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Archiv für die Kategorie „Sachbücher“

ES läuft: Sei stark, Schweinehund! – Marvin Running

Verlag: Sportwelt Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN:978-3941297067
Seiten: 307
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 11.2010

Marvin ist ein Schweinehund. Ich weiss, dass es nicht sehr nett ist, den Autor eines Buches als Schweinehund zu bezeichnen, noch bevor man auf das eigentliche Buch zu sprechen gekommen ist, aber in diesem Fall hat es schon alles seine Richtigkeit. Marvin ist wirklich ein Schweinehund und hat das große Pech einen Laufenthusiasten als Herrchen zu haben. Statt faul auf der Couch zu lümmeln und sich mit Chips voll zu stopfen, was ja ganz nach Marvins Geschmack wäre, läuft sein Herrchen sich die Seele aus dem Leib und das nicht nur in aller Herrgottsfrühe bevor der eigentliche Arbeitstag überhaupt begonnen hat.
Der kleine, grummelige aber doch recht sympathische Schweinehund wird auch in schöner Regelmäßigkeit in die wildesten Laufabenteuer verwickelt.
Seien es Canyon- Durchquerungen in Amerika, der Sturm auf einen Tafelberg in Südafrika oder einfach nur ein Survival- Trip im hohen Norden, Marvin muss mit und kann sich einfach nicht dagegen wehren. Wie auch?
Das Einzige was er machen kann ist seinen Frust in einem Buch Luft zu machen, um der Welt zu zeigen, was er doch für ein armer Schweinehund ist. Er ist sogar so arm, dass sein Herrchen ihn auch noch malträtiert, auch wenn es verletzungsbedingt nicht laufen kann.

Seine Memoiren, über 8 der haarsträubendsten Laufabenteuer (bisher), hat er in diesem 300 Seiten starken Büchlein niedergeschrieben. Was den Leser am meisten überraschen wird ist das Marvin einen recht passablen Schriftsteller abgibt, der es wirklich versteht seine Leser gut zu unterhalten. Mit meist bissigen Kommentaren und Seitenhieben versucht er sein Herrchen immer wieder auf die “dunkle” Seite zu ziehen. Ihm doch Faulheit und Schokocrossies schmackhaft zu machen und ihn vom tugendhaften Weg, bestehend aus Dauerlauf und Müsliriegeln, abzubringen.
Leider zündet hier nicht jeder Witz oder jede Bemerkung, was aber auf Grund der hohen Pointendichte in diesem Buch leicht zu verschmerzen ist, so das man sich doch recht oft dabei ertappt über Marvins Leidenswege zu schmunzeln.
Das Buch als solches beschäftigt sich weniger mit dem Laufen selbst, sondern mehr mit den Erfahrungen, die einem als passionierten Läufer so unterkommen können.
Es erzählt über Land und Leute und auch die Unbilden, die einem das Wetter, oder die Natur generell, beim Laufen so aufbürden kann. Somit fällt das Buch eher in das Segment der Unterhaltungsliteratur und richtet sich nicht nur an (Hobby-) Sportler sondern auch an Leser, die vielleicht auch mal einen Abstecher weg von der üblichen Belletristik machen wollen.
Den Einzigen kleinen Mangel, den ich als Leser ausmachen konnte, ist, dass es mir manchmal zu wenig “Drumherum” war. Damit meine ich das Marvin zum Beispiel in Amerika war und den Crand Canyon durchlaufen, aber all dies auf gerade mal 33 Seiten abgehandelt hat. Gerade weil ich dem inneren Schweinehund hier gerne zugehört habe hätte ich mir hier doch gewünscht etwas mehr über Land und Leute zu erfahren.

Sieht man aber mal von diesem subjektiven Punkt ab, so ist es ein wirklich unterhaltsames Büchlein, das den interessierten Leser, gerade jetzt zur heißen Sommerzeit am Badesee, doch gut unterhalten wird.
Wer mit Mission Marathon von Lothar Koopmann durch ist findet mit Es läuft einen wirklich guten Nachfolger.

