Archiv für die Kategorie „Jugendromane“
Prinzentod – Beatrix Gurian
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06264-8
Seiten: 197
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 06.2008
Meine Rezension
Als Lissies Vater seinen Job als Koch auf einem Kreuzfahrtschiff annimmt, zieht sie zu ihrer Freundin Bernadette. Bernadette gehört zu einer sehr wohlhabenden Familie und somit können sich die Freundinnen schon zu Jugendzeiten eine eigene Wohnung teilen, denn die Familie Keilmann bewohnt eine große Villa, in der zumindest die beiden Töchter jeweils eine eigene Wohnung haben. Nur Nico, der Sohn, lebt in der elterlichen Wohnung.
Während Lissie noch ihre Kartons und Koffer ins Dachgeschoss schleppt, macht sie die Bekanntschaft eines überaus smarten und gutaussehenden Mannes. Er stellt sich ihr knapp als Kai vor und erst später erklärt Bernadette ihr, dass Kai der Mann ihrer Mutter ist. Doch dieser scheint damit weniger Probleme zu haben, denn schon bald bekommt Lissie ziemlich eindeutige E-Mails von ihm. Nach anfänglichem zögern beginnt Lissie schließlich tatsächlich eine kurze aber heftige Affäre mit Kai, die mit einem Fiasko endet…
Aufmerksam auf diesen Roman wurde ich durch das schöne Cover. Es ist schlicht, aber doch anziehend und dass sich der rote Königsmantel dann auch noch so schön auf den Titel des Buches bezieht, machte mich doppelt neugierig.
Der Einstieg in das Buch fiel dann ungewohnt schwer, denn Beatrix Gurian beginnt mitten in der Geschichte. So muss man sich erst einmal zurecht finden und schon nach dem Prolog folgt der erste Zeitsprung in die Vergangenheit. Auf den nächsten knapp hundert Seiten erfährt der Leser erstmal was alles vor dem Prolog geschah, um dann im zweiten Teil des Buches ganz knapp vor dem Prolog in die eigentliche Geschichte einzusteigen. Dieses Zeitenhüpfen hört sich so zwar verworren an, ist nach dem Prolog aber nur halb so schlimm.
Die Geschehnisse werden aus Lissies Sicht geschildert und haben manchmal ein bisschen was von Tagebucheinträgen, in denen sie ihr Leben festhält Dennoch liest sich das ganze recht angenehm.
Während die verbotene Liebesgeschichte zwischen ihr und Kai im ersten Teil des Buches einen deutlich hohen Stellenwert einnimmt, befasst sich der zweite Teil dann mit dem Krimigeschehen. Hier wird das ganze dann auch für den erwachsenen Leser spannender, denn Lissie wird gehetzt und gejagt, muss sich mit Drohmails auseinander setzen und ihr schlechtes Gewissen beherrschen.
Je weiter das Geschehen im Roman voranschreitet, desto deutlicher wird, dass eigentlich alle Personen der Handlung ein mehr oder weniger greifbares Motiv haben. Jedes Familienmitglied der Keilmanns könnte der Täter sein, denn wirklich jeder hat in dieser Familie hat Geheimnisse, die er vor den anderen sorgfältig hütet.
Der große Showdown kommt dann mit einem enormen Funkenflug und lauten Knall. Hier steigert sich die Spannung wirklich einmal zu einem enormen Höhepunkt, denn obwohl die Spannung niemals ganz aus der Geschichte weicht, gibt es doch immer mal wieder eine kurze Durststrecke zu überwinden.
Der Epilog ist schlussendlich noch mal eine Überraschung. Restliche Fragen werden geklärt, aber auf eine Art, die den Leser mit einem leichten frösteln zurück lässt.
Fazit
Prinzentod lässt sich flüssig lesen und bietet neben der kleinen Liebesgeschichte und dem sich anschließenden Kriminalfall eine Fülle weiterer Themen, die Jugendlich beschäftigen: die erste Liebe, Freundschaft, schulische und familiäre Probleme.
