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Dardamen. Gefährten der Finsternis – Chiara Strazzulla

Verlag: cbj | Leseprobe
ISBN: 978-3-570-13741-3
Seiten: 800
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ET: 11.2009
Preis: € 19,95

Verhängnisvolle Zeiten drohen Dardamen, der weißen Regierungsstadt des Volks der Ewigen. Seit vielen Jahrhunderten führen die Ewigen Krieg gegen den Herrn der Finsternis und seine Verbündeten, die Goblin und Dämonen. Aber nun ist dem Herrn der Finsternis ein fataler Schlag gelungen: Er hat Eileen, die Tochter des Königs der Ewigen, entführt. Verschleppt von den Schwarzen Truppen der Finsternis, droht Eileen der Tod – und dem Reich der Untergang. Doch einer wagt es, sich dem Verhängnis entgegenzustellen: Lyannen, ein junger Halbsterblicher, nimmt mit einer Gruppe loyaler Freunde die Verfolgung der Schwarzen Truppen auf. Sie sind nicht mehr als ein versprengter Haufen, ein Bund von Außenseitern und Rebellen. Aber Lyannen und seine Gefährten stellen sich der gefährlichen Reise. Einer Reise, die sie an die Grenzen ihrer Kräfte führt – und mitten ins schwarze Herz der Finsternis.

Meine Rezension

Der Herr der Finsternis ist zusammen mit der Dunkelheit zurückgekehrt und hat seine dunkle Armee am alten Druidenkreis zusammengezogen, deren Macht gewaltig und grenzenlos wirkt. Um seiner Stärke Nachdruck zu verleihen und seine Macht zu demonstrieren, hat er Prinzessin Eileen, die einzige Tochter des Königs der Ewigen entführt. Doch Lyannen, ein Halbsterblicher und jüngster Sohn von Hauptmann Vandriyan von der schwarzen Lilie, möchte seine heimliche Geliebte befreien, sich dem Herrn der Finsternis entgegenstellen und das Königreich retten. Ihm schließt sich eine mutige Gruppe junger Männer an, die sich „Bund der Rebellen“ nennen und die auf ihrem abenteuerlichen Weg magischen, mystischen und auch gefährlichen Kreaturen begegnen.

Das Cover wurde im typischen cbj-Stil für dieses Genre gehalten. Während die Schrift von „Dardamen“ auf dem Schutzumschlag in goldener Schrift gehalten wurde, glänzt in Hochglanz darüber gedruckt das dunkle Bild eines geflügelten Wesens aus der vorliegenden Geschichte. Wer das ist, erfährt man im letzten Viertel des Buches und ich werde mich hüten, den Namen zu erwähnen, da ich dem Leser die Spannung nicht nehmen will. Auf jeden Fall spiegelt das dunkle Cover die düstere Hintergrundstimmung der Geschichte wieder und ist somit sehr passend gewählt.

Am Anfang des Buches ist eine Karte des ewigen Königsreichs. Obwohl ich während des Lesens sehr oft auf sie zurückgegriffen habe, um den Weg der Gefährten im Detail nachzufolgen, ist sie jedoch für meinen Geschmack etwas zu ungenau gehalten, da ich ihren Weg nicht immer nachvollziehen konnte. Vermisst habe ich ein kleines Namensregister, da ich aufgrund der vielen fremd und vor allem manchmal auch gleich klingenden Namen etwas verwirrt war.

„Dardamen – Gefährten der Finsternis“ ist ein neuer Debutroman der 17-jährigen Italienerin Chiara Strazzulla. Sie hat mit ihrem grandiosen Werk eine eigenständige Welt geschaffen, die sich keinesfalls an anderen Epen orientiert oder diese gar als Vorlage gedient haben. Am Anfang des Buches führt die Autorin den Leser wie durch einen biblischen Text in die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Völker ein. Langsam wird der Leser in die Welt der ewigen Königreiche, sowie den Geschehnissen in der weißen Stadt Dardamen eingeführt. Dennoch muss man leider sagen, dass das Buch in den ersten 100 Seiten nicht spannend ist und die Geschichte in eher ruhigen Szenerien vor sich hin schreitet. Stattdessen werden sowohl die Charaktere, als auch die Umgebung genauestens beschrieben; ohne dass dies in langweiligen Detailschilderungen ausartet.

Wie im Klappentext schon angedeutet, wird in der Geschichte um die Errettung von Eileen und der Errettung des ewigen Königreichs viel gekämpft und es werden auch Liebesgeschichten leicht angedeutet.