Vielen Dank an den Sportwelt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Mission Marathon – Lothar Koopmann

Verlag: Sportwelt | Leseprobe
ISBN: 978-3941297043
Seiten: 251
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 03.2010

Es ist steht’s immer nur eine lapidare Idee, ein Gedankenblitz den man kurz fasst und dann wieder fallen lässt. Aber dennoch ein Gedankenblitz der sich bei vielen ins Unterbewusstsein nistet um dann dort zu einem richtigen Gedanken heranzureifen.
So auch bei Lothar Koopmann dem das Laufen als nette Idee erschien bis er sich dafür ernsthaft zu interessieren begann.
Er und seine ihm angetraute Ehefrau beschlossen sich einem Laufclub anzuschließen um professionell Laufen zu lernen. Der krönende Abschluss ihres Vorhabens sollte eine Wettkampfdistanz von 10 Kilometer sein.
Doch schnell wurde klar, dass sich dies gar nicht mal so einfach gestaltete. Allen voran mussten mal neue Schuhe her, da man mit den ursprünglich für diesen Zweck gedachten Tretern einen ordentlichen Fehlgriff getan hatte. Auch die Kleidung erwies sich als bei weitem nicht so “intelligent” wie gedacht, so dass das schlabrige Baumwollshirt Schweißabsorbierenden Textilien weichen musste.
Hatte man sich nun, unter Aufwand von Zeit und Geld, das richtige Equipment zurechtgelegt ging es daran den Körper an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen, was nicht nur hieß, dass man ihn Trainingseinheit für Trainingseinheit immer ein Stückchen weiter trieb, sondern auch, dass man auf ihn hörte und ihm all die benötigten Stoffe mit Nahrung und Flüssigkeit zuführte, die er während des Trainings verlor und ihm auch die nötige Ruhe zusprach, die er braucht um sich zu regenerieren.
Mit all diesen Voraussetzungen und viel gutem Willen für die Sache quälten sich nun Lothar Koopmann und seine Frau wochenlang um ihrem Ziel dem angepeilten 10 Kilometer- Lauf entgegenzurennen.
Doch just vor dem erhofften Tag auf den man so lange hingearbeitet hatte machte eine gemeine Verletzung am Fuß Lothar einen Strich durch die Rechnung, so das lediglich seine Frau am Wettkampf teilnehmen konnte und er in die Zuschauerschaft verbannt wurde.
Doch der gute Mann ließ sich nicht davon abhalten und fasste einen für ihn wahnwitzigen Beschluss: -Ich laufe Marathon-
Knapp 2 Jahre sollte es dauern bis Lothar Koopmann diesen Wunsch auch in die Tat umsetzen und bei einem richtigen Marathon über 42 Kilometer ins Ziel einlaufen konnte.

Seine Erinnerungen und Gedanken über diese zwei Jahre hat er in seinem Buch Mission Marathon zusammengefasst. Von den Anfängen über die Rück- und Tiefschläge verletzungsbedingter Schicksale, bis hin zu seinem persönlichen Triumph sein Ziel erreicht zu haben. Dabei schwingt er meist eine recht lockere Feder, wenn er über das Laufen im allgemeinen aber auch über Nordic Walker, Hundebesitzer oder über die Unterstützung seiner Familie bei seinem Vorhaben sinniert.
Auch wenn Humor Geschmackssache ist und der hier schreibende Rezensent nicht immer wirklich was zum Schmunzeln fand, da Pointen oftmals doch etwas gekünstelt und wie mit der Pistole draufgeschossen wirkten, so muss man dennoch sagen dass das Buch nie langweilig wurde und auch bei einem Couchpodato wie mir durchaus, vielleicht jetzt nicht direkt Interesse am Laufsport, aber zumindest eine etwas andere Sichtweise auf Marathonläufer und ihre Intentionen diesen Sport zu betreiben wecken konnte.

