Wintermond – Tanja Heitmann
Dämonen-Reihe, Teil 2
Verlag: Heyne Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-26611-7
Seiten: 480
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 08.2009
In den Schatten der Stadt verbergen sich Geschöpfe, die so dunkel und bedrohlich sind, dass die Menschen ihre Existenz leugnen. Für Meta aber werden sie erschreckende Wirklichkeit. Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit dem geheimnisvollen David verbindet eine tiefe Sehnsucht sie mit dem seltsam wilden jungen Mann. Doch in David lauert ein Wolfsdämon – und sein Rudel verfolgt eigene finstere Pläne …
Meine Rezension
Nachdem ich bereits Tanja Heitmanns ersten Roman „Morgenrot“ gelesen habe, stand ich „Wintermond“ eher skeptisch gegenüber, doch ich muss wirklich sagen, dass die Autorin dazugelernt hat. Die Handlung hat mich trotz einiger Schwächen mitgerissen, so dass ich das Buch innerhalb von 2 Tagen durch hatte (obwohl ich nebenher noch zur Arbeit gegangen bin).
Wie im ersten Roman „Morgenrot“ wurde auch „Wintermond“ in der Erzählform geschrieben, geht mehr auf die Charaktere ein und wechselt auch zwischen ihnen hin und her, so dass dem Leser ein breiteres Spektrum vom Leben und der Gefühle der Hauptcharaktere vermittelt wird. Die Handlung ist gut struktuiert, auch wenn die Autorin gerne in der Zeit springt, und es ab und an schwer wird, der Handlung zu folgen, ohne nocheinmal ein paar Seiten zurückzublättern. Der Schreibstil von Tanja Heitmann ist sehr anspruchsvoll, liest sich in diesem Roman aber besser als bei „Morgenrot“, indem die Autorin flüssiger und verständlicher erzählt. Obwohl ihr Erzählstil nicht mehr ganz so konfus ist, muss man jedoch auch hier wieder an der einen oder anderes Stelle zwischen den Zeilen denken, und bringt dadurch ungewollt eine gewisse Distanz in die Geschichte. Ebenfalls ist es sehr schade, dass nach einem spannenden Auftakt, in der Mitte der Handlung die Spannungs- und Handlungskurve abnimmt. So könnte man getrost das eine oder andere Kapitel überblättert, ohne groß irgendwas verpasst zu haben.
Tanja Heitmann hat versucht, eine schöne Liebesgeschichte zu schaffen, in der zwei Welten aufeinander treffen. Vom Grundsatz auch eine sehr schöne Idee, jedoch kommt die Liebesgeschichte der zwei Hauptprotagonisten Meta und David eher monoton und oberflächlich rüber. So reden die beiden kaum etwas miteinander, und ich frage mich wirklich, was die beiden denn gemeinsam haben, dass es denn für eine Beziehung reicht? Was hält die beiden zusammen? Nur das Gefühl, dass sie zusammengehören? Oder nur der Sex? Für mich gehört zu einer Liebesgeschichte etwas mehr Tiefgang.
In „Wintermond“ geht es um zwei Hauptprotagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können.
Die 30-jährige Meta steht mit beiden Beinen fest im Leben. Sie kommt aus reichen Verhältnissen und ist Mitteilhaberin einer Galerie.
David ist in der Rangordnung ziemlich weit unten angesiedelt, und lebt nicht, wie sein Rudel und der Alphawolf Hagen, in einem Palais, sondern in einer eigenen Wohnung, und versucht seinen, in die Welt drängenden Wolf, unter Verschluss zu halten, und ihm nicht zuviel Freiraum zu geben.
Beide lernen sich betrunken in einer Bar kennen und landen schließlich zusammen im Bett. Erst später, nachdem der Leser etwas über ihre unterschiedlichsten Lebensweisen erfahren hat, finden die beiden wieder zusammen.
Sehr schön finde ich die Darstellung von Davids Wolfdämon, der von den üblichen Gestaltwandlerromanen abweicht. So erfährt der Leser, wie er eigenständig fühlt, denkt und sich mit Davids Einverständnis sogar selbstständig macht.
So macht David im Verlauf der Handlung eine sehr starke Entwicklung durch, um sich vom Rudel loszusagen, um mit Meta ein neues, normales Leben zu führen.
Obwohl David ihr verheimlicht, dass er von einem Wolfsdämon besessen ist, verrät Metas Instinkt ihr jedoch schließlich schnell, dass in David etwas Gefährliches steckt, denn woher sollte er denn die Verletzungen haben und wieso konnte er ungeahnte Kräfte freisetzen?
Trotz dieser Ungereimtheiten lässt sich Meta auf David ein. Doch dieser bringt sie beide ungeahnt in sehr große Gefahr, denn indem er sich als Wolf in eine Menschenfrau verliebt hat und mit ihr zusammen lebt, handelt er ausdrücklich gegen den Anführer des Wolfsrudels…
Dennoch bleibet wie in ihrem Debüt „Morgenrot“ viele Fragen offen bzw. ungeklärt. So zum Beispiel: Wie kommt es dazu, dass der betroffene Mensch mit einem Wolfsdämon zur Welt kommt? Wie oder warum sucht der Wolf seinen „Wirt“ aus? Organisiert sich das Wolfsrudel tatsächlich durch den angesprochenen Menschenhandel und vor allem wird immer wieder davon geredet, dass die Wölfe wissen, wann David und Meta Sex haben. Wie das? Immerhin sind die ja nicht anwesend… Für die nächsten Romane würde ich mir ein bisschen mehr Transparenz wünschen und dass Dinge, die sie erwähnt auch mit einem „Warum ist das so“ belegt werden.
Fazit
Mich hat Tanja Heitmanns Debüt „Morgenrot“ nicht besonders begeistert, da die Geschichte oberflächlich war, und ich als Leser mit der Handlung absolut nicht warm geworden bin. „Wintermond“ hingegen hat mich wirklich positiv überrascht, da die Autorin einen positiven Wandel in ihrem Schreib- sowie Erzählstil durchlaufen hat. Auch wenn ich mir bei dieser Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten mehr Emotionen gewünscht hätte. Der Roman ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte, auch Action und Kampfszenen kommen in den Rudeln nicht zu kurz. Leider bleiben für mich viele Fragen offen, auf die ich noch gerne eine Antwort in dem Buch gefunden hätte. So würde mich noch interessieren, wie Meta zu ihren Fähigkeiten kommt, Wölfe zu rufen, und diese auch noch unter Kontrolle halten zu können. Ich bin schon auf weitere Romane von Tanja Heitmann gespannt, da sie meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg ihrer Entwicklung als Autorin ist.
Wir danken Heyne für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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