Nachtjägerin – Jeaniene Frost
Night Huntress World, Teil 1
Verlag: Penhaligon | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-7645-3067-9
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 14,99 €
ET: 09.2010
Der Mann, den Denise MacGregor liebte, wurde von verbrecherischen Vampiren ermordet, sie selbst überlebte nur knapp. Seitdem ist ihr bewusst, dass sich die Menschen die Erde mit Blutsaugern, Dämonen und anderen düsteren Kreaturen teilen. Denise hoffte, nie wieder etwas mit ihnen zu tun zu haben. Jetzt aber tötet ein rachsüchtiger Dämon ihre Verwandten – auf der Suche nach einem Vorfahren von Denise, einem Unsterblichen, der den Dämon vor Jahrhunderten betrogen hat. Der Dämon erpresst Denise, ihm bei der Suche nach seinem Erzfeind zu helfen. In ihrer Verzweiflung wendet sich Denise an den überaus attraktiven Vampir Spade. Gemeinsam gelingt es ihnen zwar, ihren Vorfahren aufzuspüren. Doch dieser weigert sich, seine Seele dem Dämon zu überantworten, um seine noch lebenden Nachfahren zu schützen. Jetzt bleibt Denise keine andere Wahl. Sie muss sich selbst dem Dämon stellen – allein!
Meine Rezension
Von der „Night Huntress“-Serie um Cat und Bones begeistert, konnte ich mich gar nicht dagegen wehren, auch den Serienableger „Nachtjägerin“ zu lesen, der den Auftakt zu einer eigenständigen Reihe bildet: „Night Huntress World“. In dieser Serie stehen Figuren im Mittelpunkt, die man bereits aus Cats Welt kennt. Den wirklich lesenswerten Anfang bilden in „Nachtjägerin“ Cats beste Freundin Denise und Bones Freund Spade. Im bereits erschienenen zweiten Teil, „Rubinroter Schatten“, steht Mencheres im Vordergrund und im dritten Band der „Night Huntress World“-Serie wird Vlad die Handlung tragen. Zeitlich ist „Nachtjägerin“ nach „Der sanfte Hauch der Finsternis“ angesiedelt. Für alle, die gerne chronologisch lesen, ist das vielleicht erwähnenswert.
Sprachlich und stilistisch erwarten den Jeaniene Frost-Fan keine Überraschungen. In gewohnter Weise erzählt die Autorin spannend und flüssig ihre Geschichte. Gekonnt werden Schlüsselereignisse aus den bisher erschienen Romanen von Jeaniene Frost wiedererzählt, ohne den wissenden Leser zu langweilen und den Quereinsteig für absolut ahnungslose zu ermöglichen. Wobei ich wirklich empfehlen würde, erstmal die ersten vier Bände der „Night Huntress“-Reihe zu lesen, da einem sonst die Feinheiten und besonderen Momente einfach entgehen. Der Perspektivenwechsel zwischen Spade und Denise macht die Handlung spannend und abwechslungsreich.
Ein wenig skeptisch war ich trotz meiner Vorfreude auf diesen Roman schon. Schließlich liebe ich die Geschichten um Cat und Bones, und die sollen hier nicht im Mittelpunkt stehen? Das war zu Beginn schon ein merkwürdiges Gefühl, aber da ich gewisse Sympathien für Denise mitbrachte, war ich sehr schnell darüber hinweg. Spätestens als deutlich wurde, dass der faszinierende Spade nicht nur als Komparse fungiert, war ich überzeugt, gefangen und konnte richtig in den Plot eintauchen. Die Kombination Spade – Denise überzeugt restlos und die beiden können den Roman problemlos alleine tragen. Cat und Bones fehlen nicht einen Moment. Die Handlung ist abwechslungsreich, überzeugend und spannungsgeladen, gespickt mit neuen Ideen und Altbekanntem. Romantik kommt hier zwar auch nicht zu kurz, ist aber nicht einmal im Ansatz derart ausgeprägt wie in der „Night Huntress“-Serie, was ich als äußerst erfrischend empfand. Das Ende ist überraschend und hat mich voll und ganz zufriedengestellt. Ein wirklich gelungener Ableger einer erfolgreichen Serie!
Denise zeichnete sich bisher nicht als Superheldin aus und wird dazu – zum Glück! – auch nicht in „Nachtjägerin“ gemacht. In der Vergangenheit viel durchgemacht, ist Denise zu Beginn des Romans verschreckt, ängstlich, hysterisch und introvertiert. Sie zieht sich vor der Welt zurück und will im Leben nichts mehr mit Vampiren & Co. zu tun haben. Absolut verständlich und nachvollziehbar. Allerdings zwingen sie die Umstände, u.a. die Ermordung ihrer Verwandten und die direkte Bedrohung durch einen Dämonen, sich der Realität zu stellen und den Kampf aufzunehmen. Tapfer stellt sie sich dieser tödlichen Herausforderung und wächst dabei über sich selbst hinaus. Zunächst sträubt sie sich mit Händen und Füßen gegen Spades Gegenwart, allerdings ist Denise rational genug, um letztendlich doch zu erkennen, dass er ihr Vertrauen verdient, obwohl er ein Vampir ist. Dabei handelt Denise selten spontan, sondern zumeist überlegt, sich der Folgen ihres Handelns bewusst, wobei ihre Zweifel allerdings unverkennbar bleiben.
Spade, mir schon aus den Cat und Bones-Büchern langsam aber stetig ans Herz gewachsen, glänzt in seiner Protagonisten-Rolle. Er ist ein unglaublich facettenreicher Charakter, der sich in „Nachtjägerin“ endlich richtig entfalten kann. Nicht nur, dass seine Vergangenheit intensiv behandelt wird und der Leser dabei auch mehr über Spade als Mensch erfährt, wie er zum Vampir wurde und als Vampir gelebt hat, auch dass hinter seiner rüden Maske ein emotionaler, verletzlicher Mann steckt, trägt dazu bei, sich ein sehr plastisches, greifbares Bild von ihm zu machen. Spade hat mich schon immer sehr fasziniert und hier in diesem Roman seiner Vielschichtigkeit zu begegnen, hat mich voll ung ganz für ihn eingenommen. Ich glaube, er hat Bones sogar den Rang abgelaufen…
Meine Bewertung
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Vielen Dank an Penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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