Wer Interesse an Büchern mit sportlichen Inhalt und persönlicher Erfahrung hat, dem ist Lothar Koopmanns Buch wirklich zu empfehlen, aber auch Leser, die dieses Buch vielleicht nur zufällig in die Hände bekommen, sollten es nicht ungelesen ins Regal zurückstellen.

Vielen Dank an den Sportwelt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Dämonen, Monster, Schattenwesen – Tabea Rosenzweig, Sergey Koenig

Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-8025-8155-7
Seiten: 256
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95
ET: 04.2008

Wer war der gerissene Ahuizotl, der kannibalische Nukekubi und der irrsinnige König in Celb? Wen versetzten diese unheimlichen Kreaturen in Angst und Schrecken?
Dämonen und Monster sind von jeher die Begleiter der Menschheit, doch durch die Fülle an Fantasy-Romanen und Fantastik-Filmen sind sie populär wie nie zuvor. Dieses Nachschlagewerk versammelt sie alle in einer »Hall of Fame der Kreaturen« und führt unterhaltsam und informativ durch die ganze Welt der Fabelwesen. Geschöpfe der Nacht und Lichtgestalten sind ebenso vertreten wie mythische Götter, Drachen, Elfen und Feen.
Durchgängig illustriert mit einer Fülle von Filmbildern, Gemälden und Zeichnungen.
Hierbei handelt es sich um eine weitgehend überarbeitete, erweiterte und ergänzte Neuauflage des 2002 bei vgs erschienen Titels “Das Buch der Dämonen”.

Meine Rezension

Bei “Dämonen, Monster, Schattenwesen” handelt es sich um ein Lexikon von von A-Z der unterschiedlichsten Fabelwesen, mystischen Kreaturen, Monster und was man sich alles unter Zwielicht-Wesen vorstellt. Das Werk erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, erreicht diese natürlich auch keineswegs. Viele in der Urban-Fantasy erwähnten und “benutzten” Wesen sind in diesem Buch nicht aufzufinden. Eine Tatsache, die ich sehr schade finde, da gerade hier Gestalten auftauchen, mit denen ein normaler Leser nicht vertraut sein kann und ein solches Nachschlagewerk helfend zu Rate ziehen können sollte. Also kann man dem Autor nur empfehlen, weiterzu sammeln und Band 2 und 3 und 4… zu verfassen.
Andererseits handelt es sich hierbei um eine beachtliche Sammlung von Gestalten, vor allem allerdings um Klassische: so aus der Antike, Christentum und griechischen Mythologie, Fabel- und Märchenwesen, aber auch aus den unterschiedlichen Kulturen wie Japan, Indien etc, etc. Die Beschreibung der einzelnen Wesen ermöglicht ein grundlegendes Verständnis um was es sich handelt und fügt meistens hinzu, in welchen Filmen oder Büchern diese anzutrefen waren oder wie das Wort und eine Geschichte darum entstanden sein können. Die geschichtlichen Hintergründe u.ä. werden teilweise mit Zitaten anderer (berühmter) Autoren untermauert.
Häufig waren mir die Beschreibungen etwas zu oberflächlich und manchmal auch zu unverständlich. Allerdings kann ich das den Autoren nicht zur Last legen, denn es ist nur ein dünnes Buch und dennoch haben sie es geschafft ca. 250 Kreaturen zusammenzufassen.

Man kann also hoffe, dass die Autoren mit diesem Band nicht aufhören und weiter sammeln und für uns zusammenfassen.

Meine Bewertung

Vielen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


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Granatapfeljahre – Sue Monk Kidd

Verlag: BTB | Leseprobe
ISBN: 978-3-442-74084-0
Seiten: 384
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 06.2010

