Archiv für die Kategorie „Jugendromane“
Alterra: Der Krieg der Kinder – Maxime Chattam
Verlag: PAN Veralg
ISBN: 978-3426283073
Seiten: 432
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,99
ET: 09.2011
Seit ein grauenvoller Orkan die Welt in eine andere verwandelt hat, sind Matt, Ambre und Tobias auf der Flucht vor der unbarmherzigen Königin Malronce und ihrer Armee. Die Soldaten haben nur ein Ziel: die geheimnisvolle Karte, die Ambre auf ihrem Körper trägt, in ihre Gewalt zu bringen. Wird es der Gemeinschaft der Drei gelingen, sie rechtzeitig zu entschlüsseln, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren?
Meine Rezension
“Leben bedeutete, mit Problemen konfrontiert zu werden, vor Dilemmas zu stehen. Leben bedeutete, kämpfen zu müssen.“ (Maxime Chattam – Alterra: Krieg der Kinder, S. 38)
Matt und Ambre machen sich nach dem Angriff des Torvarderon auf den Weg nach Eden, um die Pans vor dem bevorstehenden Angriff der Zyniks zu warnen.
Gemeinsam bereiten die Pans ihre Verteidigung vor, denn sie wollen sich nicht kampflos geschlagen geben.
Während die Pans versuchen, ihr Leben zu verteidigen, reisen Matt, Ambre und andere tapfere Pans ins Reich von Malronce, um heraus zu finden, was es mit der geheimnisvollen Karte auf sich hat, und wieso sie Matt sucht…
„Der Krieg der Kinder“ ist ein fulminanter Abschluss der Alterra-Trilogie von Maxime Chattam. Dieser Band setzt beinahe nahtlos dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. So fällt der Einstieg in das Buch doch eher leicht.
Doch was direkt auffällt: Das Buch wirkt trotz des nahtlosen Übergangs reifer als seine Vorgänger. Das könnte zum Einen daran liegen, dass dieses Buch von der Handlung her wesentlich ernster ist, und zum Anderen, weil die Protagonisten selbst älter geworden sind und an den Herausforderungen gewachsen sind.
Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Handlung selbst ist gradlinig und straff und gibt alle Antworten, die in den ersten Bänden offen geblieben sind. Jedoch wirkte die Geschichte grade am Schluss doch arg gehetzt: Chattam schafft es, seine Trilogie logisch und nicht kitschig enden zu lassen. Allerdings fällt dieses Ende relativ kurz und plötzlich aus, wenn man bedenkt, dass man bis zu diesem Punkt knapp 1.000 Seiten gelesen hat. Hier wären meiner Meinung nach ein paar zusätzliche Seiten angebracht gewesen.
Wie auch schon bei den ersten beiden Bänden, ist auch dieser Alterra-Band im Stil der Vorgänger aufgemacht. Alleine das Cover ist eine genauere Betrachtung wert und zusammen ergeben die Bücher ein echtes Highlight im Regal.
Insgesamt ist „Alterra“ eine außergewöhnliche Trilogie, die nicht nur ein spannendes Abenteuer bereit hält, sondern auch viele Denkanstöße bereithält. Mir hat die Serie sehr gut gefallen und ich bin traurig, dass es nun wirklich vorbei ist.
Wer auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Jugendbüchern ist, die einen auch als Erwachsenen begeistern, ist mit „Alterra“ bestens beraten.
Maxime Chattams Trilogie ist eines meiner Jahreshighlights!
Vielen Dank an den PAN Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Die Auswahl – Ally Condie
Cassia & Ky, Teil 1
Verlag: FJB
ISBN: 978-3-8414-2119-7
Seiten: 452
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,95
ET: 01.2011
Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz?
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren? Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?