Etwas enttäuscht war ich allerdings über die völlig unnötige Zick-Zack-Reise der Gefährten, die dabei zwar eine wichtige Person für die weitere Handlung der Geschichte fanden, jedoch ihr eigentliches Ziel nicht erreicht haben.

Die Autorin überzeugt durch einen angenehmen Erzähl- und Schreibstil, der flüssig zu lesen ist. Dabei greift die Autorin auf die Erzählform zurück und wechselt mehrfach die Perspektiven der Protagonisten, um die gleichen aber auch unterschiedlichen Sichtverhältnisse zu erklären. Dies trägt dazu bei, dass der Leser einen umfangreichen Überblick über die Geschehnisse der Geschichte erhält. Leider muss man sagen, dass es in der Geschichte dadurch zu viele Handlungsstränge gibt, die irgendwie miteinander verwoben sind und den Leser verwirren.

Die Autorin bedient sich wortgewaltigen Wörtern und obwohl sie den Leser in die Handlung fesselt, ist es ihr auch trotz der ansteigenden Spannungskurve nicht gelungen, die Begeisterung aufrecht zu erhalten. Was zum einen an starken 800 Seiten des Buches liegt und zum anderen auch an den immer wiederkehrenden gleichen Beschreibungen und Aussagen. Auch die ständigen Landschaftsbeschreibungen haben mich gegen Mitte des Buches erschöpfen lassen und ich musste mich zusammenreißen, weiterzulesen. Danach entwickelt sich die Geschichte jedoch zu einem spannenden Abenteuer mit vereinzelten Höhepunkten und überraschenden Ereignissen.

Hier merkt man zum einen, dass es sich um einen Anfängerroman handelt, zum anderen muss man der Autorin ein großes Lob aussprechen, die mit ihren 17 Jahren ein Meisterwerk für die eigentliche Zielgruppe von 14-16 Jahren geschaffen hat.

Die Charaktere sind sehr detailliert beschrieben und wirken dadurch sowohl sympathisch, als auch authentisch. Chiara Strazzulla führt den Leser langsam an die Figuren heran, so dass man sie verstehen und bildhaft vor sich sehen kann. Allen voran natürlich einer der Hauptprotagonisten, Lyannen, der sich im Laufe der Geschichte von einem Außenseiter zu einem Volkshelden entwickelt, obwohl er nur ein Halbewiger ist. Aber auch die anderen Charaktere werden sehr gut beschrieben, wobei mir Ventel und vor allem Rabba Nix, ein Ka-da-lun, sehr gut gefallen haben. Leider wird für meinen Geschmack der Bösewicht in der Geschichte Gylion, der Herr der Finsternis, etwas schwach und weniger facettenreich beschrieben. Ich hätte ihn mir gerne etwas böser gewünscht, wenn er schon die Dunkelheit repräsentieren soll. Damit kommen wir zu meinem persönlichen Lieblingscharakter, dem Monsterdämon Scrubb, der ein sehr sympathisches schlaues Kerlchen und auch der beste Freund von Gylion ist. Leider spielt er nur eine kleinere Rolle auf den 800 Buchseiten, aber er wurde mit soviel Leben, Gedanken und Gefühlen beschrieben, dass ich ihn sofort in mein Herz geschlossen habe.

Im Gegensatz zu den ganzen Hauptcharakteren wurden die Nebencharaktere wie Feen, Pixies, Kobolde, Zentauren und Amazonen eher farblich blass beschrieben.

Fazit

Bis auf kleine Schwächen ist „Dardamen – Gefährten der Finsternis“ ein gelungenes Debut der jungen italienischen Schriftstellerin, die diese Geschichte im Alter von 15 Jahren angefangen hat zu schreiben. In dem Buch geht es vor allem um einzelne Schicksale, große Mythen und Prophezeihungen, Liebe, Freundschaft und große Abenteuer. Da das Buch in sich abgeschlossen ist, werden wohl keine weiteren Teile um die Stadt „Dardamen“ folgen. Es ist für die jugendlichen Leser super geeignet und bietet einen tollen Einstieg in die Welt der Fantasy-Epen, alteingesessene Fantasyfans erwarten jedoch mehr.

Trotz der genannten Mängel habe ich das Buch sehr gerne lesen und freue mich schon sehr darauf wieder etwas von der aufstrebenden Autorin zu lesen/hören.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 01. Juli 2010

Autor des Artikels

Yvonne Staller
Rezensentin

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Ab 20.09.2010 mit Autorin:

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