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Sohn des Fluchbringers – Bernd Perplies

Tarean, Teil 1

Verlag: Egmont-LYX | Leseprobe.(pdf)
ISBN: 978-3-8025-8180-9
Seiten: 352
Ausgabe: Broschiert, Trade Paperback
ET: 08.2008
Preis: € 12,95

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit die freien Reiche vom Heer des Hexenmeisters Calvas überrannt wurden – und bis heute gilt Ritter Anreon von Agialon als Fluchbringer, weil er dem Bösen ungewollt zum Sieg verhalf. Doch sein Sohn Tarean, der in der Nacht der großen Schlacht geboren wurde, wünscht sich nichts sehnlicher, als den Namen des verstorbenen Vaters reinzuwaschen. Mit dem magischen Schwert Esdurial, dem Irrlicht Moosbeere, der Albin Auril und dem Werbären Bromm bricht er auf, um das Land von der Herrschaft des grausamen Usurpators zu befreien…

Meine Rezension

Der 16-jährige Tarean hat es nicht leicht, denn er ist der Sohn des sogenannten “Fluchbringers“. Sein Vater, der Krieger Anreon, wurde getäuscht und verhalf unabsichtlich dem Hexenmeister Calvas zum Sieg über die freien Länder, während er selber sein Leben ließ. Wilfert, der einstige Waffengefährte seines Vaters, nahm ihn auf der Burg Dornhill auf, um ihn, zusammen mit dem Waffenmeister Ilrod, zu einem Krieger auszubilden. Obwohl Wilfert und Ilrod Tarean gut behandeln, spürt er die Ablehnung der Leute ihm gegenüber und entschließt sich eines Tages dazu, den Namen seines Vaters reinzuwaschen, indem er sich dem Hexenmeister stellen und ihn vernichten will. So macht er sich auf den langen Weg nach At Athonac, der Burgfeste des Hexenmeisters. Unterwegs muss Tarean sich vielen Gefahren stellen und sammelt nach und nach eine Gruppe von Gefährten um sich, die ihn nach allen Möglichkeiten unterstützt.

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen. Die passende Illustration zeigt eine hoch in den Himmel ragende Burg, die sehr gut die Burgfeste At Athonac aus der Geschichte sein könnte. Der Schriftzug von Tarean wurde mit einem Schwert als „T“ versehen und wenn man das Buch aufschlägt findet man vorne und hinten im Buch jeweils eine aufklappbare Karte, welche die Ländereien von Tareans Welt zeigen.

„Tarean – Der Sohn des Fluchbringers“ von Bernd Perplies ist ein viel versprechender Auftakt einer Trilogie mit vielen Kampfszenen, fremden Völkern, der Bande der Freundschaft und viel Magie, in Form von Zauberern und Leuchtschwertern, bis hin zu machtvollen Amuletten.

Während des Lesens stieß ich auf verschiedenste Elemente anderer Fantasygeschichten wie „Taran“ aus der gleichnamigen Reihe, dessen Name sehr viel Ähnlichkeit mit Tarean aus der vorliegenden Geschichte hat und er zudem ebenfalls ein leuchtendes Zauberschwert besitzt. Dann wären da noch Elemente aus „Peter Pan“, dessen Sternenfee Tinkerbell sehr viel Ähnlichkeit mit Moosbeere hat und auch die Beziehung zwischen Peter Pan und Tinkerbell, die sehr viel Ähnlichkeit mit der von Tarean und Moosbeere hat. Dies soll nun aber nicht heißen, dass das Buch nicht überzeugen kann. Nein. Bernd Perplies hat mit seiner Geschichte von Tarean eine eigenständige Geschichte und eigenständige Figuren erschaffen, die in der nicht zu epischen und nicht zu flachen Geschichte voll zur Geltung kommen. Er hat eine schöne und abwechslungsreiche Welt mit völlig neuen Völkern erschaffen, die mit ihrer Vielfalt in ein atembereaubendes Fantasiereich entführen.

