Meridian. Dunkle Umarmung – Amber Kizer
Verlag: PAN | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-426-28301-1
Seiten: 352
Ausgabe: Flexcover, Broschur
ET: 10.2009
Preis: € 12,95
Berührend, magisch, ungewöhnlich
»Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Mädchen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte …«
Meine Rezension
„Meridian – Dunkle Umarmung“ wartet mit einem wunderschönen Cover auf, das einen metallischen Glanz hat. Im oberen Bildbereich sieht man graue, im unteren Bildbereich rote Rosen, Spinnenweben und Totenköpfe. Diese Motive wurden auch ins Innere des Buchs übertragen und zieren die einzelnen Kapitel. Der Flexcover-Einband ist sehr stabil. Das Buch sieht nach dem Lesen aus wie neu und liegt zudem noch wunderbar in der Hand.
„Meridian – Dunkle Umarmung“ ist in Deutschland der Debutroman von Amber Kizer, auf den ich mich als Fantasyfan schon sehr gefreut habe. Der Leser wird gleich am Anfang der Geschichte direkt in die Handlung hineingeworfen, in der es gleich ziemlich rund geht: Es passiert ein Autounfall und nachdem Meridian einen körperlichen Zusammenbruch hatte, wird sie ohne genaue Erklärung in ein Taxi gesetzt, um zu ihrer Tante, die sie allerdings noch nie zuvor gesehen hat, nach Colorado zu fahren. Meridian weiss, dass ihre Familie in Gefahr schwebt und sie diese nie wieder sehen wird. Zudem scheint jeder über ein bestimmtes Geheimnis Bescheid zu wissen, bis auf Meridian…
Wie Meridian muss der Leser erst einmal Verstehen lernen, was überhaupt gerade passiert und den Platz in der Welt voller mystischer Geschöpfe finden.
Obwohl der Anfang, besser gesagt die ersten 60 Seiten, sehr spannend ist, zieht sich die Geschichte doch etwas, sobald Meridian das Haus ihrer Tante erreicht. Das Erzähltempo nimmt ab und plätschert vor sich hin.
Sehr schön finde ich die Beschreibung der „Fenestra“ und ihre Bestimmung. So erfährt man in Meridians „Ausbildung“ was ihre eigentliche Aufgabe ist und was sie erlernen, als auch durchleben muss. Sie muss sehr schnell lernen, wie sie ihre Gabe benutzen kann, denn die böse Seite, die Aternodi, sind hinter Meridian her, und versuchen sie zu vernichten.
Leider ist der Autorin der Aufbau eines weiteren Spannungsbogens in der Geschichte nicht richtig geglückt. Nachdem Meridian nun bei ihrer Tante untergekommen ist, sollte diese Rolle der Antagonist Perimo übernehmen und durch fiese Tricks und Hetzreden die Spannung aufpeppen. Jedoch sind dies immer nur kleine Szenen und der aufmerksame Leser wird sehr schnell wissen, um wem es sich bei dem Charakter Perimo handelt. Doch nach einer kleinen Überraschung ist auch der Showdown interessant.
Sehr schön fand ich jedoch, dass die Hauptthemen Tod und Seelenwanderung in der Geschichte sehr sensibel behandelt werden.
Obwohl ich finde, dass die Idee um Feenwesen, welche die Toten auf die andere Seite begleiten, sehr schön ist, wurde ich doch etwas über den Schreibstil von Amber Kizer enttäuscht. Er ist noch nicht ausgereift. Manche Stellen erscheinen deswegen überflüssig und unlogisch. Dann geschahen noch Zeitsprünge, die ich nicht einordnen konnte und die mich sehr verwirrt haben. Zum Teil geschahen diese Fehler auf einmal in einem Absatz, so dass ich sie trotz mehrmaligem Lesen nicht verstanden habe, sondern sich erst nach ein paar Seiten eine logische Schlussfolgerung ergab.
Ansonsten liest sich das Buch aber gut und wird aus Meridians Perspektive in der Ich-Form erzählt.
Auch die Charaktere in der vorliegenden Geschichte sind noch nicht ganz ausgereift. Durch die Ich-Erzählform von Meridian ist sie für mich noch der lebendigste und gelungenste Charakter. Sie ist ein 16-jähriges Mädchen, das, aufgrund der vielen toten Tiere um sich herum, ein sehr in sich gekehrtes aber doch normales Mädchen ist. Obwohl sie für mich anfänglich viele Emo-Eigenschaften besitzt, wächst sie im Lauf der Geschichte über sich hinaus und das macht sie schließlich sympathisch.
Meridians Tante wird als sehr nette alte Dame beschrieben, die nicht mehr viel Zeit hat, während Tens eindeutig mehr Farbe vertragen hätte und für mich undurchsichtig und farblos wirkt. Ihn konnte ich ganz schlecht zuordnen, da er für mich wie ein unsicherer Teenager wirkte. Das liegt aber bei mir.
Der unsympathischste Charakter war jedoch eindeutig Meridians Mutter, die Meridian ihr ganzes Leben lang nicht die eigentliche Wahrheit über ihre Gabe sagen konnte. Stattdessen hat sie ihre Tochter belogen und sie sogar in dem Glauben gelassen, dass sie für den Tod der Tiere verantwortlich ist und ermöglicht der Tochter somit kein normales Leben und keine normale Kindheit.
Fazit
Ich selber fand die Idee über ein Portal, welches dazu dienen soll Seelen ins Jenseits zu bringen,, sehr toll und vor allem neu. Sie ist ausgefallen und ungewöhnlich und man kann das Buch, trotz der Schwächen der Charaktere und des Schreibstils, gut lesen. Jedoch spiegelt die Mystery-Geschichte um Meridian regelrecht das Zielalter der 16-jährigen Hauptprotagonistin wieder, dessen Geschichte für erwachsene Fantasyleser nicht zu empfehlen ist.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den PAN Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
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