Manchmal fehlen dem Roman etwas die Tiefe und die Komplexibilität, wenn man ihn als Erwachsener liest. Aber damit muss man bei einem Jugendbuch eben rechnen.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Sturmsegel – Corina Bomann
Verlag: Ueberreuter
ISBN: 978-3800055326
Seiten: 344
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 12,95
ET: 01.2010
Der 30-jährige Krieg verändert auch das Leben der 15-jährigen Anneke entscheidend: Auf einer abenteuerlichen Flucht verschlägt es sie zuerst nach Schweden, wo sie ihrer großen Liebe Ingmar begegnet, und dann nach Dänemark. Sie muss nicht nur ihr eigenes hartes Schicksal meistern, sondern wird auch Zeugin historischer Ereignisse, wie der Belagerung Stralsunds durch Wallensteins Truppen und des Untergangs der Vasa.
Meine Rezension
1628 in Stralsund: Anneke ist fünfzehn Jahre alt und lebt, trotz Armut, ein unbeschwertes Leben, als Ihre Mutter plötzlich stirbt. Mitten in ihrer Trauer taucht ein geheimnissvoller Mann auf, ein reicher Kaufmann, der sich für Ihren Vater ausgibt. Und letztendlich droht Stralsund die Belagerung durch die Kaiserlichen, sodass Anneke gezwungen ist nach Schweden zu Verwandten zu fliehen. Aber auch da nimmt ihre Reise und das Davonlaufen kein Ende…
Anneke ist eine lebendige und selbstbewußte Protagonistin. Diese Eigenschaften beeinflussen auch stark das Geschehen des Buches sowie Annekes Zukunft. Anstatt ein graues, unauffälliges Mäuschen zu sein, fordert sie das Schicksal an einigen Stellen förmlich heraus und bringt mit ihrem Verhalten die notwendige Spannung ins Geschehen.
“Sturmsegel” ist ein Jugendbuch und das merkt man dem Buch an. Als “Erwachsener” mißt man den Protagonisten sowie dem Geschehen wahrscheinlich zu wenig Tiefe zu. Versetzt man sich allerdings in die Rolle eines 14-jährigen Teenis, sieht die Sache schon anders aus: Der Leser bekommt viele geschichtliche, relevante Daten präsentiert, den Schiffsbau erklärt und lernt ein bißchen Erdkunde. Wenn ich mich noch richtig an meine Bücher erinnere, die ich mit 12 – 14 Jahren gelesen habe, wäre Sturmsegel sicher eines gewesen, welches mich fasziniert und zu Nachforschungen über Schiffe angeregt hätte.
Der Erzählstil ist einfach und fliessend, durch kurze und unkomplizierte Sätze. Der Spannungsbogen nimmt alle paar Kapitel ein bißchen zu, bis er ein super Ende erreicht. Das Buch hat alle Elemente eines historischen Romans “für Erwachsene” in abgeschwächter Form: Krieg, Liebe, Verrat, Heldentaten, gefährliche Rettungsaktionen sowie lebensgefährliche Situationen und wahre Freundschaften. Vor allem die Liebesgeschichte ist wirklich süß und so unglaublich unschuldig! Lächeln
Dennoch und trotz allem, und obwohl ich mir durchaus bewußt bin, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, hat das Lesen bei mir ein ganz leicht unbefriedigendes Gefühl hinterlassen. Ich habe irgendwie ein bißchen Mehr erwartet, kann das nur nach wie vor nicht dingfest machen. Und deshalb ist der Abzug an Punkten auch nur sehr gering. Es ist alles in einem ein empfehlenswertes und gutes Buch, vor allem im frühen Teen-Alter. Nur eine Sache sein hier noch angemerkt: an den Klappentexten sollte der Verlag noch arbeiten. Dieser hier, verrät entschieden zu viel.
Vielen Dank dem Ueberreuter – Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Die Judaspapiere – Rainer M. Schröder
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401061856
Seiten: 661
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 06.2008
Ein kleines, ledergebundenes Notizbuch, das eines der wichtigsten Geheimnisse des christlichen Abendlandes birgt. Ein machtvoller Geheimbund, der seit Jahrhunderten nur zu einem Zweck existiert. Eine junge Frau, deren Träume im Verborgenen bleiben. Und drei tollkühne Abenteurer im atemberaubenden Wettlauf um ein seit fast 2000 Jahren verschollenes Schriftstück: das Evangelium des Judas
Meine Rezension
Sie sind schon eine komische Truppe: Byron Bourke, Horatio Slade, Alistair McLean und Harriet Chamberlain kommen aus unterschiedlichen Gegenden Londons und verdienen sich alle ihren Lebensunterhalt auf unterschiedliche Weise.