Obwohl die vorliegende Handlung an sich nicht neu ist, gelingt es dem Autor schon im Prolog, den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Dabei gelingt es ihm, die Welt von Tarean dem Leser schnell detailliert nahe zu bringen und das Kopfkino anzuregen.

Dennoch hat das Buch einige leichte Schwächen. So zum Beispiel, dass sich der Hauptprotagonist am Anfang zu schnell auf den Weg nach At Arthanoc hetzt, wo ich sehr gerne noch etwas mehr über die Lebensumstände auf der Burg erfahren hätte.

Die Handlung schreitet zügig voran und ist bis zum Ende an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Auch wenn das Ende für dieses Genre typisch und nicht überraschend ist, ist der Auftakt dieser Fantasy-Saga ein in sich abgeschlossener Roman. Dennoch sind noch lange nicht alle Fragen beantwortet und alle Gebiete auf der Landkarte bereist worden, was somit noch für weitere Abenteuer der Gefährten spricht.

Am Anfang habe ich mich sehr schwer getan, mich in den Schreib- und Erzählstil von Bernd Perplies einzufinden. Er greift in der direkten Rede oftmals auf die altertümliche Sprache zurück, um seinem Epos gerecht zu werden und den Leser in die Geschichte und die dortige Handlungszeit zu entführen. Dabei bedient er sich einer kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache und lässt die Spannungskurve so kontinuierlich steigen, so dass die knappen 350 Seiten Handlung nie langweilig werden und man viel zu schnell die letzte Seite des Buches aufschlägt. Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig, während man den Schreibstil sowohl mit einer Mischung aus Jugend-, als auch einer anspruchsvollen Fantasyliteratur vergleichen kann.

Bernd Perplies’ Charaktere wachsen einem ans Herz. Sie sind sympathisch beschrieben und sind mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch, so dass sie beim Lesen richtig real werden und der Leser mit ihnen mitfühlen, miteifern, mitleiden und mitkämpfen kann. Sehr schön hat mir der Hauptprotagonist Tarean gefallen, der am Anfang dieser Geschichte als Anti-Held auftritt und immer mit dem Kopf durch die Wand gehen muss. Doch genau das ist der Grund, weshalb man mit ihm mitleiden muss und sich auch sehr gut mit ihm identifizieren kann. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll beschrieben und der Autor hat neue Rassen und Völker erschaffen und zum Leben erweckt; zum Beispiel die Wolflinge oder die Stein- und Vogelmenschen. So schließen sich Tarean auf dem Weg seiner Bestimmung die unterschiedlichsten Rassen an: Ein Vogelmensch, eine Albin, ein Werbär und ein Irrlicht, genannt Moosbeere. Gerade sie wird durch ihre naive, unschuldige, aber auch unheimlich sympathische Art schnell einen Platz im Herzen des Lesers finden.

Fazit

Nach „Herr der Ringe“ und anderen großen Fantasygeschichten, die zu Haufen im Handel erhältlich sind, ist es nicht einfach neues Material für dieses Genre zu finden, doch ich finde Bernd Perplies ist dies sehr gut gelungen. „Tarean – Sohn des Fluchbringers“ ist ein rundum gelungenes Debut, dass nicht nur für alteingesessene Fantasyfans, sondern auch für Neueinsteiger ideal ist. Die Handlung ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und ich habe mich in der abenteuerlichen Fantasygeschichte als Leser sehr wohl gefühlt. Obwohl die Handlung in diesem Buch abgeschlossen ist, sind doch noch einige Fragen offen. So würde mich sehr interessieren, wo Moosbeere genau herkommt, ob es noch mehrere von ihrer Art gibt und welche Geheimnisse sie noch so hütet. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, „Erbe der Kristalldrachen“, und bin schon sehr gespannt wie es mit Tarean und der Geschichte weiter geht.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den LYX-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


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Letztes Update: 01. Juli 2010

Autor des Artikels

Yvonne Staller
Rezensentin

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Ab 20.09.2010 mit Autorin:

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