Die Seele der Wüste – Jane Johnson

Verlag: Page & Turner | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442203444
Seiten: 500
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,99
ET: 08.2010
London: Die erfolgreiche Steuerberaterin Isabelle Fawcett führt ein zufriedenes, aber wenig aufregendes Leben. Doch eines Tages macht Isabelle auf dem Dachboden ihres Elternhauses eine Entdeckung: In einer alten Schachtel findet sie ein silbernes Tuareg-Amulett mit einer geheimen Inschrift. Das Geheimnis des Amuletts lässt Isabelle nicht mehr los. Und so reist sie in die Sahara, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Bei ihren Nachforschungen stößt sie immer wieder auf den Namen Mariata.
Marokko, etwa fünfzig Jahre früher: Die junge Tuareg Mariata verliebt sich in den Krieger Amastan. Doch ihr Vater zwingt sie, mit ihm und seiner neuen Frau in ein Haus im Süden von Marokko zu ziehen. Als er sie auch noch gegen ihren Willen verheiraten will, flieht Mariata in die Wüste. Voller Sehnsucht begibt sie sich auf eine lange, beschwerliche Reise quer durch die Sahara – immer auf der Suche nach Amastan.
Je mehr Isabelle über die Geschichte von Mariata erfährt, umso deutlicher wird, dass ihr Leben und das der Tuareg untrennbar miteinander verbunden sind.
Meine Rezension
Isabelle hatte schon als Kind kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Als dann ihr Vater stirbt, scheint sich für die erfolgreiche Steuerberaterin nichts zu verändern. Doch sie folgt, wenn auch etwas widerwillig, einer Spur ihres Vaters: Mit einem Tuareg-Medaillon und ihrer besten Freundin fährt sie nach Marokko, um heraus zu finden, welche Bedeutung dieses Schmuckstück in ihrem Leben hat…
Jane Johnson erzählt die Geschichte des Medaillons in zwei Erzählsträngen: Man lernt zuerst Isabelle kennen und erfährt, wie sie zu dem Medaillon kommt. Danach nimmt die Autorin den Leser mit nach Marokko und stellt ihr die junge Mariata vor.
Und so geht es auch abwechselnd immer und immer weiter, den ganzen Roman durch. So kommt man in jedem Handlungsstrang nur langsam voran.
Auf der einen Seite erzeugt dieses versetzte erzählen für jede Handlung eine gewissen Spannung, aber es wird auch hin und wieder lästig. Man bleibt nie wirklich lange bei Isabelle oder Mariata. Hat man sich daran gewöhnt, mit einer der beiden Frauen seine Phantasie zu teilen, muss man sich auch schon wieder auf die andere einlassen. An einigen Stellen fand ich das Buch daher sehr unruhig und zerstückelt.
Auch lernt man die beiden Frauen meiner Meinung nach nicht richtig kennen, weil man zu wenig Zeit mit ihnen am Stück verbringen kann. Zwar schafft es die Autorin genug Hinweise zu geben, so dass man sich denken kann, wie diese Frauen sind, aber für mich war es fast zu wenig. Ich hätte mir das mehr Tiefe gewünscht.
Die Geschichte selbst fängt sehr ruhig an. Doch bis die Geschichte richtig in Schwung kommt, dauert es fast 150 Seiten. Das ist meiner Meinung nach einfach zu viel, da ich mich auf diesen ersten 150 Seiten beinah gelangweilt habe, da weder Isabelles Geschichte noch die von Mariata bis dahin vermag zu fesseln. Ich habe daher ernsthaft überlegt, ob ich das Buch wirklich zu Ende lesen mag.
Was ich hingegen sehr gelungen fand, war die Verknüpfung der beiden Erzählstränge: Natürlich war von Anfang an klar, dass sie irgendwie miteinander verbunden sein müssen, aber wie sie letzten Endes verbunden sind, hat mich dann doch sehr überrascht und war für mich nicht vorhersehbar.
Auch wenn mich „Die Seele der Wüste“ nicht komplett für sich einnehmen konnte, ist es ein sehr solider Roman, der einen doch gut unterhalten kann, wenn man ihm eine Chance gibt.
Meine Bewertung
Vielen Dank an den Page & Turner Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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