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Etanas Söhne I. León, Alejandro & Nathan: Tödliche Bedrohung – Antje Jürgens

Etanas SöhneEtanas Söhne I: León, Alejandro & Nathan, Band 1

Verlag: Tredition GmbH | Leseprobe
ISBN:
978-3-86850-509-2
Seiten: 292
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
16,99 €
ET:
11.2009

Alisha, Carmen und Jasmin sind unverhofft auf etwas Fremdes, Unwirkliches gestoßen. Etwas von dem in vielen Kulturen erzählt wird. Wer kennt nicht die Mythen über Vampire. Egal, ob sie als Dhampire, Untote, Ghuls, Nosferatu, Widergänger oder auch Kinder der Nacht bezeichnet werden – alle haben eins gemeinsam: Sie brauchen Blut zum Überleben. Genau wie die drei Etanaer, die da so plötzlich in das Leben der Frauen stolpern. Sie sind Nachkommen Etanas, des ersten Königs von Guan-Eden im Land Ken-Gir. Angehörige einer uralten Rasse, entstanden aus unsäglicher Trauer, dem Flehen um Hilfe und der Laune eines Gottes. Die Etanaer existierten göttergleich so lange das Land Ken-Gir bestand. Nach dem Zerfall des Reiches verloren die Götter jedoch zunehmend an Bedeutung. Wütend und maßlos enttäuscht von der Ignoranz der Menschen zogen sie sich zurück. Auf sich allein gestellt mussten Menschen und Etanaer miteinander auskommen. Mit der Zeit begannen die Menschen die überlegene Rasse jedoch zu fürchten und neideten ihnen ihre Reichtümer. Nicht lange danach kursierten fürchterliche Geschichten über die Etanaer, die größtenteils jeglicher Grundlage entbehrten. Es dauerte nur noch kurze Zeit bis die Menschen anfingen, sie unerbittlich zu jagen. Sie hatten Wege und Möglichkeiten gefunden, wie sie das Leben eines Etanaers beenden konnten und setzten diese gnadenlos ein. Im Laufe der Jahrtausende lebten die Etanaer als Subkultur unter den Menschen. Bei Gefahr zogen sie sich zurück und fingen an anderen Orten neu an. Auf diese Weise verbreiteten sie sich auf allen Kontinenten der Erde. Sie lernten sich anzupassen. Lernten ihre angeborenen Fähigkeiten und den Umstand, Blut trinken zu müssen, zu verbergen. Etanaer entsprechen vielleicht nicht ganz dem Bild, dass sich der eine oder andere von uns von einem Vampir macht – aber sie brauchen Blut zum überleben. Und sie sind überall auf der Welt. Vielleicht sogar direkt nebenan …. Ach ja, und dann ist da noch Erzsébet und ihr Kreis von Elevinnen. Erzsébet, die eigentlich seit vierhundert Jahren tot sein müsste, denn sie ist nur ein Mensch. Und sie benötigt zum Überleben das Blut der Etanaer, da Menschen ihr alleine auf Dauer nicht reichen.

Meine Rezension

In ihrem recht ausführlichen Vorwort schreibt Antje Jürgens, dass sie eigentlich nicht vorhatte, einen Roman zu schreiben ,und dass dies eher aus einer Laune heraus dann doch passiert ist. Irgendwie merkt man das dem Roman dann auch an. Der Stil ist unausgegoren und vieles liest sich eher wie ein Bericht oder ein Schulaufsatz. Ehrlich gesagt wundert es mich auch nicht, dass der Roman im Selbstverlag erschienen ist… Zudem tauchten schon in den ersten Seiten so viele Personen auf, das fand ich etwas anstrengend: man ist gerade einigermaßen bei einer Figur und schon springt die Handlung.

Erotik… ich finde hier keine. Was anscheinend erotisch wirken soll, wirkt für mich nur plump. Ich denke, ich habe wohl einfach ein anderes Verständnis als die Autorin in dieser Hinsicht. Zudem hat mich auch keine der Figuren wirklich gefesselt. Das liegt mit Sicherheit daran, dass sich hier einfach viel zu viele Figuren tummeln und man schnell den Überblick verliert, wer nun eigentlich wer ist und warum er wie handelt.