Sue Monk Kidd hat mit ihren Romanen „Die Bienenhüterin“ und „Die Meerfrau“ Millionen Leser weltweit begeistert. Mit „Granatapfeljahre“ legt sie ihr bislang persönlichstes Buch vor. Gemeinsam mit ihrer Tochter Ann erzählt sie von ihren inspirierenden Reisen durch Griechenland. Sue steckte in einer Krise: Sie hatte Probleme mit dem Älterwerden, fühlte sich ausgelaugt. Und auch Ann, gerade frisch von ihrem Freund getrennt, den College-Abschluss in der Tasche, wollte ihr Leben neu ausrichten. Gemeinsam brachen die beiden Frauen auf in das Land der Granatäpfel – einer Frucht, die seit jeher für Leben und Fruchtbarkeit steht. Dieses Buch ist mehr als ein Reisebericht: Es ist eine Suche nach dem Glück, ein Plädoyer für die Weiblichkeit, das Zeugnis einer tiefen Mutter-Tochter-Verbindung. Es gibt uns ein Rezept an die Hand, wie wir den Weg zu uns selbst am besten beschreiten. Es handelt vom Glück, unterwegs zu sein.

Meine Rezension

Noch bevor ihr weltweiter Erfolg „Die Bienenhüterin“ entsteht, wird die Autorin Sue Monk Kidd 50 Jahre alt. Ein Alter, dass langsam aber sicher den Übergang von der jungen zur älteren Frau darstellt, wie die Autorin selber beschreibt. Für die Autorin ist es eine Phase im Leben, die sich nicht ohne weiteres annehmen kann, ein Bedürfnis verspürt sich neu zu erfinden.
Was sie zusätzlich quält ist das Bewusstsein, dass sich auch ihre Beziehung zu ihrer Tochter Ann verändert.

Ann wiederrum hat gerade das College abgeschlossen und verfällt in eine tiefe Depression, nachdem sie von der Uni abgelehnt wurde, die für sie die einzige Möglichkeit bot. Mit der Absage fühlt sie sich bestätigt: sie ist für diese Welt unzulänglich und strotzt nur so vor Fehlern. Auch sie ist, ähnlich wie ihre Mutter, auf der Suche nach einer Alternative, nach ihrer Identität.

Beide reisen zusamen immer wieder nach Griechenland und Frankreich und kommen sich als Mutter und Tochter wieder näher, aber finden auch sich selbst wieder…

Ich war seiner Zeit von Kidds Bienenhüterin sehr angetan und so habe ich nicht lange zögern müssen, als ich das Angebot bekam, das neuste Werk Granatapfeljahre zu rezensieren.

Während ich Die Bienenhüterin nicht aus den Händen legen konnte, war ich von diesem Werk erstmal sehr enttäuscht und war drauf und dran das Buch vorzeitig nach 130 Seiten zu beenden.
Natürlich war mir von Anfang an klar, dass ich hier keinen Roman lese, sondern eine Mischung aus einem Reisebericht und einem Erfahrungsbericht.
Dennoch waren grade die ersten 130 Seiten äußerst zäh: Auf diesen Seiten wird immer und immer wieder die Symbolik des Demeter/Persephone Mythos und die des Granatapfels erwähnt und immer wieder aufs neue erklärt. Hier muss ich zugeben, dass ich mir ein wenig für dumm verkauft vorkam, da die Wiederholung derart penetrant waren, dass es den Anschein hatte, als wollen die beiden Frauen auch sichergehen, dass wirklich jeder Leser versteht, was es mit beiden Symbolen auf sich hat.

Danach wird das Buch wesentlich lockerer und es wird nicht mehr so verkrampft an den oben genannten Symbolen festgehalten. Es macht dann wirklich Spaß mit beiden Frauen auf Reise zu gehen und durch Griechenland und Frankreich zu ziehen.