Man könnte sagen: eigentlich passen sie nicht zusammen. Und dennoch werden alle vier von Lord Pembroke engagiert. Ihr Auftrag: das Evangelium des Judas zu finden…
Rainer M. Schröder ist der Held meiner Jugend: nächtelang konnte ich mich mit seinen Büchern im Bett verkriechen und die Helden seiner Romane auf ihren Abenteuern begleiten.
Mit seinem Roman Die Judaspapiere und einigen Jährchen mehr auf dem Buckel war es wieder genauso: ich konnte das Buch erst aus der Hand legen, als ich es beendet hatte.
Der Einstieg in den Roman ist sehr geheimnisvoll und weckt direkt das Interesse und die Neugier des Lesers.
Die Geschichte führt einen direkt ins London des beginnenden 20. Jahrhunderts und stellt einem vier außergewöhnliche, aber liebenswerte Charaktere vor: Byron, Horatio, Alistair und Harriet unterscheiden sich von einander wie der Tag von der Nacht und dennoch schickt Lord Pembroke alle vier auf eine gemeinsame Mission.
Nach anfänglichen Sticheleien, werden alle vier dicke Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen und so manches Abenteuer bestehen müssen.
Während des Lesens sind mir alle ans Herz gewachsen und am Ende des Buches war es ein wenig so, als ob ich mich von guten Freunden habe trennen müssen.
Die Geschichte selbst bietet so manchen Überraschungseffekt und so bleibt es bis zum Schluss spannend. Einziger Knackpunkt: als geübter Leser von Historienthrillern/ Thrillern mag man so manche Entwicklung vorraus ahnen.
Doch das schmälert das Lesevergnügen nicht im geringsten.
Als schönen Nebeneffekt erfährt man noch so einiges über Land und Leute und Theologie.
Ein schöner Eyecatcher sind die Zeichnungen, die die Hinweise auf die Judaspapiere zeigen und sich durch das ganze Buch ziehen.
Mit Die Judaspapiere hat der Autor wieder ein spannendes Abenteuer verfasst, das sowohl für Groß und Klein geeignet ist.
Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer aus der Feder des Autors!
Meine Bewertung
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Vielen Dank dem Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Julie und Schneewittchen. Schlimmer geht’s immer – Franca Düwel
Verlag: Arena | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-401-06407-9
Seiten: 276
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 12,95
ET: 06.2009
Julies Leben besteht aus Höhepunkten. Und Tiefpunkten. Mehr Tiefpunkten, wenn sie ehrlich sein soll. Die beinhalten ein uraltes Ponynachthemd (zur unpassenden Zeit getragen), einen süßen Jungen (der ungerne in Kellern eingesperrt ist) und eine Person, die dringend Hilfe braucht, sich aber nicht helfen lassen will!! Als einzige Ratgeberin muss Sharon von der Sexhotline aus dem Nachtprogramm herhalten. Und Julies Tagebuch. Noch Fragen? Dann Julie lesen!
Meine Rezension
Julie hat von ihrer Oma zur Geburt ihrer kleinen Schwester ein Tagebuch bekommen und daher beschließt sie, dieses auch zu benutzen. Denn in dem jungen Leben der 12-jährigen Julie geht es drunter und drüber. Da wäre ihre beste Freundin Hanna, die die Schönste und Beliebteste der Klasse ist und Julie einen Liebesbrief für ihren Nachbarn Ben gibt, da sich Hanna in ihn verguckt hat. Dann die seltsame Scharina, die von allen Schneewittchen genannt und geärgert wird, besonders von Hanna, die Scharina schon länger kennt als die anderen. Und ausgerechnet Julie findet heraus, was es mit Scharina auf sich hat, auch wenn sie damit ihre Freundschaft zu Hanna riskiert…
Julies Leben besteht aus Höhe- und Tiefpunkten, die sie jeden Tag immer gleich als erstes aufschreibt. Ihr Vater ist ständig am arbeiten oder kümmert sich um den Familienzuwachs, Otilie. Da gibt es zwar noch ihre Mutter, allerdings ist sie nach der Geburt der Kleinen, doch sehr depressiv und man kann nicht allzuviel mit ihr anfangen. Julie fühlt sich daher schon recht einsam und so macht sie die Bekanntschaft mit Sharon, die bei einer Sexhotline arbeitet.
Ihren Nachbarn Ben, 15 Jahre, findet sie ganz süß, doch ist ihre beste Freundin hinter ihm her und Julie soll ihr helfen – auch wenn sie das eigentlich nicht möchte.