Die Abstände, in denen die Figuren auftauchen, sind zum Teil auch viel zu kurz gehalten, man springt hin und her, aber es passt irgendwie nicht so recht zusammen. Es gibt zwar schon einen roten Faden, aber andererseits hat man trotzdem nicht das Gefühl, dass das Ganze auf irgendetwas hinauslaufen würde. Gut, dies ist natürlich erst der erste Band einer Reihe, aber dennoch, irgendwie hat man eigentlich mehr damit zu tun, nicht zu vergessen wer wer ist, als sich näher mit der Handlung zu beschäftigen.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass sich die drei männlichen Hauptfiguren, um deren Suche nach der richtigen Frau es im Grunde geht, zu sehr ähneln. Da ist kaum ein Unterschied zwischen der Vergangenheit der drei, was Frauen angeht. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität gewünscht. Desweiteren kommt einfach nicht rüber, dass sich die drei Männer und Frauen wirklich ineinander verlieben. Das wird alles sehr auf einer triebhaften, eher tierischen Schiene erklärt und dadurch erscheinen die Frauen eher als Objekte und Gebärmaschinen. Ich habe schnell gemerkt, dass die Autorin schon versucht, diesen Eindruck zu relativieren, für mich jedoch nicht sehr überzeugend. Zudem ist es einfach so, dass die Vergewaltigungen, die hier zum Teil stattfinden, sehr schnell relativiert werden, und vor allem Leon nicht zu begreifen scheint, was er eigentlich getan hat. Das hat mich von Anfang an gestört und die Reaktionen der Frauen sind in der Hinsicht auch unrealistisch. Die großen Gefühle nehme ich jedenfalls keiner Figur ab und alles erscheint sehr gewollt – aber nicht gekonnt…

Zudem versucht die Autorin, zum Teil einfach zu viel geschichtlichen Hintergrund zu verpacken. Das sorgte bei mir jedoch dafür, dass ich nur noch die Augen verdreht habe, wenn das mal wieder passierte. Gut, die Autorin kann natürlich nichts dafür, dass ich es nicht so mag, wenn man historische Ereignisse in einem Roman so deutet, dass sie mit Vampiren oder ähnlichem zu tun hatten. Wobei es natürlich auch ein bisschen auf die Umsetzung ankommt. Für meinen Geschmack ist diese jedenfalls nicht besonders gelungen.

Schwierig ist natürlich auch das Thema Vampire, momentan ist da einfach zu viel auf dem Markt, das sich von der Idee her gleicht und dadurch erwischt man, finde ich, nur selten einen Roman, der wirklich gut ist. Reihen haben es dann auch nochmal doppelt so schwer bei mir. Leider baut die Autorin für meinen Geschmack keinen Spannungbogen auf. Die Handlung dümpelt vor sich hin, obwohl! sehr viele Ereignisse auf wenigen Seiten erzählt werden. Davon wird man, finde ich, richtig erschlagen. Dennoch kommt das Ganze einfach nicht so recht in die Gänge und irgendwann fragt man sich nur noch, was das Ganze eigentlich soll.

Bleibt noch zu meckern, dass ich das Cover auch nicht besonders mag… Desweiteren ist der Anhang, so wie er in diesem Band zu finden ist, schlecht zusammengestellt. Es ist einfach nicht sinnvoll, Figuren dort aufzuzählen, die in diesem Band noch keine Rolle spielen. Da eh schon so viele verschiedene Figuren auftauchten, verwirrt das umso mehr. Außerdem habe ich auch den Eindruck, dass man so Dinge erfährt, die man aufgrund der Spannung vielleicht als Leser im Vorfeld noch gar nicht wissen möchte. Sinnvoll wäre eine Zusammenstellung des Beziehnugsgeflechts, der in Band eins vorkommenden Personen gewesen. So wird der Leser meiner Meinung nach leider eher verwirrt, da er ja manche  Zusammenhänge noch nicht kennt. Die Fremdwörter, die sich vor allem auf die Etanier beziehen, aufzulisten, fand ich durchaus sinnvoll, allerdings hätte ich es zum Teil besser gefunden, wenn es in der Handlung selbst irgendwie erklärt worden wäre, da man so doch öfter mal nachblättern muss. Ansonsten fand ich den Einsatz solcher Wörter zum Teil auch etwas übertrieben. Irgendwie zu gewollt. Aber das ist eine persönliche Empfindung.

In ihrem Vorwort schreibt die Autorin, dass eine Freundin, aufgrund des Gemeckres über einen Roman, zu ihr gemeint hat, “machs mal besser”. Vielleicht würde sie das zu mir ja auch sagen, wobei sie selbst auch zugibt, dass es gar nicht so einfach sei, zu schreiben. Das sehe ich genauso. Ich finde es auch durchaus mutig, dass Frau Jürgens sich überhaupt getraut hat, den Roman zu veröffentlichen. Aber mich kann sie damit nicht bei der Stange halten und dieser erste Band wird auch der letzte sein, den ich von ihr lesen werde. Ich glaube, sogar selbst Freunde des Genres werden damit nur bedingt glücklich werden.

Fazit

Zu viele Figuren in einem Roman verpackt funktionieren einfach nicht.
Erotik ist Ansichtssache.
Liebe ist für mich nicht gleich Begierde.
Ich werde diese Reihe nicht weiter verfolgen!

Meine Bewertung

1 von 5 Büchern

Herzlichen Dank an Antje Jürgens und Tredition für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Letztes Update: 18. September 2011

Autor des Artikels

Carolin N. Kiener
Rezensentin

Ich bin im Grunde in allen Genres zu Hause, bei Science Fiction und Fantasy bin ich allerdings sehr wählerisch und da kommt mir dann auch längst nicht alles ins Regal.

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