Der Klappentext ist meiner Meinung nach mal wieder – wie es leider häufig der Fall ist – leicht unzutreffend. Er verspricht folgendes: „Es [das Buch] gibt uns ein Rezept an die Hand, wie wir den Weg zu uns selbst am besten beschreiten.“
Das trifft meiner Meinung nach nicht ganz zu, denn ein Rezept gibt uns Zutaten mit festen Maßeinheiten an die Hand und sagt uns, was genau wir zu tun haben, damit das Gericht gelingt.
Doch genau das gibt uns das Buch nicht an die Hand: Der Leser begleitet zwar beide Frauen auf ihrem Weg zur Selbsterkenntnis, aber sie sagen nicht, dass dieser Prozess nur so und so laufen kann. Man kann als Leser nur versuchen eine Erkenntnis für sich aus dem Gelesenen abzuleiten und individuell anzupassen. Granatapfeljahre zeigt nur, wie der Weg zu uns selbst aussehen könnte und kann da für Orientierungslose eine kleine Hilfe sein, sich zu orientieren.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass Ann Kidd Taylor und Sue Monk Kidd abwechselnd erzählen und ihre Kapitel aufeinander aufbauen: man läuft so in der Chronologie ständig weiter und Wiederholungen finden dann nur noch statt, wo es wirklich sein muss.

Fazit: Granatapfeljahre ist ein ruhiges Buch, das ich all jenen empfehlen kann, die an der Autorin Sue Monk Kidd interessiert sind, aber auch ganz allgemein am Menschen. Es lässt einen in die Gedanken- und Gefühlswelt zweier Frauen blicken und zeigt so, dass viele Probleme mit denen auch wir kämpfen, und für die wir uns evt. schämen, auch andere betrifft und es dafür eine Lösung gibt. Man muss sich nur sich selbst und seinen Problemen stellen.

Meine Bewertung

Vielen Dank dem BTB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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Alles über Shakespeare – Charlotte Lyne

Verlag: Thiele
ISBN:
978-3-85179-080-1
Seiten: 239
Ausgabe:
Hardcover
Preis:
29,00 €
ET:
02.2009

Als der Sohn eines Handschuhmachers 1564 in dem kleinen Ort Stratford-upon- Avon geboren wird, ahnt noch keiner, daß er der Verfasser jener unsterblichen Stoffe und Stücke werden soll, die uns heute noch erheitern, begeistern und in ihren Bann ziehen. Bei seinem Tod hinterläßt uns William Shakespeare 36 Dramen, zwei Versepen, 154 Sonette und jede Menge Fragen und Antworten. Shakespeare ist der meistgespielte Bühnenautor der Welt. Keinen anderen Dichter zitieren wir so häufig – oft ohne es zu wissen. Daß die berühmteste aller Fragen – “Sein oder Nichtsein ” – seiner Feder entstammt, weiß jedes Kind. Aber hätten Sie auch gewußt, daß “Gut gebrllt, Löwe” ursprünglich kein Kinderbuchtitel war, sondern ein Satz aus einem Shakespeare- Drama? Immer wieder werden seine Stücke für Neuverfilmungen aufgegriffen und mit großem Erfolg in die Kinos gebracht. Shakespeare und kein Ende also? In äußerst unterhaltsamer Weise spürt Charlotte Lyne dem “Geheimnis” dieses genialen Mannes nach, der sich stets mit den zentralen Fragen des menschlichen Seins beschäftigt hat: Liebe, Eifersucht, Rache, Intrigen, Betrug und Selbstzweifel. Dinge also, die nie aus der Mode kommen. Seine Gestalten haben längst die Bühne verlassen und geistern durch die Welt, durch unsere Köpfe und Herzen: Romeo und Julia, Hamlet, Othello, Lady Macbeth, König Lear, die zarte Ophelia und die widerspenstige Kate. Wer einmal eine Shakespeare-Komödie gesehen hat, weiß um den genialen Wortwitz des Engländers, seine Dramen erweisen ihn als exzellenten Kenner der menschlichen Seele. Dieses Buch zeigt ihn in seiner ganzen Fülle und Aktualität.

