Evermore. Die Unsterblichen – Alyson Noel
Evermore, Teil 1
Verlag: Page & Turner
ISBN: 978-3-442-20360-4
Seiten: 384
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 16,95
ET: 11.2009
Wahre Liebe ist unsterblich
Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …
Meine Rezension
Das Cover zu „Evermore – Die Unsterblichen“ wurde superschön gestaltet und zieht den potentiellen Leser magisch an. So wurde auf die Mitte des Covers eine verwelkende Tulpe in Hochglanz gedruckt, aus deren Blüte Vögel heraus fliegen. Das Motiv ist daher passend, da Tulpen in der Handlung der Geschichte eine Rolle spielen und eine bestimmte Bedeutung haben. Einziger Nachteil: Der Einband ist sehr empfindlich. Soll heißen, wenn man das Buch zu weit auseinander klappt bekommt man sehr schnell den wohlbekannten, hässlichen Knick am Buchrücken.
Da Ever Auren an den Menschen in ihrer Umgebung wahrnehmen kann findet man am Anfang des Buches eine Auren-Tabelle in der alle Farben und ihre Bedeutung erklärt werden.
„Evermore – Die Unsterblichen“ ist das erste Buch von fünf Teilen und ist in Amerika bereits ein Nr. 1 Bestseller. Ich habe das Buch bereits in der Originalsprache gelesen und es hat für mich sehr lange gedauert bis es nun endlich in Deutschland erschienen ist und ich wurde keinesfalls enttäuscht.
Zu aller erst muss ich erwähnen, dass „Evermore“ kein billiger Abklatsch von einer bestimmten Vampirreihe ist. Die vorliegende Handlung ist keine typische Vampirgeschichte (mehr will ich nicht verraten, sonst ist die Spannung und das Lesevergnügen weg), sondern eine andere Art von spannender und romantischer Fantasygeschichte, in der es die Autorin geschafft hat, phantastischen Helden neue Elemente und Ideen einzuverleiben. „Evermore“ wirkt durch herausragend ausgearbeitete Protagonisten und Handlungsstränge für ein Jugendbuch sehr erwachsen. So habe ich beim zweiten Mal lesen mehr auf Kleinigkeiten geachtet, die mir beim ersten Mal nicht aufgefallen sind und es ergibt wirklich alles einen Sinn. Was vorher nicht eindeutig erschien, lässt die Autorin nun in einem ganz anderen Licht sehen und sämtliche Widersprüche, die man in dem Roman finden kann, lösen sich auf. So zum Beispiel die Bedeutung einer roten Tulpe und einer weißen Rosenknospe.
Diese neue Reihe von Alyson Noel hat sehr viel Potential, wirkt glaubwürdig und verzaubert auf ganzer Linie, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.
Natürlich gibt es in diesem Roman auch eine Liebesgeschichte, die allerdings noch nicht richtig in die Tiefe geht, da sich die beiden Protagonisten erst einmal kennen lernen müssen und es noch vier weitere Bücher gibt. Ebenso wie die Liebe spielen andere Themen der heutigen Gesellschaft eine Rolle. So zum Beispiel Eifersüchteleien, Mobbing auf der Schule, Freundschaft und Feindschaft, aber auch das Thema Alkohol und dessen Auswirkungen auf die Seele. Aber auch lustige Themen kommen in diesem Buch vor, so ist es Evers kleine Schwester Riley, die für eine gute Portion Humor sorgt. Egal ob sie mit ihrer großen Schwester Ever Streitgespräche führt oder einfach nur immer wieder in ihrem Halloweenkostüm bei ihr auftaucht.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Ever erzählt, deren Zeitform allerdings im Präsens und nicht wie üblich im Präteritum gehalten wurde. Obwohl dies vielleicht für den einen oder anderen Leser gewöhnungsbedürftig sein könnte, liest man sich jedoch schnell ein. Mich persönlich hat diese andere Zeitform am Lesefluß nicht gestört, und ich fand diese andere Art des Erzählens sehr ansprechend, da man mehr das Gefühl hat die Geschichte leibhaftig mitzuerleben, wenn die Hauptprotagonistin direkt ihr Wort an den Leser richtet.