Meine Rezension
Ganz zufällig bin ich beim Einkaufen über das Buch gestolpert und ich habe lange gezögert, ob ich es mitnehmen soll, da die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken doch sehr sparsam ausfällt. Auch das Cover konnte mich auf den ersten Blick nicht unbedingt für sich einnehmen. Mein Sohn hat es dann für mich entschieden: „Ach, Mama, kauf es dir doch!“ Zuhause angekommen, habe ich es mir mit dem Roman gleich auf dem Balkon gemütlich gemacht. Wenigstens anlesen wollte ich es. Obwohl mich das allzu großzügige Schriftbild ein wenig enttäuschte, überraschte mich die Geschichte umso mehr. Aus einem kurzen Anlesen wurde nichts, da ich nach den ersten Seiten schon nicht mehr von dem Buch los kam und unerbittlich gelesen habe, bis ich auf der letzten Seite angekommen war. Schließlich hat sich mir dann auch das Cover erschlossen, das den Inhalt des Romans einfach perfekt widerspiegelt.
Mich mit Jugend-Büchern glücklich zu machen, ist nicht unbedingt leicht. Zu oft fühle ich mich unterfordert oder habe den Eindruck, dass man der Zielgruppe nicht allzu viel zutraut, sie unterschätzt, sie nicht fordern möchte. Aber mit „Die Auswahl“ ist Ally Condie ein ganz großer Wurf in der Jugend-Literatur gelungen. Sie traut der Zielgruppe durchaus eigenständiges Denken und komplexes Wissen zu, so dass der Roman auch für Erwachsene eine wirklich lesenswerte Erfahrung wird.
Die Autorin hält sich nicht lange mit Erklärungen über ihre erschaffene Welt auf, sondern schubst den Leser unmittelbar in die Handlung. Die nötigsten Erklärungen liefert die Handlung selbst, was ich ungemein gelungen und natürlich fand. Separierte Abhandlungen finden sich hier keine, so dass die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite im Fluss bleibt. Stil und Sprache sind in „Die Auswahl“ zwar schlicht, aber nicht oberflächlich oder seicht. Sie nehmen sich das, was sie brauchen, um die komplexe Story zu tragen, spielen sich nicht in den Vordergrund.
Die Handlung ist unheimlich komplex und stellt einige Ansprüche an den Leser. Ohne eigenständiges Denken und Fühlen wird man diesen Roman nicht richtig in sich aufnehmen können, die Botschaft nicht begreifen. Die Welt, die Gesellschaftsform, die Ally Condie erschaffen hat, wird von Seite zu Seite dramatischer, unfassbarer und erschreckender. Mich hat das Buch an George Orwells „1984“ und an den Film „Gattaca“ erinnert. Dabei kopiert die Autorin nicht, sondern erschafft neu. Eine Dystopie (also Anti-Utopie), die nachdenklich stimmt, schockiert und deprimiert. Die Spannungskurve steigt stetig an und sackt nicht einen Moment ab. Ein großes, klassisches Finale, in das die Spannungskurve mündet, gibt es so nicht. Sie klingt in leisen Tönen aus und macht damit das Buch vielleicht noch bedrückender.
Zwar spielt die Liebesgeschichte durchaus eine Rolle, meiner Meinung nach steht sie jedoch nicht im Vordergrund. Besonders interessant an dieser Liebe ist die Frage, ob sie selbständig entstand oder manipulativen Ursprungs ist. Dabei lässt sich diese Frage auf fast alles in „Die Auswahl“ projizieren. Inwieweit Menschen manipuliert werden können, ohne dass sie es bemerken oder sich dagegen Auflehnen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte und hat nicht nur die Protagonisten Cassia und Ky beschäftigt.
