Archiv für die Kategorie „Klassiker“
Moby Dick oder der Wal – Herman Melville
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-90195-1
Seiten: 928
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,50
ET: 07.2009
Das gewaltige Epos vom großen weißen Wal und Kapitän Ahab, abenteuerliche Reisen durch alle stürmischen Meere und die Geschichte von Ismael, der sich, des Festlands müde, auf den Ozean der Möglichkeiten begibt, indem er auf dem Walfänger Pequod anheuert.
Nach abenteuerlichen Reisen durch alle stürmischen Meere findet er als einziger der Mannschaft nach Hause zurück – im Sarg seines Freundes Queequeg.”Dieses wunderbarste aller Bücher macht uns für ein Weilchen zu anderen Wesen; der ungeheure Rhythmus, mit dem da Erzählung, Hymnus, Walfangtechnik sich abwechseln, die Spannung dann zwischen dem einfachen Bericht einer langen Walfangreise und einem großen individuellen Schicksal (Ahab und sein weißer Wal) mit einem ganzen Bündel.” (Der Roman-Navigator)
Meine Rezension
Ich muss gestehen, ich war etwas überrascht. Ich hatte ein recht sperriges Werk erwartet und war mir nicht so ganz sicher, wie lange ich dafür brauchen könnte. Stattdessen muss ich sagen, dass ich doch recht zügig voran kam und das Lesen nicht als mühsam empfunden habe. Im Gegenteil, es war ein einziger Genuss. Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Obwohl in vielen Kapiteln mehr auf die Beschreibung verschiedener Wale, Walfangmöglichkeiten und kleine einzelne Begebenheiten auf der Reise der Pequod eingegangen wird, als auf die Suche nach Moby Dick selbst. Melville scheint hier aus allem Wissen, das es zu dieser Zeit über Wale gab, zu schöpfen und mehr als einmal hätte ich mir Illustrationen zu den Beschreibungen gewünscht. Das hätte die Erzählung sicher bereichert. Ich hatte sie richtig vor Augen, die Stiche und Zeichnungen jener Zeit.
Kapitän Ahab, den viele sicher vor allem aus einer der Verfilmungen im Kopf haben, ist hier zwar eine wichtige Figur, steht aber längst nicht so im Mittelpunkt wie man erwarten würde. Vermutlich habe ich hier wohl eine der Jugendbuchversionen des Romans im Kopf, hier war die Handlung natürlich viel dichter und gekürzt, da konnte der einsame Kapitän natürlich ganz anders auftauchen als im Original. Das Faszinierende ist jedoch, dass sich alles dennoch um Ahab dreht, auch wenn er selbst recht selten in Erscheinung tritt. Denn er allein bestimmt letztendlich, was die Männer tun, er allein sucht nach dem weißen Wal und kann nicht von ihm lassen bis er ihn bezwungen hat. Es scheint, als ob er in Wahrheit gegen sich selbst kämpft.
Keine der Figuren kommt einem Nahe, aber darum geht es auch nicht; man ist Beobachter, sieht das Ganze durch Ishmaels Augen. Seine Gedanken sind aber auch distanziert, so als ob ihm bewusst wäre, dass hier ein Außenstehender zuschaut und sozusagen in seinen Gedanken liest.
Was mich wirklich umgehauen hat sind die wunderbaren, zum Teil auch grauseligen, Beschreibungen des Walfangs. Man hat es richtig vor Augen und alles ist so lebendig erzählt, als ob man selbst dabei wäre. Das gilt auch für den Rest des Romans. Alles ist sehr detailgenau beschrieben, aber, wie ich finde, durchaus wunderbar zu lesen. Mir hat dies jedenfalls sehr gefallen. Alles scheint am rechten Platz, zur rechten Zeit erzählt und fügt sich so ineinander zusammen.
Ich empfand das Lesen jedenfalls als eine große Bereicherung!
Bleibt noch der informative Anhang zu erwähnen, der meiner Ausgabe beigefügt ist. Gerade wenn man sich auch ein wenig für die Entstehungsgeschichte des Romans interessiert, lohnt sich ein Blick. Desweiteren ist auch ein Kommentar des Übersetzers zu finden, so wie der Kindler Literaturlexikonbeitrag.
