Morgenrot – Tanja Heitmann
Dämonen-Reihe, Teil 1
Verlag: Heyne Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-26605-6
Seiten: 480
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 09.2008
Als die junge Studentin Lea in der Villa ihres Professors auf Adam trifft, ist sie vom ersten Augenblick an gebannt. Adam ist unwirklich schön, schweigsam – und er hat ein tödliches Geheimnis: Er ist von einem Dämon besessen, der ihn dazu zwingt, Lea auf die dunkle Seite zu ziehen. Doch mit aller Macht kämpft er dagegen an. Denn er liebt Lea. Eine Liebe, in der ein einziger Kuss alles verändern kann …
Meine Rezension
Als die junge Studentin Lea im Haus ihres Professors auf Adam trifft, verliebt sie sich sofort in ihn. Adam aber ringt mit seinem inneren Dämon, der Lea in Besitz nehmen will, und geht auf Distanz, obwohl er sich zu ihr hingezogen fühlt.
Als Lea aber schließlich zum ersten Mal Adams anderes und durchaus aggressives und mordlustiges Wesen kennenlernt, flieht sie vor ihm. Erst nach Jahren trifft sie ihn wieder. Da sie jedoch Schuld an dem Tod seines besten Freundes war, treibt ihn seine Rachelust an und er fängt an, ein gemeines Spiel mit ihr zu spielen. Da sich Lea jedoch zu ihm hingezogen fühlt, lässt sie sich auf sein Spiel ein…
Der Hardcovereinband von „Morgenrot“ wurde ebenso wie der kartonierte Einband wunderschön gestaltet und sieht fantastisch aus. Jedoch weicht das Coverbild sowie der Text am Buchrücken („Kann man einen Vampir lieben?“) von der eigentlichen Geschichte ab und ist irreführend. In „Morgenrot“ geht es um KEINEN Vampir. Adam ist ein ganz normaler Mensch mit dem einzigen Unterschied, dass in ihm ein Dämon wohnt. Zwar trinkt Adam ebenfalls wie Vampire Blut, dennoch wird sein Leben nicht von einem Blutdurst geprägt, sondern eher davon, dass der Dämon in seinem Innern sich in Lea einverleiben will. Es ist in diesem Roman immer von einem Dämon, und nicht von einem Vampir, die Rede, weshalb ich den oben genannten Satz auf dem Buchrücken nicht nachvollziehen kann. Wenn es sich tatsächlich um einen Vampir handeln sollte, dann hätte das die Autorin Tanja Heitmann auch so in ihrem Roman einbringen sollen.
Der Roman ist in der Erzählform gehalten und meistens aus der Sicht der Hauptprotagonisten Lea geschrieben. Der allgemeine Schreibstil ist nicht einfach zu lesen, da die Autorin sich weniger auf direkte Rede, dafür aber umso mehr auf die Beschreibung von Orten und Gefühlen eingeht. Zudem springt sie in der Zeit hin und her, was die Handlung anfangs konfus werden lässt. Man muss schon ganz genau lesen und braucht anfänglich Zeit, um sich in den Schreibstil einzugewöhnen. Man muss konzentriert sein, um dieses anspruchsvolle Werk zu lesen, denn obwohl Tanja Heitmann sich bemüht hat, ihr Werk flüssig und leicht verständlich zu schreiben, ist ihr das an manchen Stellen nicht gelungen. An der einen oder anderen Stelle kommt der Leser ins Holpern, was den Lesefluß beeinträchtigt.
Jetzt, da ich das Buch bis zum Ende gelesen habe, sind immer noch ein paar Fragen offen, die mir in diesem Roman nicht beantwortet wurden. So zum Beispiel, in welchem Land und welcher Stadt spielt dieser Roman? Muss man um ein Auslandsstipendium zu bekommen, nicht die Sprache des jeweiligen Landes sprechen? Wie hat Lea es geschafft, diesen Studienplatz zu bekommen, wenn in dem Roman davon die Rede ist, dass sie kaum die ansässigen Menschen verstehen kann oder ihr Essen nur mit Hilfe eines Wörterbuches bestellen kann? Diese Ungereimtheiten machen es einem schwer, der Handlung ohne ein Holpern zu folgen.
Schon innerhalb der ersten 100 Seiten wird klar, was Adam ist und in welchen Eigenschaften er sich von einem Vampir unterscheidet. So erfährt man, dass er den Bedürfnissen und Wünschen seines Dämons nachgehen muss, und dass er Lea ausgesucht hat, um in ihr ansässig zu werden. In seiner ganzen Art wirkt Adam auf mich sehr egoistisch und keinesfalls, wie er dargestellt wird, als Traumtyp. Er taucht regelmäßig bei Lea auf, bleibt distanziert, erzählt ihr, dass er sie irgendwie liebt, dann weist er sie ab, lässt sie zu sich kommen und weist sie nochmal ab. Für mich selber sind in diesem Buch zu wenig Passagen aus Adams Sichtweise und seinen Gefühlen. Diese Absätze kann man auf den 479 Seiten geradezu an zwei Händen abzählen.
Lea konnte ich anfangs des Buches noch sehr gut verstehen. Man trifft einen atemberaubenden Typen, verliebt sich in ihn und will schließlich in seiner Nähe sein. Doch nach und nach kristallisierte sie sich als naive Frau heraus. Sie wirkt in ihrer Rolle als willenlose Puppe, die Adam gefügig ist und nach Lust und Belieben mit sich spielen lässt. Er stößt sie in der Handlung seitenweise von sich, nur dass sie wieder zu ihm gerannt kommt. Es dauert fast das ganze Buch, bis sie endlich lernt Rückrat zu zeigen und auf eigenen Beinen zu stehen. Alles in allem sind die Figuren sehr oberflächlich beschrieben und machen einem das Lesen nicht gerade leicht, da man sehr schnell das Interesse verliert.
Fazit
Durch das irreführende Cover und dem irreführenden Text auf der Rückseite des Buches kann ich mir vorstellen, dass „Morgenrot“ nicht jeden Leser für dieses Genre anspricht und es durch eine andere Erwartung, nicht jedem gefällt. Mir selber hat das nichts ausgemacht, da ich mich gut unterhalten habe. Auch wenn ich die eine oder andere Stelle schwierig zu verstehen fand und öfters mal zurückblättern und nachlesen musste. Ich bin schon sehr auf den Nachfolgeband „Wintermond“ gespannt und bin schon sehr neugierig, in welche Richtung der Schreibstil der Autorin geht.
Wir danken Heyne für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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