In fremden Räumen – Damon Galgut
Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3-442-54675-6
Seiten: 256
Ausgabe: Hardcover
Preis: 16,99 €
ET: 10. 2010
Er ist ein Wanderer, der nie anzukommen scheint: Damon, der junge Mann, der auf langen Reisen nach sich selbst sucht und dessen Weg stets auch in sein Inneres führt, ist ein Rastloser, ein Getriebener. Heimatlos, aber voller Sehnsucht nach einem Ort oder einem Menschen, der ihm Geborgenheit vermitteln kann. Doch ob als Gefährte eines jungen Deutschen in Afrika, als Begleiter einer Gruppe Rucksacktouristen oder als Beschützer einer psychisch labilen Frau: Er muss schließlich alle Wege allein zu Ende gehen. Sein Leben aber wird durch jede Reise tief geprägt und für immer verändert.
In drei Geschichten über Sehnsucht und unerfülltes Verlangen, Zorn und Mitleid entblößt der Erzähler vor dem Leser sein Innerstes.
Meine Rezension
3 Geschichten, drei Erlebnisse die Damons Leben bestimmen und ihn nicht loslassen:
Afrika, Damon ein junger Südafrikaner sucht sich seinen Weg. Auf einer seiner Reisen trifft er auf einen jungen Deutschen der ihn auch lange nach der Begegnung nicht loslässt. Und dann ist da noch eine Reisegruppe die ihn magisch anzieht und eine gute Freundin für die er am Ende nichts mehr tun konnte, weil sie ihrem Leben für immer ein Ende setzen wollte.
Der Stil ist ungewöhnlich, vielleicht sogar etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr poetisch. Drei Geschichten, die alle aus Damons Sicht geschrieben sind, jedoch trotzdem in der 3. Person erzählt werden. Zu Beginn ist diese Erzählweise wirklich etwas merkwürdig vor allem dann, wenn Damon für ein zwei Sätze in die Ich Perspektive wechselt. Hier wird dann aber auch klarer aus wessen Erinnerung heraus die Handlung entsteht. Die Erzählungen wirken fast poetisch, sie sind traurig schön und obwohl immer wieder diese traurige Stimmung herrscht, habe ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt.
Damon ist eine einsame Figur, der immer wieder versucht diese Einsamkeit zu überwinden. Doch so manches Mal steht er sich dabei selbst im Weg, oder aber er traut sich nicht einen Schritt weiter zu gehen. Vor allem in der 1. Geschichte wird dies recht deutlich. An einer Stelle, einem Moment, hätten die Beiden weitergehen können, aber dann ist dieser vorbei und sie driften wieder voneinander weg.
Die zweite Geschichte hat mich insgesamt am wenigstens berührt auch wenn ich sie genauso gut fand wie die beiden Anderen. In ihr wird vor allem Damons Einsamkeit und seine Sehnsucht deutlich, die er in sich verspürt. Er kann sie nur nicht so recht in Worte fassen.
Am traurigsten aber hat mich die dritte Geschichte gestimmt. Eine Selbstmord gefährdete Freundin, die Damons Hilfe einfach nicht annimmt. Er kann ihr deshalb nicht helfen, aber nicht weil er es nicht versucht hätte, sondern weil sie ihm keine Chance gibt.
Galgut erzählt alle drei Geschichten sehr intensiv, obwohl er distanziert schreibt, hat man nicht das Gefühl ein Beobachter zu sein, vielmehr sieht man alles durch Damons Augen, seine Erinnerung. Das ist sehr merkwürdig, da Damon ja alles in der 3. Persohn erzählt, um sich selbst zu distanzieren, dennoch merkt man, dass er sich doch nicht ganz lösen konnte.
Der Autor selbst schreibt extrem lebendig und packend, packend insofern als das die Figur Damon Einen nicht mehr loslässt. Er berührt und man hofft, dass er seine innere Unruhe und die Traurigkeit überwinden kann.
“In fremden Räumen” ist für mich eine große Überraschung in diesem Jahr, ohne eine genauere Ahnung über das Buch zu haben habe ich mich darauf eingelassen und es definitiv nicht bereut! Für mich eines der besten Bücher die ich dieses Jahr bisher gelesen habe!
Meine Bewertung
Vielen Dank dem Manhatten Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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