistischen zu verbinden scheint der Autorin großartig gelungen zu sein, zumindest für einen Laien wie mich.

Ich kann immer wieder wunderbar in diesen Roman eintauchen, erlebe alles mit und bin nie stiller Beobachter. Viele der Figuren sind mir unheimlich ans Herz gewachsen und der Abschied von ihnen fällt mir noch immer schwer. Wut, Freude und Trauer, jedes Gefühl teile ich mit jeder Faser meines Körpers. Nicht selten muss ich lachen, aber auch Tränen fließen jedes Mal aufs Neue. Nicht viele Romane können mich emotional so packen wie „Das Lächeln der Fortuna“.

Eine Karte von England, ein kurzes Nachwort, sowie Stammbäume und Zeittafel runden diesen grandiosen Roman perfekt ab und lassen keine Wünsche offen.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern +


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1 Kommentar zu „Das Lächeln der Fortuna – Rebecca Gablé“

  • Ladykafka:

    Hier meine Meinung:

    Obwohl Rebecca Gablé ihre Geschichte über 1020 Seiten erzählt wir keine Seite langweilig. Ihre Erzählweise ist so lebendig als ob man neben den Figuren des Romans stehen würde und sie nur an zu fassen bräuchte. Geschickt verwebt sie das Leben des fiktiven Robin of Wahringham mit den tatsächlichen historischen Begebenheiten und Gestalten. Man folgt Robin durch sein Leben als Jugendlicher bis hin zum älteren Erwachsenen Mann. So umspannt der Roman auch gleich mehrere Jahrzehnte englischer Geschichte. Doch auch hier kann die Autorin glaubhaft vermitteln das diese Jahre tatsächlich vergangen sind – ohne das sie dabei ins episodenhafte Erzählen verfallen würde.

    Robin selbst ist eine Figur die mir persönlich schnell ans Herz wuchs. Man erfährt sehr viel über seine inneren Beweggründe und Gefühle, so fällt es natürlich leicht sich mit ihm zu identifizieren und/oder ihn zu mögen. Er ist eine starke Persönlichkeit die sich nicht unterkriegen lässt, auch dann nicht wenn alles verloren zu sein scheint.
    Der Focus liegt natürlich eindeutig auf ihm, wenn auch seine Familie durchaus eine wichtige Rolle spielt, ab und an hätte ich mir etwas mehr Gegengewicht gewünscht. Vor allem Mortimer kommt für meinen Geschmack zu kurz. Gerade die ein oder andere Wendung was ihn betrifft konnte mich nicht völlig überzeugen. Zu dem, obwohl Robin sehr viel einstecken muss, kommt er letztendlich immer wieder aus allem heraus, er steuert Zielgerade auf ein Happy End zu. Einerseits ist es ihm zu gönnen andererseits hätte ich mir gewünscht das es ihm etwas weniger einfach gemacht würde. Ich hatte öfter das Gefühl das Ganze ging zu einfach und zu schnell. Dies kann ich der Autorin jedoch verzeihen. Der Grund liegt in ihrer packenden Erzählweise und eben darin das der Roman es schafft zu unterhalten und zu fesseln ohne streckenweise langweilig oder langatmig zu werden.

    Da ich über die Zeit die Gablé beschreibt auch nicht allzu viel weiß konnte mich der Roman anregen, das ein oder andere genauer nach zu lesen. Gerade hier lohnt es sich meiner Meinung nach etwas mehr Hintergrundwissen zu besitzen.

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Melanie Vogelsang
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