Da es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt wurde es in einfacher und verständlicher Sprache geschrieben. Der Schreibstil ist einfach und locker, die Spannung lässt nie nach und die Handlung schreitet stetig voran. Gekonnt fesselt die Autorin den Leser in ihrer mitreißenden Geschichte und verleitet den Leser dazu, auch noch die nachfolgenden Seiten zu lesen, da man endlich wissen will, was Damen für ein Geheimnis hat und ihm auf die Schliche kommen will. Für mein Empfinden war ich viel zu schnell mit dem Buch fertig, auch wenn ich mir einen etwas anderen Schluss gewünscht hätte. Hier überschlagen sich die Ereignisse und das Ende wurde von der Autorin sehr schnell abgehandelt. Vor allem die Erklärung zu den Unsterblichen und ihrer Unsterblichkeit war etwas dürftig und ich hoffe, dass dieses Thema im zweiten Buch noch mal aufgegriffen und erklärt wird.
Die Charaktere in diesem Roman wurden von der Autorin wunderbar herausgearbeitet und sind allesamt lebhafte, originelle und sympathische Charaktere mit allen Ecken und Kanten. Ihre Wesenszüge sowie Beweggründe sind sehr gut nachzuvollziehen und man erkennt jede Art von Reflexion in ihren Gefühlen. So zum Beispiel die 16-jährige Hauptprotagonistin Ever, deren Name alleine schon passend auf die Handlung gewählt wurde. Aufgrund ihrer persönlichen Geschichte kann man sehr gut nachvollziehen, warum sie innerlich so durcheinander ist. Sie hat bei einem Autounfall ihre gesamte Familie (Vater, Mutter, Schwester und Hund) verloren und gibt sich für diese Tragödie selber die Schuld. Seit jenem unheilvollen Tag hat sich ihr Leben komplett geändert. Nicht dass sie nun alleine im Diesseits zurückgeblieben ist, nun hat sie auch noch die Gabe, die Aura anderer Menschen zu sehen und ihre Gedanken zu hören. Dies kann manchmal zwar sehr nützlich sein, ist in ihrem Leben aber größtenteils eine Behinderung. Um diesen ganzen Einflüssen zu entgehen, versteckt sie sich hinter ihrem ipod und unter einem Kapuzenpulli und wurde somit zu einer Außenseiterin und einem Freak in ihrer Highschool abgestempelt. Ihre einzigen Freunde sind der schwule Miles sowie die verrückte Goth Haven. Aber auch von Toten bekommt Ever Besuch. So ist ihr ganzer Trost ihre Schwester Riley, die in Form eines Geistes immer wieder zu ihr zurückkommt und ihr hilft, Gefallen an ihrem neuen Leben zu finden.
Über Damen möchte ich nicht allzu viel sagen, da ich die Spannung nicht nehmen will. Nur soviel: Damen ist neu auf der Highschool und wird von allen umworben. Er ist in seinen Wesenszügen nicht perfekt, da er die Schule schwänzt und Pferdewetten eingeht, und genau das macht ihn so sympathisch. Die Liebe zwischen ihm und Ever entwickelt sich in der Geschichte nur langsam, da viele Geheimnisse und Ängste zwischen den beiden Hauptprotagonisten stehen und sie sich deshalb nach einer kleinen Annäherung immer wieder voneinander entfernen. Dazu kommt die Frage, was Damen eigentlich ist. Immerhin ist er nie besonders viel und trinkt ein seltsames rot-funkelndes Getränk…
Fazit
Alles weist auf das typische Klischee des Vampirbuchs hin: Vampir beisst Menschenfrau und verwandelt sie in seine Gefährtin. Doch ich wurde bei „Evermore – Die Unsterblichen“ eines anderen belehrt. Zumal etwas ganz unerwartetes hinter Damens Wesen steckt. Viele die dieses Buch lesen werden es vermutlich mit einer anderen Reihe einer bekannten Schriftstellerin vergleichen, aber ich mag behaupten, dass „Evermore“ viel besser und viel erwachsener ist. Vor allem ist es nicht so stock konservativ. Zwar gibt es in diesem Roman keine großen Liebeszenen, dennoch ergreift Damon die Initiative und will Ever an die Wäsche.
