Bis ans Ende der Meere – Lukas Hartmann
Verlag: Diogenes | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-257-24024-5
Seiten: 472
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 11,90
ET: 07.2010
Im Juni 1776 schifft sich der junge Zeichner John Webber in Plymouth (England) zur dritten Weltumsegelung auf dem Dreimaster ›Resolution‹ ein. Kapitän ist James Cook. Webber quartiert sich in der Kajüte ein, in der Georg Forster auf Cooks zweiter Weltumsegelung Tagebuch führte. Webber wird zum Vertrauten von Captain Cook, stirbt beinahe und begegnet seiner großen Liebe. Vier Jahre später kommt Webber zurück, gezeichnet von den Strapazen der Reise. Die Sehnsucht nach der Südsee wird ihn nie mehr loslassen. Captain Cook, der aufgebrochen war, um die Nordwestpassage durchs arktische Eis zu finden, kehrt nicht heim. Was war geschehen? Ein spannender historischer Roman um den rätselhaften Captain James Cook und zugleich die Entwicklungsgeschichte eines jungen englischen Malers mit Schweizer Wurzeln.
Meine Rezension
1776: Der junge John Webber wird als Maler für Cooks dritte Weltumseglung angeheuert. Seine Aufgabe ist klar: er soll die Reise in Bildern dokumentieren und sie so für die Daheimgebliebenen fassbar machen. Doch er soll auch ganz klar eines: dafür sorgen, dass Cook und seine Mannschaft in einem guten Licht dastehen.
Doch Webber wird bald klar: so tadellos, wie alle denken, wird diese Weltumseglung nicht laufen…
Lukas Hartmann erzählt in Bis ans Ende der Meere die dritte Weltumseglung des legendären Captain James Cook. Auf dieser Weltumseglung wird es dem Leser möglich in fremde Welten einzutauchen und selbst zum Entdecker zu werden.
In einer klaren und schnörkellosen Sprache erzählt der Autor die Geschichte vor allem aus der Sicht von John Webber, der zum ersten Mal auf einem Schiff ist.
Bei der Wortwahl und dem Satzbau ist Hartmann sehr klar und strukturiert. Und dennoch schafft er es, trotz dieser Klarheit, dass seine Geschichte nicht kalt wirkt. Die Worte umspielen einen fast wie Wellen.
Die Geschichte wird erzählt in Tagebucheinträgen und Briefen Webbers, sowie beschreibenden Passagen durch einen außenstehenden Erzähler. Letztere halten sich aber stark in Grenzen. So erfährt der Leser alle Ereignisse vor allem durch John Webber und seine Einträge. Dies allein lässt die Geschichte schon von Beginn an sehr authentisch wirken und man hat wirklich das Gefühl, man sei dabei gewesen.
Sehr schön ist übrigens der Rahmen, den Hartmann der Geschichte gibt: Man begegnet Webber das erste Mal, als er bereits wieder zurückgekehrt ist und das erste Mal die Witwe Cooks aufsucht, um ihr ein Portrait ihres Mannes zu übergeben. Auch zum Schluss besucht man mit Webber erneut Mrs Cook.
Dieser Rahmen hält das Buch zusammen und gibt ihm einen roten Faden. Zusätzlich leitet diese letzte Begegnung langsam das Ende des Romans ein und gibt dem Leser so Zeit sich langsam von der Abenteuerreise zurück nach Hause zubewegen.
Am Ende des Romans erfährt man in einem Nachwort des Autors, dass er sich genau an die Fakten gehalten hat. Nur dort, wo es ging, weil es keine Informationen gab, hat er sich erlaubt, frei zuschreiben und Dinge passend zu erfinden. Auch Karten der Route und ein ausführliches Personenregister runden den Roman ab.
Schon lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, den ich so zufrieden zugeklappt habe. Lukas Hartmann hat mich mit auf eine Reise genommen und hat mich einen Mann kennenlernen lässt, der damals ein wichtige Rolle auf Cooks letzter Reise spielte.
Ich war live dabei, als Webber zum ersten Mal die Südseeinseln besuchte und erstaunt über die Kälter der Arktis war.
Wer selbst auf eine spannende Reise gehen möchte, sollte zu diesem Roman greifen!
Vielen Dank dem Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Lukas Hartmann hat am Freitag, 12. November 2010 für den Roman von der Autorengruppe Quo Vadis den Sir Walter Scott-Literaturpreis in Karlsruhe erhalten.
Das habe ich gestern auch gesehen und freue mich, denn das Buch hat es meiner Meinung nach verdient!