Scharina oder auch Schneewittchen hat da ganz andere Sorgen, die Julie herausfindet, nachdem sie ihr die Hausaufgaben vorbeibringen musste…
Der Titel des Buches ist demnach volles Programm.
Es dreht sich vorallem um die Personenkonstellation Julie – Schneewittchen (Scharina) und dann, wenn Julie denkt, es kann gar nicht mehr schlimmer werden, setzt das Leben eines obendrauf. Auch wenn das manchmal doch ein wenig unrealistisch wirkte.
Das Buch ist in Tagebuchform aus der Sichtweise von Julie geschrieben. Jedoch muss ich gestehen, dass mir Julie mit ihren 12 Jahren doch etwas jung vorkam. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit 12 Jahren noch nicht für Jungs und dem ganzen interessiert habe und mir das daher doch alles sehr fremd erschien. Aber dennoch habe ich bei Julie, Scharina, etc. immer jemanden vor mir gesehen, der mind. 13, wenn nicht sogar schon 14 Jahre alt ist. Vorallem auch das Interesse von 15 Jährigen an 12jährige Mädchen hat mich doch sehr irritiert. Aber vielleicht sehen das Mädchen, die im selben Alter wie Julie sind anders und “meine” Generation ist einfach am Aussterben.
Dennoch finde ich es irgendwie seltsam und vorallem auch traurig, dass wenn man 12 Jahre alt ist und noch nichtmal seine Tage hat, es sich alles nur noch darum dreht, wen man geküsst hat, zusammen ist, etc.
Aber auch Ben kam mir an manchen Stellen doch etwas zu verträumt, zu romantisch vor, als dass ich es denke, dass es solche Jungs heutzutage gibt, vorallem in dem Alter.
Das Buch ist ein Jugendbuch und daher auch leicht zu lesen.
Sehr süß fand ich es, wie Julie ab und zu versucht, Fremwörter mit in die Geschichte einzubauen und diese dann als Fußnote nochmal erklärt, da kann es u.a. auch mal zu einem “Opportourist” kommen.
Julie ist eine tolle Protagonistin, von denen viele Leser sicherlich noch etwas lernen können! Sie versucht in jeder Situation etwas Gutes zu sehen oder aber sie zu verbessern, sodass nach einiger Zeit aus den “Tiefpunkten” “Herausforderungen” werden und sie trotz Niederschlägen dennoch versucht, anderen zu helfen. Ein junges, mutiges Mädchen, von denen es in unserer Welt auf alle Fälle mehr geben sollte!
Die Aufmachung des Buches ist wirklich wunderbar! Das Cover ist in auffallenden Farben gestaltet und die Muster erinnern an Selbstgemaltes.
Aber auch im Buch geht es toll weiter und es sieht wirklich wie ein Tagebuch aus. Da werden mal Sätze oder Wörter mit Umrahmungen, anderer Schriftart, etc. besonders hervorgehoben oder es gibt viele “Kritzeleien” am Rand der Seiten.
“Julie und Schneewittchen” ist ein relativ dünnes Buch über Freundschaft, Courage, Ehrgeiz und vorallem darüber, nicht aufzugeben, egal wie die momentane Situation ist.
Vielen Dank dem Arena – Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Meine Bewertung
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Der Kuss des Anubis – Brigitte Riebe
Verlag: cbj | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-570-13679-9
Seiten: 413
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlag
Preis: € 15,95
ET: 04.2009
Die 15-jährige Miu, Tochter eines einflussreichen Balsamierers, glaubt ihren Ohren nicht zu trauen: Was sie da zufällig in einer Gaststätte belauscht, klingt wie ein Mordplan am Pharao, am goldenen Prinzen Tutanchamun! Doch weder weiß sie, wann die ungeheure Tat geschehen soll, noch wer dahinter steckt. Niemand will Miu glauben, und nur mit List gelingt es ihr, bei Hofe vorgelassen zu werden. Die Begegnung mit dem jungen Pharao verwirrt Miu nur noch mehr, denn beide empfinden spontan Gefühle füreinander. Darf man sich in einen Pharao verlieben? Miu bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken, denn bald schon erweist sich, dass tatsächlich Mörder am Hof ihr Unwesen treiben – und dass Mius eigene Familie tiefer in die Verschwörung verstrickt ist, als sie ahnen konnte.