Dieser Roman ist eine superschöne Romantic Fantasy Geschichte, die in eine andere Welt mit all ihrer Magie entführt und süchtig macht.
Ich freue mich schon sehr auf das zweite Buch, welches Mitte 2010 erscheinen soll.
Wir danken dem Page & Turner Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
![]()
Verwandte Artikel:
- Hexenlust I – Sharon York
- Das Blut der Ketzer. Sephira 02 – Corina Bomann
- Die Krieger der Königin- L.J. McDonald
- Jägermond-Im Reich der Katzenkönigin – Andrea Schacht
- Der Palast der verlorenen Träume – Jennifer Fallon










Hey!
) Aber ich kann dieses Buch weder bei Amazon, Weltbild, Buecher.de oder in einer Buchhandlung meiner Nähe mit Hardcover auffinden…:( In den Regalen oder im Online-Shop finde ich es immer nur broschiert…Aber letztens habe ich bei eBay ein Angebot entdeckt und dieses Mitglied bietet es als gebundene Ausgabe an, doch ich bin aufgrund dessen, dass ich das Buch nirgends mit Hardcover finde etwas skeptisch…
Ich habe eine ganz klitzekleine Frage an dich, Sunny.
Bei “Ausgabe” hast du Hardcover angegeben und ich wollte gerne wissen ob dir dieses Buch im Internet bestellt hast. Ich selber bevorzuge Bücher mit festem Einband (also logischerweise auch Hardcover
btw…THX für den tollen Review!! Hat mich vom Vorhaben, dieses Buch zu kaufen, überzeugt!!! <33
Ich bin zwar nicht Sunny
, aber ich hoffe, auch ich kann Deine Frage beantworten.
In diesem speziellen Fall ist die Beschreibung Hardcover etwas irreführend. Selbst der Verlag gibt diese Ausgabeart an, schränkt sie aber mit dem Zusatz “Klappbroschur” ein. Also kannst Du wohl davon ausgehen, dass es das Buch nur broschiert gibt. Eine andere Ausgabe ist auch beim Verlag nicht zu finden.
Liebe Grüße
Melli
Hey Melli!

Vielen vielen lieben Dank für deine Antwort
Dann kann ich ja beruhigt aufatmen keine falsche Entscheidung getroffen zu haben – hab mir das Buch gestern bei Amazon bestellt (broschiert).
Also danke nochmal
LG
Marissa
Nachdem es mich dann jetzt auch gepackt hat, kam ich um eine Rezension nicht herum. Hier ist also meine
:
Bei einem Autounfall verliert die 16jährige Ever ihre ganze Familie. Wie durch ein Wunder, so scheint es, ist sie die einzige die dieses Unglück überlebt. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt zieht sie mit ihrer Tante Sabine ins sonnige Kalifornien wo sie fortan ihr Leben bestreiten wird. Sabine gibt sich alle Mühe mit dem trauernden Teenager, doch kann sie es dennoch nicht verhindern, dass Ever sich mehr und mehr abkapselt. Sie kann ja auch nicht wissen, dass das Verhalten ihrer Nichte nicht nur dem Trauerprozess angelastet werden kann, sondern einen anderen Grund hat: Seit dem Unfall kann Ever nicht nur die Auren der Menschen sehen, welche sie um geben, sie kann zudem auch noch ihre Gedanken hören – und sie bekommt regelmäßig Besuch von ihrer toten Schwester…
Nach und nach richtet sich Ever mehr oder weniger gut in ihrer neuen Situation ein. Ganz nach dem Motto „Man muß den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen“ bekämpft sie den Lärm in ihrem Kopf mit noch mehr Lärm aus ihrem iPod, den bunten Auren der Leute versucht sie mit einer Sonnenbrille zu Leibe zu rücken und ihr eigenes Dasein versteckt sie unter übergroßen Kapuzensweatshirts. Das ändert sich erst, als der neue an ihre Schule wechselt – Damen. In seiner Nähe verstummen die Stimmen in ihrem Kopf und auch die Auren der anderen scheinen sich aufzulösen. Dennoch weigert sie sich zuerst, Damens Bekanntschaft zu machen.