Meine Bewertung
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Jahrmarkt der Eitelkeit – William Thackeray
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-423-13630-3
Seiten: 928
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 01.2008
Preis: 14,90 €
Thackeray schildert in diesem großen Gesellschaftsroman den »Jahrmarkt der Eitelkeit«, auf dem sich die viktorianische Society tummelt. Dies geschieht mit so viel Ironie und Satire, dass man ums Schmunzeln und Lachen beim Lesen nicht herumkommt. Diese dtv-Ausgabe enthält alle 185 Illustrationen des Autors zur Erstausgabe von 1848.
Meine Rezension
Ein buntes Sittengemälde, eine Satire auf die Englische UpperClass zu Beginn des 19. Jahrhunderts, das ist „Jahrmarkt der Eitelkeit“!
Eine illustre Gesellschaft, die den Leser hier erwartet. Intrigen, Macht, Geld, ein bisschen Liebe, Niederlagen, gesellschaftlicher Ruin… Dieser Roman hat wirklich alles, was heute eine Soap Opera zu bieten hat. Da sieht man mal wieder, von was sich das Fernsehen beeinflussen lässt (oder eben, dass sich manche Geschichten nie ändern).
Beim ersten Anlauf habe ich mich allerdings schwer getan. Nach knapp 100 Seiten blieb ich stecken und kam einfach nicht mehr weiter. Woran es genau lag, kann ich heute nicht mehr so recht nachvollziehen, meine Meinung hat sich nämlich ziemlich gewandelt. Wo der Roman mich bei der ersten Lektüre noch gelangweilt hat, hat er mich nun blendend unterhalten.
Thackeray zeichnet einen sehr kritischen, aber höchst amüsanten, satirischen Blick auf die Gesellschaft seiner Zeit.
Vor allem Becky Sharp hat es mir sehr angetan. Für mich einfach eine tolle Frauenfigur: schön, skrupellos, boshaft zuweilen. Amelia Sedley mochte ich dagegen nicht sehr gerne. Sie ging mir eher auf die Nerven, ihre unterwürfige Art, damit konnte ich weniger anfangen. Allerdings muss man ihr auch zugutehalten, dass auch sie ihre starken Momente hat.
Ein Roman ohne Helden… Nun, das kommt darauf an wie man Helden definiert. Klassisch gesehen: stimmt! Mit sehr viel Ruhm hat sich keine der Figuren bekleckert. Aber männliche Helden sucht der geschätzte Leser auch vergebens. Moderner gesehen: Ein Roman mit jeder Menge weiblicher Heldinnen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen! Jede der Frauen kämpft mit ihrem Schicksal und zerbricht nicht daran.
Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, mitten im Roman zu sein. Bälle, Bankette, persönliche Schicksale, man wird richtig in den Roman gezogen. Der Witz und Humor des Autors haben mich sehr angesprochen. Da dachte ich gerade noch, ich langweile mich zu Tode, und schon amüsiere ich mich köstlich und das Lesen hat mir einfach nur noch Spaß gemacht!
Manchmal war es dann aber doch etwas verwirrend und gerade die Verwandtschaftsverhältnisse der Figuren waren mir nicht immer gleich klar. Das ist aber für mich der einzige Kritikpunkt.
Am Ende konnte mich Thackeray jedenfalls doch noch für sich gewinnen. Wer weiß, vielleicht hatte ja auch einer von Beckys koketten Augenaufschlägen etwas damit zu tun?
Meine Bewertung
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Jahrestage – Uwe Johnson
Verlag: Suhrkamp | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3518460597
Seiten: 1728
Ausgabe: Broschiert, einbändige Ausgabe
Preis: 25 €
ET: 09.2008
Die aus Jerichow stammende Gesine Cresspahl, die 1953 aus der DDR in den Westen kam, fand zunächst in einer NATO-Dienststelle, dann bei einer Bank Arbeit. Sie lebte in Düsseldorf, wo sie ihre Tochter Marie bekam, deren Vater, der inzwischen tote Jakob Abs, in den Osten zurückgekehrt war. 1961 ist sie nach New York gegangen und lebt dort nun seit sechs Jahren. Die zehnjährige Marie, der Gesine »für wenn ich tot bin« auf Tonband spricht, erlebt New York als eigentliche Heimat, während Gesine weiter danach sucht.
