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Der Goldene Kompass – Philip Pullman

Etanas SöhneHis Dark Materials, Band 1

Verlag: Carlsen | Leseprobe
ISBN:
978-3551351234
Seiten: 448
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
8,95 €
ET:
12.2001

Lyra ist klug und unendlich neugierig. Was erforscht z.B. ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in ihrer Umgebung immer mehr Kinder? Doch Antworten auf all diese Fragen findet sie nur, wenn sie sich auf die Spuren ihres Onkels wagt, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen und hinter dem Polarlicht eine neue Welt beginnt.

Meine Rezension

Lyra ist ein kleiner Wildfang. Sie wächst inmitten von Männern auf, Wissenschaftlern, und ist in den Augen der meisten Frauen unerzogen. Außerdem ist Lyra eine Lügnerin. Dadurch erlebt sie nicht nur viele spannende Abenteuer, sondern denkt sich noch viel mehr davon aus. Doch eines Tages, verschwinden Kinder und nach einiger Zeit auch Lyras bester Freund. Lyra will ihn unbedingt wiederfinden – bis die geheimnissvolle Misses Coulter auftaucht, die Lyra auf eine ganz andere Art von Abenteuer mitnimmt.

Ich muss sagen, das Buch hat mich hingerissen, mitgenommen, gefesselt und am Ende auch noch ganz gespannt auf den nächsten Teil zurückgelassen. Beim Lesen ist mir mehrfach aufgefallen, wie unglaublich durchdacht und raffiniert die Handlung ist. Die zahlreichen Facetten führen dazu, dass man das Buch im unterschiedlichen Alter – als Kind, Jugendlicher und Erwachsener – lesen kann, und dennoch immer wieder Neues entdecken wird, es neu und anders auffassen und verstehen wird.

Außerdem finde ich es äußerst wichtig anzumerken, dass das Buch nichts, wirklich gar nichts mit em Kinofilm gemein hat. Der Film ist tatsächlich schlecht, am Thema vorbei und sehr ungenau sowie unbefriedigend, sobald man das Buch kennt. Die Figuren sind zum Teil falsch (Mrs. Coulter ist im Buch z.B. Schwarzhaarig – im Film Blond… ich finde die Kühle der damit einhergehenden Erscheinung, die sich der Autor gedacht haben wird, ist eine andere), die Reihenfolge der Handlungen ist eine andere (was dazu führt, das wesentliche Dinge zu anderen Ergebnissen führen) und der Film endet ca. in der Mitte des Buches, sodass das Ende ein völlig anderes ist!!! Ich weiß wirklich nicht, was sie sich bei dem Film gedacht haben.
Ganz wichtig ist auch das Thema STAUB. Darum dreht sich eigentlich die gesamte Geschichte, vermutlich alle drei Bände. Der Film gibt dazu nicht viel her. Das Buch bringt viel Aufklärung, aber wahrscheinlich muss man alle drei Bände lesen, um es endgültig zu verstehen. Das Ende ist hierfür ziemlich offen und macht Lust auf MEHR.

Die Protagonistin Lyra ist eine interessante Person. Eine Stelle fand ich besonders faszinierend und diese bringt die Art, wie Pullman schreibt und erklärend eingreifend besonders klar hervor: Lyra lügt, wo sie nur kann. Sie denkt sich Geschichten aus, dazu ist ihr jeglicher Stoff gut genug und die Geschichten werden beim jeden Mal erzählen ein bißchen mehr und besser und mehr gelogen. Doch zwischendurch schreibt Pullman, als Lyra mal wieder in einer besonders schwierigen Situation befindet: “Lyra neigete nicht zum Grübeln. Sie war ein optimistisches und praktisch veranlagtes Kind und hatte außerdem nicht besonders viel Fantasie.” Und als Leser denkt man sich an der Stelle: Bitte was?!!!???!!! Die hat keine Fantasie???!!! Ist seine Definition anders als meine?! Man stutzt jedenfalls. Und dann kommt die Erklärung: “Ein geübter Lügner zu sein bedeutet noch lange nicht, dass man auch viel Fantasie hat. Viele gute Lügner haben überhaupt keine Fantasy und das macht ihre Lügen so überzeugend.” (S. 280) Und wißt ihr was? Man denkt als Leser: Wow, stimmt. Er hat recht, das ist ganz logisch, gut erklärt und jedem klar – auch dem Kind, welches dieses Buch lesen könnte. Sehr schlau. Es beschreibt Lyra auf vortreffliche Weise und zeigt, wie super Pullman mit der Sprache und ihren Inhalten umgehen kann.

Aber auch alle weiteren Protagonisten sind spannend gestaltet: Da wäre Lyras Dämon. Wer wünscht sich (als Kind) nicht einen Gefährten, der immer bei einem ist, seine Gedanken teilt und sich obendrauf noch in jedes Tier verwandeln kann?! Toll. Außerdem ist da der Eisbär, Iorek Byrnison, der einen Panzer aus Sternenstahl trägt und sich als ein äußerst treuer Gefährte herausstellt… das sind die Gypter (ein Zigeunerähnliches Volk) und viele Andere, die das Buch und auch Lyra zu etwas besonderem machen. Ausserdem ist es äußerst spannend zu beobachten, wie die Figuren sich in diesem Buch entwickeln, verändern und den Leser, bis zur letzten Seite, schaffen zu überraschen…

Ein weiterer, spannender Inhalt (für Erwachsene) ist wohl die Auseinandersetzung mit der Kirche – in diesem Buch spielt die Kirche eine über alles dominierende Rolle. Sie regiert diese Welt. Sie bildet Ministerien, betreibt einen Geheimdienst und forscht auch auf “verbotenen” Gebieten… alles in einem kommt die Institution hier nicht sehr gut weg.

Ich kann nur sagen: ein fantastisches Werk und sollte von jedem mal gelesen werden.

Meine Bewertung

5 von 5 Büchern



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Letztes Update: 25. August 2010

Autor des Artikels

Aleksandra G.
Rezensentin

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