Nach und nach verbringen beide aber mehr Zeit miteinander und Ever taut langsam aber sicher auf. Doch Damen verunsichert sie in gleichen Maßen wie er ihr gut tut. Mal ist er aufmerksam und höflich, dann tut er wieder so als wäre sie gar nicht da. Heute flirtet er mit ihr, morgen flirtet er mit einem anderen Mädchen. Und auch Evers beste Freundin Haven meutert: Sie ist eifersüchtig und möchte Damen für sich haben. Das führt zu ausgewachsenen Eifersuchtsszenen zwischen den beiden Freundinnen. Und dann taucht auch noch Drina auf…
„Evermore – Die Unsterblichen“ ist der erste Band einer US-Amerikanischen Jugendbuchserie die auf 5 Bände ausgelegt ist. Auf den ersten Blick scheint hier alles klar zu sein, denn die Handlung erinnert schon sehr an die Bis(s) – Reihe von Stephenie Meyer. Doch im laufe der Handlung verliert sich dieser Bezug vollkommen, denn Evermore ist etwas ganz anderes.
Ever erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form und im Präsenz. Eine Tatsache die mir großen Spaß gemacht hat. Auf diese Weise erlebt man als Leser das Geschehen zeitgleich mit Ever, kann sich mit ihr vielleicht noch besser identifizieren als es der Fall gewesen wäre, wäre die Geschichte im Präteritum erzählt worden.
Alyson Noel hat unheimlich viele gute Ideen, die sie versucht in diesem Buch unterzubringen. Leider klappt das nicht immer so wie es vielleicht erwünscht wäre. Manche Szenen wirken auf den Leser zu sehr gewollt, beinahe konstruiert.
Ever erscheint dem Leser als sehr deprimiert und tieftraurig, was in ihrer Situation vollkommen verständlich ist. Aber anstatt das Mädchen diese Trauer überwinden zu lassen, versucht die Autorin der ganzen Gesichte einen Gegenpol zu schaffen, indem sie mit überaus fantastischen Elementen arbeitet und das Ganze daher ein wenig unglaubwürdig macht.
Ever und Riley sind die beiden Persönlichkeiten, die in diesem Buch unumstritten am besten ausgearbeitet wurden. Gerade für Riley ist das wohl auch sehr wichtig, denn ihre Rolle ist für das Geschehen Dreh- und Angelpunkt.
Dafür fehlt es Damen vielleicht manchmal ein bisschen Kontrast. Ist er als handelnde Person anwesend, wirkt er unheimlich präsent und nimmt einen großen Raum im Geschehen ein. Doch sobald er die Bühne verlässt, ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Dabei ist gerade er es, der den Leser mit seinen Eskapaden bei der Stange hält. Die Geheimnisse um ihn sind es, die die Geschichte lebendig erhalten.
Das Ende des Buches überrascht und enttäuscht dann gleichermaßen. Während Damen für eine mehr oder weniger große Überraschung sorgt, enttäuscht der Showdown doch gewaltig. Hier hätte ich mir viel mehr erwartet, denn an sich wirkt dieser Jugendroman weder konservativ noch langweilig. Wichtige Themen wie Freundschaft, Eifersucht, Liebe und Treue werden zwar angesprochen und liefern durchaus auch Gründe für die Handlungen, aber gerade am Ende wäre soviel mehr möglich gewesen! Die Auflösung der vielen Geheimnisse wirkt konstruiert und „mal eben“ geschrieben. Nach der letzten Seite bleibt der Leser mit einem „Das soll es jetzt gewesen sein?“ – Gefühl zurück.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass es der Autorin im zweiten Band gelingt, diese Schlappe wieder auszubügeln, von mangelndem Potential und wenigen Ideen kann hier absolut keine Rede sein.
Ich finde dieses Buch einfach supiiii! Bin grad dabei mir die anderen Bücher zu besorgen. Ich habe evermore die Unsterblichen in einer Nacht durchgelesen. Ich konnte und wollte nicht aufhören. Ich liebe diese Geschichte!!! Viele Grüße
Ich finde das buch ist eine sucht ..
es ist unsterblich schön und ich glaube ich werde traurig sein wenn ich die ganze buchreihe durch habe
<3