Meine Rezension
Jahrestage beschreibt ein Jahr im Leben der Gesine Cresspahl (vom 20. August 1967 -20. August 1968), die auch schon in Mutmaßungen über Jakob eine Rolle spielte. Johnson verbindet Gesines Gegenwart mit ihrer Vergangenheit, indem er sie ihrer 10-jährigen Tochter, ihre Familiengeschichte erzählen lässt. Immer wieder hört Gesine dabei auch Stimmen von Menschen die sie begleitet haben und führt mit ihnen Gespräche, was am Anfang ein wenig verwirrend ist. Nach und nach gewöhnt man sich dann aber daran.
Mit einer für mich wunderbaren Sprache verwebt Johnson geschichtliche Ereignisse mit der Handlung. Dies wirkt nie beabsichtigt, sondern zufällig und dadurch glaubwürdig. Jahrestage ist so nicht nur eine Familienchronik, sondern auch ein Stück subjektive deutsche und amerikanische Geschichte, erzählt aus der Sicht eines Autors der sie erlebt hat. Wobei er sich charmanterweise selbst auch manchmal nicht allzu ernst nimmt (vorallem die Gespräche des Autors mit seiner Figur Gesine)
Ein weiterer schöner Aspekt ist die Sprache. Johnson lässt gerne auch mal in mecklenburgischen Dialekten sprechen, die für einen Schwaben wie mich, dann doch schwer zu verstehen waren. Aber auch das sorgt dafür, dass die Figuren nicht abgehoben wirken, im Gegenteil, sie wirken so lebendig und real. Man hat immer wieder das Gefühl, dass man Gesine auch auf der Straße begegnen könnte. Auch Englisch sollte man ab und an verstehen können.
Geschickt verknüpft der Autor immer wieder Fiktion, Wahrheit und seine ganz eigene Sicht der Dinge. So erlebt man auch ganz alltägliche Szenen aus dem Leben von Gesine und ihrer Tochter. Wie Marie mit ihrer Mutter diskutiert und wie sie zu D.E. steht, dem sozusagen Verlobten ihrer Mutter. Man ist Beobachter dieser beiden Figuren und hat doch immer das Gefühl direkt dabei zu sein, wie Gesine durch New York zu ihrer Arbeit fährt, ihre TIMES liest und zwischendurch ihrer Tochter Episoden aus ihrer Kindheit erzählt.
Johnson sorgt durch seine schöne Erzählweise dafür, das einem die Figuren sehr nahe gebracht werden und das es sich um keine abgehobenen Charaktere handelt, immer wieder hat man das Gefühl diese Menschen könnte es so oder so ähnlich wirklich geben.
Jede Figur hat eine eigene Persönlichkeit und Geschichte, sodass man sich schnell in sie hineinversetzen kann. Für mich sind sie fast schon unheimlich lebendig. Die vielen Gespräche und Diskussionen scheinen aus dem Leben entnommen.
Abschließend kann ich sagen das Jahrestage mit zu dem Besten gehört was ich dieses Jahr und überhaupt gelesen habe. Ich habe die Lektüre sehr genossen und bin schon auch ein wenig traurig Gesine wieder zu verlassen. Ich kann den Roman jedenfalls nur empfehlen! (Wenn man sich an die 1703 Seiten trauen mag.)
Meine Bewertung
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Die Glut – Sándor Márai
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-23313-2
Seiten: 223
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 8,95 €
ET: 07.2008
Jahrzehntelang war das umfangreiche schriftstellerische Werk des Ungarn Sándor Márai (geb. 1900) in seiner Heimat verboten. Sein Roman Die Glut, der im Jahre 1942 erschien, wird jetzt neu aufgelegt und ruft den exzellenten Literaten wieder ins Gedächtnis zurück.
Nach einundvierzig Jahren erwartet der zurückgezogen lebende General den Besuch seines Jugendfreundes Konrád. Henrik und Konrád waren, trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft, in der Schule und beim Militär unzertrennlich. Auch später, als Henrik die schöne Krisztina zur Frau nimmt, scheint ihre Freundschaft harmonisch. Bis zu dem Tag, als die beiden Männer zur Jagd gehen und Henrik spürt, wie sein Freund auf ihn anlegt und zielt. Mit diesem Ereignis ändert sich das Leben der drei.