Meine Rezension
Miu, die eigentlich Mutemwija heißt, ist 15 Jahre alt und die Tochter des einflussreichen Balsamierers Ramose. Zum Unwillen dessen arbeitet sie oft in der Gaststätte, die der Cousine ihrer Mutter Taheb und deren Mann Nefer gehört. Nefer und Ramose können sich nicht leiden und daher will Ramose eigentlich nicht, dass Miu dort arbeitet. Doch da Miu für sie “nur” ein Kind ist, wird ihr nicht näheres erzählt.
In dieser Gaststätte jedenfalls bekommt sie dann eines Tages ein Gespräch zwischen zwei Personen mit, das nicht für ihre Ohren bestimmt war, denn es ging um den Plan eines Mordanschlags auf den Pharao Tutanchamun! Schnell versucht Miu in den Palast zu kommen und den Pharao zu warnen und erregt somit auch seine Aufmerksamkeit…
Ägypten ist nach wie vor nicht mein Gebiet, auch wenn ich mir immer vornehme, mehr über dieses eigentlich sehr interessante Land zu lesen. Und da ich bereits ein Buch von Brigitte Riebe kannte, das ebenfalls in Ägypten spielt, wollte ich dieses sehr gerne haben und lesen. “Der Kuss des Anubis” hat mich jedenfalls kein Stück enttäuscht, im Gegenteil – mich lässt es eindeutig sehr begeistert zurück.
“Der Kuss des Anubis” ist eher ein Jugendroman, das merkt man dem Roman schon an. Allerdings sollte dies kein großer Hinderungsgrund sein, denn trotz Jugendroman ist es tiefgründig, spannend und eigentlich gar nicht vorhersehbar und garantiert auch für “ältere” Menschen geeignet.
Miu habe ich sofort ins Herz geschlossen und sie war mir sofort sehr sympathisch. Sie wirkt wie ein eher “normaler” Jugendlicher. Zwar nett und lieb, aber oftmals auch stur und widersetzt sich ihrem Vater, auch wenn der es immer gut mit ihr meint. Sie merkt schnell, dass irgendwas in ihrer Familie nicht stimmt, denn nicht umsonst ist ihre beste Freundin Iset und ihre Familie von Ramose nicht gern gesehen.
Aber nicht nur die Hauptprotagonistin Miu wurde sehr gut dargestellt, sondern auch die anderen Charaktere, wie ihre beste Freundin Iset, ihr Vater Ramose, Nefer und Taheb und auch ihr Sohn Ani, der es mir besonders angetan hatte.
Somit bleibt eigentlich keiner der Figuren skizzenhaft oder oberflächlich, im Gegenteil. Sie wirken alle sehr menschlich und reagieren immer sehr nachvollziehbar.
Der Schreibstil wirkt relativ einfach, aber es lässt sich schön und flüssig lesen und man möchte es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen, sondern weiterlesen um zu erfahren, was aus Miu und dem Pharao wird und welches Geheimnis Ramose mit sich trägt.
Dabei wird es aber nie langweilig, da es mehrere glaubhafte und überraschende Wendungen gibt.
Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr gut gelungen. Das Cover ist relativ dezent gehalten, indem es bronze/golden ist mit einem ägyptischen Muster, das sich gut anfühlt, wenn man über das Cover streicht. Über den goldfarbenen Titel gibt es noch ein ägyptisches Symbol. Auf jeden Fall sieht es so besonders schön aus, als es bei “erwachsenen” historischen Büchern der Fall ist, wo meistens eine weibliche Person oder Körperteil abgebildet ist…
Sehr toll gefällt mir aber auch der Zusatz. Im Buch gibt es gleich vorne eine schöne und praktische Landkarte. Hinten im Buch befinden sich dann noch ein sehr interessantes Nachwort, eine tolle Zeittafel und besonders toll und vorallem hilfreich ist das Glossar! Im Buch selbst wird bei mehreren Worten mit einem Sternchen hingewiesen, dass dieses Wort im Glossar erklärt wird. Da ich mich, wie bereits gesagt, mit Ägypten nicht gut auskenne, war das wirklich sehr nötig.
“Der Kuss des Anubis” ist ein überaus gelungener historischer Jugendroman, der einen mitreißt und gleichzeitig auch wissenswertes über dieses “exotische” Land berichtet. Eindeutig sehr empfehlenswert!
Meine Bewertung
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