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Winterfluch – Seanan McGuire

October Daye, Teil 1

Verlag: Egmont Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-8025-8288-2
Seiten:
352
Ausgabe:
Paperback
Preis:
€ 12,95
ET:
01.2010

October Daye ist ein Wechselbalg, Tochter eines Menschen und einer Feenfrau. Einst verlor sie alles, was ihr lieb war, und seitdem meidet sie Menschen und Fae gleichermaßen. Als in San Francisco eine Fürstin der Fae ermordet wird, gerät Tobys Leben erneut aus den Fugen. Durch einen Fluch, den die Fürstin mit ihrem letzten Atemzug ausstößt, ist Toby verpflichtet, die rätselhaften Umstände ihres Todes aufzuklären. Kann sie dies nicht erfüllen, ist ihr eigenes Leben verwirkt.

Meine Rezension

October Daye, Spitzname Toby, lebt ein glückliches und zufriedenes Leben: Sie hat einen Mann, der sie über alles liebt, eine wundervolle kleine Tochter und eine Job als Privatdetektivin, der ihr Spaß macht. Allerdings ist Toby etwas ganz besonderes: Sie ist die Tochter eines Menschen und einer Fae, was sie zu einem Wechselbalg macht. Bei einem ihrer Aufträge als Privatdetektivin gerät sie, nicht zuletzte dank ihrer Zugehörigkeit zu zwei verschiedenen Welten, in außergewöhnliche Schwierigkeiten und verschwindet von der menschlichen Welt… für eine lange Zeit. Als sie wieder zurückkehrt, ist nichts mehr so, wie es mal war. Und nicht nur, das Toby alles verloren hat und ihr Leben ganz von Vorne beginnen muss, es hat auch noch den Anschein, dass die wahren Schwierigkeit erst anfangen – als eine Fürstin der Fae ermordet wird und Toby dazu verflucht ihren Mord entweder zu klären, oder dabei zu sterben…

Ich habe mir dieses Buch ausgesucht, weil ich fand, dass die Feen-Thematik sehr interessant klingt. Ein Feen-Krimi im heutigen San Francisco macht die Sache noch etwas spannender. Also schien es mir das richtige Buch zu sein, um in das Genre der Urban-Fantasy einzusteigen und um zu erfahren, ob diese neue Welle vielleicht was für mich, eingefleischte Leserin von “gewöhnlichem” Fantasy und historischen Romanen, ist. Leider war ich keineswegs auf die Fülle der vielen verschiedenen Fantasy-Geschöpfe vorbereitet, von denen mir fast alle unbekannt waren (abgesehen von den Selkies und den Brückentrollen, und natürlich den Faes selbst, vielleicht)… das hat den Einstieg in das Buch teilweise etwas schwierig gestaltet, da mir wirklich eine Übersicht der Wesen und ihrer Hauptmerkmale gefehlt hat. Gut war allerdings, dass die Autorin die für die Geschichte bedeutendsten Gestalten ansatzweise in ihren Charakterzügen erläutert. Super ist auch die kleine Keltisch-Ausprache Übersicht am Anfang des Buches: so wußte man zwar nicht, was die Wörter heißen, aber dafür, wie man sie korrekt ausspricht. Letztendlich hab ich bis zum Ende vom Buch einen groben Überblick über die diversen verwendeten Geschöpfe der Feen-Welt bekommen und weiter nicht mehr viel vermisst – also: Einstieg gelungen.

Die Hautprotagonistin October Daye ist eine interessante Figur: Da sie “nur” ein Halbblut ist, hat sie das Pech, sehr menschlich geblieben und mit vergleichsweise schwachen Fae-Fähigkeiten ausgestattet zu sein. Allerdings weiß sie sich in fast allen Situationen – und in den meisten davon droht ihr wirklich unmittelbar der Tod, auf verschiedene Arten grausam – ganz hervorragend zu helfen. Die Geschichte wird in ich-Form erzählt und erinnert mich in ihrer Art stark an einen alten schwarz-weiß Krimi, bei dem der Detektiv seine Schritte und Überlegungen genauestens erläutert… so bekommt auch der Leser einen guten Einblick in unterschiedlichste Geschehnisse – alte und neue – ganz nebenbei. Toby begegnet außerdem gleich mehreren, sehr interessanten männlichen Protagonisten, von denen alle den Preis auf einen zukünftigen “Liebhaber mit Schwierigkeiten” beanspruchen – was die Sache für die Folgebände sehr spannend macht.

Das Buch “Winterfluch” ist der Start einer Buchserie, October Daye (englischer Originaltitel: Rosemary and Rue), und das erste deutschsprachige Buch von Seanan McGuire. Es hat mehrere Spannungskurven, die sich zum Ende hin immer mehr steigern – der letzte Bogen hat zu so viel Adrenalin geführt, dass es mir kaum noch möglich war das Buch aus der Hand zu legen. Etwas langsam können dem Leser nur die Phasen zwischen den Spannungswellen vorkommen – hier sehnt man sich wieder nach Mehr und hat das Gefühl, nicht richtig voranzukommen – wie die Protagonistin mit ihren Ermittlung ebenfalls. Das Ende ist zwar ein richtiges Ende, allerdings gibt es trotzdem ungeklärte Geheimnisse, die klar in mehrere Fortsetzungen gehören und auf die ich nun gespannt bin.

Zusammenfassend läßt sich kaum etwas negatives über dieses Buch sagen: die manchmal merkwürdig gebauten Sätze – was man aber auch der Überstzung anlasten kann und die bereits erwähnten fehlenden Erklärungen der Fabelwesen. Positives gibt es allerdings allerhand zu berichten: Winterfluch hat alles was man braucht: Helden, Magie, Blut (nicht zu viel), Verrat, Geheimnisse… es ist interessant, durchdacht, spannend und es macht Lust auf mehr. Ich würde es zwar nicht zu den absoluten Mega-Knüllern von Büchern zählen (dieser Olymp ist bei mir für Juliet Marillier und Marion Zimmer Bradley reserviert), es aber dennoch als ein insgesamt gelungendes Werk betrachten.

Meine Bewertung

4,5 von 5 Büchern

Vielen Dank an den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar und Kompliment für das überaus gelungene, wirklich schöne, Cover. Und auch der Titel des Buches ist geistreich gewählt.


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2 Kommentare zu „Winterfluch – Seanan McGuire“

  • Aleksandra G.:

    Einen Nachtrag muss ich hier nun hinzufügen (jetzt nach dem ich ein zweites Buch aus dem Bereich Fantasy im Lyx Verlag gelesen haben): Dieses Buch ist NULL erotisch. Es ist auch überhaupt nicht notwendig und ich habe es nicht einen Moment vermisst. Es gibt glaube ich eine einzige Szene, die Sex andeutet, aber nicht weiter macht, sondern alles der Vorstellung des Lesers überläßt. Das Buch ist also nahezu Jugendfrei, wenn nicht die paar Blutige Szenen wären. Interessant ist auch, dass es sich bei diesem Buch auch tatsächlich um einen Krimi handelt. Zwar mit Feen etc, aber dennoch Krimi. – Genre Urban Fantasy passt hier aber auch ganz gut.
    (Ist mir erst aufgefallen, nach dem ich Engelskuss gelesen habe, das einfach durch und durch erotisch ist und sich Roman nennt – das Genre Romatic Fantasy trifft es aber auch nicht ganz… allerdings schon eher als einfach nur Roman)

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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Aleksandra G.
Rezensentin

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