Schattenwölfe – Caitlin Kittredge
Nocturne City 01
Verlag: Lyx | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-802-58291-2
Seiten: 432
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,95 €
ET: 02.2010
Luna Wilder, Polizistin und Werwölfin, ermittelt in einer Reihe von Ritualmorden. Schnell kristallisiert sich ein Hauptverdächtiger heraus: der Werwolf Dmitri Sandovsky. Doch es fällt Luna schwer, an die Schuld des sinnlichen Mannes zu glauben, und sie riskiert alles, um ihn zu entlasten. Dabei kommt sie dem wahren Mörder bedrohlich nahe und gerät selbst in größte Gefahr …
Meine Rezension
Luna Wilder steht auf teure Designer-Klamotten, trägt am liebsten teure Seiden-Unterwäsche, lebt mit ihrer Cousine, eine Caster-Hexe, in einem “Tussi”-Haus und ist (trotzdem) eine knallharte Polizistin. Luna ist aber auch eine Werwölfin, seinerzeit eher unfreiwillig dazu gemacht worden und deshalb ohne Rudel. Das macht sie zu einer Insoli, unter den Werwölfen weniger als Abschaum, ohne Rechte. Das alles stört sie allerdings wenig (so scheint es zeitweise), denn als selbstbewusste Ermittlerin mit dem Vorteil tierischer Instinkte hat sie eine der besten Fall-Lösungsraten in ihrem Dezernat. Als dann eine brutale Mordserie Nocturne-City erschüttert, heftet sie sich an die Verse der Verdächtigen und kann, trotz diverser Steine im Weg, nicht davon ablassen den möglichen Serienmörder zu jagen. Dabei kommt ihr Dmitri zu Hilfe, ein attraktiver Werwolf (und Rudelsführer), dem Luna schnell sehr zugeneigt ist. Er hat jedoch bei der Mordserie seine Partnerin verloren und hat deshalb keine Augen für Luna…
Zunächst einmal einige Worte zu den Protagonisten: Wie man bereits an der Beschreibung merkt, scheint es bei Luna eine eher konfliktäre Beziehung zwischen ihrem Charakter und ihrem Job zu geben, denn sie steht zwar auf teure Designer, kann deren Sachen aber eigentlich nicht tragen, da diese jedes mal Schaden nehmen (Blutflecken gehen aus Seide nun mal sehr schlecht raus). Dieser “Konflikt” setzt sich bei Luna an unterschiedlichen Stellen fort, so zum Beispiel bei ihrer Männerwahl. Sie wirkt manchmal wie eine sehr weibliche und sinnliche Frau, die aber keine sein darf und deshalb den knallharten Matcho nach Außen trägt – in Lederjacke und Bikerboots. Genauso gespalten ist sie in Bezug auf ihr Wesen als Werwolf/Mensch. Das macht sie zu einer interessanten Persönlichkeit.
Bei Dmitri ist es irgendwie ähnlich: er ist der knallharte Biker und lässt manchmal den Sinnlichen raushängen… ebenfalls ein sehr faszinierender Charakter. Man weiß als Leser am Anfang nicht so genau, ob man ihn mögen möchte, aber irgendwann ergibt man sich wohl seinem Charme, genauso wie Luna.
Kleinigkeiten waren mir an Dmitri allerdings ein Rätsel: zum einen trauert er um seine ermordete Partnerin, zu anderen macht er aber (aktiv) Luna an, noch während er den Mörder sucht um Rache zu nehmen… Man kann das natürlich auf die “tierischen Instinkte” schieben, da die beiden sich auf Anhieb gut riechen konnten – oder aber auf die bereits aufgefallene Inkonsequenz, die man bei beiden Charakteren feststellen konnte. So ist bis zum Schluss bei einigen Protas nicht ganz klar, was sie eigentlich sind und wofür sie so richtig stehen.
Weiterhin kann sich Dmitri eigentlich jederzeit in einen Werwolf verwandeln – im Gegensatz zu Luna, die das nur bei Vollmond kann – tut es aber in entscheidenden Gefahrensituationen nicht. Das war für mich ein kleiner Logikfehler, der sich auch bei den anderen, niederen Protagonisten, abzeichnet.
Die Cousine von Luna, Sunny, ist eine lebensfrohe und fürsorgliche Natur, eine Caster-Hexe mit magischen Kräften. Sie spielt eigentlich keine besondere Rolle, hat mir aber sehr gut gefallen, sodass ich hoffe, sie auch in den nachfolgenden Bänden wieder zu treffen.
Die Geschichte selbst ist durch und durch logisch und konsequent aufgebaut. Die Ermittlungen sind voller überraschender Wendungen und durchzogen von Spannungshochs. Dabei steigert sich die Spannung ab der Hälfte des Buches eigentlich nur noch, ich hatte wirklich Schwierigkeiten es aus der Hand zu legen (deshalb habe ich es ab da auch in einem Ruck durchgelesen). Anfangs hatte ich das Gefühl, dieses Buch wird ähnlich sein (Idee+Geschichte), wie die vielen anderen Urban-Fantasy die es momentan auf dem Markt gibt. Allerdings wurde ich umgestimmt: die Geschichte hat einige interessante und neue Aspekte und das Ende ist doch ziemlich unerwartet… generell kriegt die Autorin immer eine überraschende Wendung von “oh nein, nun wird es klischeehaft” zu “hm, damit habe ich jetzt nicht gerechnet” – in nur wenigen Absätzen. Das hat mir gut gefallen, ebenso, wie ich die Protagonisten ins Herz geschlossen habe.
Somit ist Band 01 von Nocturne City ein empfehlenswertes und gutes Buch. Einen winzigen Abzug gibt es nur für die kleinen Logikfehler im Verhalten der Protagonisten.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Lyx-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Dieses Buch ist eingereicht für Station 7 der “All You Need is … Fantasy!” Challenge.
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