Meine Rezension

“Alles über Shakespeare” beschreibt Leben, Wirken und Werke des wohl berühmtesten und bedeutendsten Dramatikers der Weltliteratur: William Shakespeare. 1564 in dem kleinem Dorf Stratford-upon-Avon in ärmliche Verhältnisse hinein geboren, als junger Mann nach London ausgezogen, um sein Glück zu machen, und mit 46 Jahren in seinen Geburtsort zurückgekehrt, um seine letzten Lebensjahre dort als wohlhabender und gefeierter Mann zu verbringen, lebte William Shakespeare ein ereignisreiches, fast an Unmöglichkeit grenzendes Leben, das noch heute Zweifel an der Identität des Dramatikers schürt. Wenig ist über sein Privatleben dokumentiert, er lebte zurückgezogen und unauffällig. Wer war also William Shakespeare? Was hat ihn getrieben, was inspiriert? Er hinterlässt der Nachwelt neben 36 Dramen auch eine große Anzahl Sonette und zwei Versepen, sowie unzählige Fragen, auf die Wissenschaftler noch heute nach Antworten suchen. Seine Dramen prägen und beschäftigen bis heute die Weltliteratur, werden auf den Theaterbühnen der ganzen Welt aufgeführt, für das Kino verfilmt und im Schulunterricht behandelt. Shakespeare ist noch immer in aller Munde und wird es wohl auch immer sein. Charlotte Lyne versucht, dem Phänomen William Shakespeare auf den Grund zu gehen und bringt dem Leser dabei den Dramatiker auch als Menschen näher.

Dank Schulunterrichts, in dem wir “Macbeth” durch genommen hatten, hatte ich eigentlich keine besonders gute Beziehung zu William Shakespeare. Ich habe mir die ein oder andere Verfilmung zu Shakespeares Stücken angesehen, aber um die gedruckte Form habe ich seit der Schule einen großen Bogen gemacht. Warum also habe ich zu einem Sachbuch gegriffen, das ausgerechnet Shakespeares Leben zum Thema hat? Sadismus? Eigentlich ist die Antwort darauf ganz einfach. Ich bin ein großer Fan von Elizabeth I. und ihrer Zeit, und da William Shakespeare Ende des 16. Jahrhunderts seine Karriere begann, hat es mich gereizt über ihn zu lesen, vor allem weil ich über den Menschen William Shakespeare wirklich nicht viel wusste. Aber natürlich auch in der Hoffnung, dabei ein wenig historischen Hintergrund serviert zu bekommen. Nicht zuletzt war die Autorin selbst ein nicht geringer Grund. Die historischen Romane Charlotte Lynes – allen voran „Das Haus Gottes“ – haben tiefen Eindruck hinterlassen, und ich habe es ihr einfach zugetraut, auch das Leben Shakespeares interessant zu verpacken. Und was soll ich sagen, es ist ihr wirklich gelungen.

Von der ersten Seite an hat mich der Stil Charlotte Lynes angesprochen. Das Buch ist nicht im geringsten trocken oder langweilig zu lesen. Es ist mit einer Leichtigkeit geschrieben, die es mir unmöglich gemacht hat, mich der Geschichte zu entziehen und hat mir dadurch wirklich große Freude und schöne Lesestunden bereitet. Die Autorin versucht nicht, ihren Stil – den ich aus ihren Romanen so schätze – sachbuchgerecht anzupassen, so dass man stellenweise fast meinen könnte, “Alles über Shakespeare” sei eine Passage aus einem Roman. An den richtigen Stellen erzählt sie mit einem leichten Augenzwinkern; dabei wirkt es aber nie gekünstelt, stark überzogen, oder unpassend humorvoll. Charlotte Lyne hat genau den richtigen Weg gefunden, eine interessante, spannende und auch lehrreiche Biographie über William Shakespeare zu schreiben. Es liest sich flüssig und angenehm, und es ist an einigen Stellen wirklich unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.