Wußte Krisztina von dem geplanten Anschlag? Hatte sie vielleicht sogar ein heimliches Verhältnis mit Konrád? Sie spricht bis zu ihrem Tod kein Wort mehr mit Henrik. Jetzt, nach einundvierzig Jahren, hat er immer noch Fragen, auf deren Beantwortung er geduldig wartet.
Meine Rezension
Über 40 Jahre haben sie sich nicht gesehen, doch dann sitzt Konrad wieder im Salon und isst mit ihm zu Abend. Henrik möchte ihn so vieles Fragen und doch scheint es als ob es zwischen den beiden Männern nun nichts mehr zu sagen gäbe. Ihr Leben haben die beiden Freunde allein verbracht. Der General Henrik verbittert und allein auf seinem Landsitz, und Konrad allein in den Tropen wo er nach jenem schicksalshaftem letzten Dinner in Henriks Salon geflohen war. Beide verbindet noch immer ein Ereignis, das sie eigentlich trennte… Und so treffen sich die beiden alten Männer ein letztes Mal um mit sich ins Reine zu kommen, und Henrik möchte ein für alle Mal klären warum seine Frau Kristina Konrad damals als Feigling bezeichnete, als er verschwunden war…
Von Zeit zu Zeit findet sich unter all den vielen Büchern, die ich so lese, ein Buch, das mich wirklich berührt. Das mich bis ins Mark trifft, mich traurig, zuweilen verstört zurücklässt. Eine Tiefe Melancholie beschleicht mich dann oft und lässt mich tagelang nicht los. Ich weiß dann oft nicht was es genau war, was mich so getroffen hat. Ich kann es nicht genau festmachen, manchmal auch nach Jahren nicht. Vielleicht wird es mir mit Die Glut ähnlich ergehen. Ich kann nicht so recht beschreiben warum gerade dieses Buch mich zu fesseln vermochte. Vielleicht hat es eine ganz bestimmte Seite in mir angesprochen, die auf dieses Buch gewartet hat.
Sándor Márai schreibt hier zum sterben schön, anders kann ich es nicht formulieren. Ich habe den Wunsch zu Weinen, aber es kommen keine Tränen. Nur der Wunsch ist da.
Die drei Hauptfiguren sind in ihrem Leben gefangen gewesen, letztendlich waren sie alle drei ihr ganzes Leben miteinander verbunden, auch über den Tod hinaus. Vielleicht ist es diese Sehnsucht genau so etwas zu erleben, diese Verbindung, auch wenn etwas vorgefallen ist, das sie eigentlich hätte zerstören sollen, die mich mit diesem Roman verbindet? Vielleicht lässt er mich deshalb nicht los?
Eigentlich hatte ich mit Márais Romanen bereits abgeschlossen, die beiden anderen Romane, die ich bisher von ihm gelesen hatte, haben mich nicht unbedingt begeistern können. Jetzt sehe ich sie in einem ganz anderen Licht und vielleicht werde ich sie einmal wieder lesen. Die Glut hat mir gezeigt, dass ich den Autor bisher unterschätzt habe. Das ich nicht glauben wollte, dass er so schreiben konnte. Ich glaube, ein guter Roman berührt einen und packt einen ohne das man ausmachen kann weshalb es so ist. Es ist eher ein Gefühl, es ist nicht nur die Sprache oder gar der Inhalt. Es sind die Gefühle die einen während des Lesens beschleichen und die einen letztendlich nicht loslassen und auch bei mehrmaligem Lesen nicht wieder verschwinden. Vielleicht verändern sie sich mit den Jahren, aber sie werden immer auf die ein oder andere Weise da sein. Vielleicht kann man nach mehrmaligem Lesen eine Ahnung erhalten, weshalb dieser Roman nun eigentlich gut ist. Aber ich glaube selbst dann ist das nicht die ganze Wahrheit.
Meine Bewertung
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Der große Gatsby – Francis Scott Fitzgerald
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06518-3
Seiten: 248
Ausgabe: neuübersetzte, gebundene Ausgabe
Preis: 19,90 €
ET: 06.2006
New York 1925
Nick Carraway, der Erzähler, ist angehender Börsenmakler und Nachbar von Jay Gatsby. Einen Sommer lang nimmt er am Leben der wirkliche Reichen teil: Zusammen mit seiner Cousine Daisy, ihrem Ehemann Tom Buchanan, einer befreundeten Golfspielerin und dem geheimnisvollen Gatsby genießt er das Leben im Überfluss. Dekadent, launisch, ohne Rücksichten zu nehmen. Dieser Gatsby, zu dessen Partys jeder kommt, den aber so gut wie niemand kennt, trägt selbst zu seiner Legendenbildung bei. Man munkelt er sei ein Gangster und Alkoholschmuggler, er habe in Oxford studiert, sei verwandt mit den Hohenzollern und ein Spion.
Nick erfährt seine Geschichte: Für seine große Liebe, für Daisy, mit der er vor fünf Jahren zusammen war, schuf Gatsby aus dem Nichts seine märchenhafte Existenz. Sein Traum, die Jahre, die zwischen ihm und Daisy liegen, ungeschehen zu machen, ist unerreichbar. Mehr noch: In der so sehr ersehnten Welt bleibt er für immer ein Fremder! Und sein tragisches Ende ist die Folge von „gedankenlosen Menschen“, die vernichten, um sich danach genusssüchtig und verantwortungslos wieder ins leere Vergnügen zu stürzen.
Meine Rezension
New York 1925: Jay Gatsbys Parties sind berüchtigt. Jeder der etwas auf sich hält besucht sie – um dann mit den anderen Gästen darüber zu spekulieren, woher Gatsby eigentlich sein Vermögen hat. Da werden ihm auch schonmal diverse Morde, krumme Geschäfte und andere Machenschaften angedichtet.
Doch Gatsby will nur eins… seine große Liebe Daisy zurück. Und zunächst scheint alles so, als ob er tatsächlich noch eine Chance hätte…
Dies ist mit Sicherheit einer der schönsten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Fitzgerald hat eine Art alltägliche Dinge zu schildern, die einfach wunderbar ist.
Der Roman wird aus der Sicht von Nick erzählt, der ein Nachbar von Gatsby ist. Daisy ist seine Cousine und so lässt es sich nicht vermeiden, dass er in die Ganze Sache verwickelt wird. Nick bleibt dann auch als Figur eher im Hintergrund und man erfährt recht wenig über ihn. Für den Verlauf des Romanes sind auch eher die Informationen wichtig, die man über die anderen Figuren erfährt. Vor allem Gatsby ist eine interessante Figur und schnell wird man neugierig, was es mit ihm nun eigentlich wirklich auf sich hat. Fitzgerald streut hier sehr viel Humor mit ein, in dem er die diversen Gäste auf Gatsbies Parties immer wieder groteske Spekulationen aufstellen lässt. Hierbei habe ich mich köstlich amüsiert.
Das der Roman in den 20er Jahren spielt bekommt man eher am Rande mit und man muss schon das ein oder andere Wissen um die Zeit erkennen zu können. Ich denke, das liegt auch daran das ja vorallem die damaligen Leser sich in diesem Roman wiederfinden sollten. Dennoch, wenn man ein wenig aufpasst, bekommt man doch einen kleinen Einblick in die New Yorker Upper Class dieser Zeit. Doch man kann den Roman auch einfach als tragische Liebesgeschichte lesen. Schon von Anfang an begleitet den Roman eine melancholische Stimmung, die selbst bei den lustigen Momenten gehalten wird. Schnell wird einem klar, dass die Liebe zwischen Daisy und Gatsby wohl kaum eine Zukunft haben wird.
Das Ende ist dann auch richtig traurig und deprimierend… und so manche Figur erscheint einem in einem ganz anderen Licht. Gatsby erscheint mir als zutiefst tragische Figur, die scheiterte und am Ende nur noch benutzt wird.
Für mich am Ende einfach ein schönes Buch mit einer Geschichte, die mich sehr berührt hat. Ich kann es daher nur jedem ans Herz legen!
Meine Bewertung
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