Die Autorin zieht sowohl historisch belegte Fakten heran, um sich Shakespeares Leben zu nähern, als auch persönliche Schlussfolgerungen, die sich aus seinen Lebensumständen, Kindheit, politischer Ereignisse, wirtschaftlicher Konsequenzen etc. ergeben haben könnten. Für mich klang es absolut plausibel und ich mag diesen Ansatz sehr, vor allem, weil er nicht zu wissenschaftlich daher kommt, sondern das Buch auch für Laien absolut nachvollziehbar und verständlich macht. Dabei ist das Buch wunderbar illustriert, so dass ich allein viel Zeit für die vielen Abbildungen in großartiger Qualität – zum Großteil sogar in Farbe -, und Zitate verbracht habe. Dabei sind sowohl die Bilder, als auch die Zitate perfekt auf den Inhalt der einzelnen Seite abgestimmt und passend ins Gesamtlayout eingebunden. Da hat sich der Verlag äußert viel Mühe gemacht. Es ist wirklich ein Genuss, dieses Buch durchzublättern und sich darin zu vertiefen, sei es im Text, in den Abbildungen oder den Zitaten. Die Zitate sind wie gesagt thematisch auf den Inhalt abgestimmt und bestehen zum Teil aus Shakespeares Werken und zum Teil von Persönlichkeiten, die sich über Shakespeare und seine Stücke geäußert haben. Das lockert nicht nur den Text auf, sondern vermittelt eine ganz wunderbare Atmosphäre. Auch bekommt man dadurch ein komplexeres Bild von Shakespeare und seinem Lebenswerk.

Und wäre das nicht schon ausreichend, um mich zu begeistern, gibt es hin und wieder Exkurse, die den historischen Hintergrund behandeln. Dadurch erfährt der Leser alles notwendige, um Shakespeares Welt verstehen zu können. So erzählt Charlotte Lyne ein wenig über die damaligen Lebensverhältnisse, über die Könige Englands, die eine Bedeutung für das Leben im 16. Jahrhundert hatten, das Aussehen Londons und das Theater, um nur einiges zu nennen. Vor allem der Ausflug in die Theaterwelt des 16. Jahrhunderts hat mich unheimlich fasziniert und mir eine Menge neuen Wissens beschert. Diese Exkurse tragen ebenso zur Atmosphäre bei wie die erwähnten Zitate und man bekommt einen lebhaften, eindringlichen Eindruck von Shakespeare und macht ihn zu jemandem, der wahrhaftig gelebt hat. Ich zumindest habe dadurch eine wesentlich bessere Vorstellung vom Leben in dieser Zeit bekommen.

Aber es geht nicht allein um Shakespeares Leben. Ebenso ausführlich beschäftigt sich die Autorin mit seinen Werken. Erst dachte ich, das würde sicherlich äußerst zäh werden, aber hier konnte mich Charlotte Lyne ein weiteres Mal überraschen, denn selbst diese ausführlichen Passagen haben mich packen und fesseln können. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Vielleicht trifft es nicht jedermanns Geschmack, aber selbst einen Shakespeare-Muffel wie mich, konnten diese Einführungen in Shakespeares Stücke begeistern. Es war wirklich aufregend, z.B. etwas über “Ein Sommernachtstraum” oder “Antonius und Cleopatra” zu lesen und ich muss gestehen, es hat mich sehr, sehr neugierig auf mehr gemacht.

Auf Seite 135 schreibt die Autorin:

Jedem, der Shakespeare liebt (und auch jedem, der es noch nicht tut), …

Damit hat Charlotte Lyne bei mir einen Nerv getroffen, denn genau zu den letzteren musste ich mich zählen, und sie hat absolut recht damit getan, das “noch” hervorzuheben. Denn am Ende zähle ich mich zu den Bekehrten und ich denke, es dauert nicht mehr allzu lang und ich werde mich nach mehr als zehn Jahren doch noch einmal an ein Stück William Shakespeares wagen.

Fazit

Charlotte Lyne hat mich mit diesem Sachbuch absolut und uneingeschränkt erreicht. Shakespeare ist mir nun vertrauter und meine Lust ist geweckt, in seine Welt erneut einzutauchen. Es ist großartig geschrieben, wunderschön illustriert und der ausführliche Anhang lässt keinerlei Wünsche offen. Um sich als Laie mit William Shakespeare, seinem Lebenswerk und seiner Welt vertraut zu machen, ist “Alles über Shakespeare” wirklich unbedingt empfehlenswert.

Meine Bewertung


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Letztes Update: 18. September 2011

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