Die Autorin hat wirklich überzeugende, facettenreiche Figuren erschaffen, die mich ausnahmslos überzeugen konnten. Sei es der Großvater, der im Geiste eine Aufsässigkeit hütet, der Vater, der sich zwar gehorsam im Großen gibt, aber im Kleinen die Auflehnung erprobt, oder die Mutter, die alles abnickt, um ihre Familie zu schützen. Cassia sticht allerdings deutlich hervor. Sie entwickelt sich auf den 450 Seiten von einem naiven, gehorsamen, das System liebenden Mädchen, zu einer eigenständigen Persönlichkeit, die die Dinge zu hinterfragen beginnt, sich zunächst durch passiven Widerstand auflehnt, der schließlich immer aktiver wird. Dabei hinterfragt sie nicht nur das System, ihre Gesellschaftsform, sondern auch sich selbst, wer sie ist, was sie ausgemacht hat und zukünftig ausmachen könnte. Ky unterstützt sie dabei, rüttelt sie durch sein Schicksal auf. Auch er entwickelt sich, wird zugänglicher, öffnet seinen Schutzpanzer für Cassia. Seine Facetten sind derart umfangreich, dass man als Leser vermutlich noch nicht einmal ansatzweise eine Vorstellung davon bekommen hat, wer Ky wirklich ist. Ich bin gespannt, wie er sich in der Fortsetzung machen wird. Neben Cassia ist er wohl mit Abstand die faszinierendste Figur in „Die Auswahl“. Allerdings sollte man Cassias besten Freund, Xander, keinesfalls unterschätzen. Er zeigt im Auftaktroman unheimlich großes Potential und ich bin mir sicher, er wird noch eine große und wichtige Rolle spielen.
Fazit
„Die Auswahl“ ist ein bedrückender Jugendroman, der in all seinen Facetten berührt, den Leser packt, nachdenklich stimmt und dabei ganz ohne Vampire und Gestaltwandler auskommt. So erschreckend und deprimierend diese Vision einer möglichen Zukunft auch ist, geht die Hoffnung nicht ganz verloren und man darf gespannt auf die Fortsetzung sein!
Meine Bewertung
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Sephira – Ritter der Zeit, Teil 1
Verlag: Ueberreuter
ISBN: 978-3-8000-5573-9
Seiten: 461
Ausgabe: Gebunden
Preis: € 19,95
ET: 07.2010
Laurina, die Tochter eines Wikingerfürsten, gerät als Schiffbrüchige im Mittelmeer in eine geheime Bruderschaft von Assassinen. Diese erkennen ihr Kampftalent und wollen sie mithilfe eines magischen Rituals zu einer der ihren, einer Unsterblichen machen. Die Bruderschaft, die sich Sephira nennt, wendet sich gegen den herrschenden Emir, denn die Männer wollen Gutes tun anstatt zu töten. Im Verlauf der Schlacht um Jerusalem kann die Bruderschaft den Feldherrn Salah-ad-din vor einem Attentat bewahren und mit ihm vereinbaren, dass die Christen in Jerusalem geschont werden.
Meine Rezension
Mein Name ist Laurina Einarsdottir Skallagrimm. Man nennt mich die Chronistin. Meine Aufgabe ist es, die Taten unserer Bruderschaft für die Nachwelt zu erhalten. Das Schicksal führte mich an eine fremde Küste und in die Arme der Sephira, auf dass ich mithelfe, die Geschicke der Menschen zu lenken und zum Guten zu verändern. Dies ist unsere Geschichte…
Und wie der Bund „Sephira“ gegründet wurde und was ihr Geheimnis ist, ist Thema im ersten Band der Trilogie um die Ritter der Zeit.
Und diese Geschichte startet die Autorin Corina Bomann ohne Zeit zu verlieren. Bereits auf den ersten 20 Seiten lernt man die Protagonistin Laurina kennen und erlebt, wie die junge Frau an die Küste in der Näher von Alexandrien kommt.
Bereits dieser Anfang legt die Erwartungen an den Rest des Romanes sehr hoch und die Autorin ist in der Lage diese Erwartungen auch zu halten.
Der Rest des Romans ist geprägt von spannenden, ausdrucksstarken und witzigen Dialogen, in denen man die Charaktere kennen und lieben lernt.
Die Eindrücke, die die Dialoge vermitteln, werden vervollständigt durch die Beschreibung von Örtlichkeiten, Personen und Landschaften. Besonders gelungen sind in dem Zusammenhang die Beschreibung der politischen Verhältnisse der Zeit und das die Autorin sich nicht scheut auch heikle Themen wie Religion und nationale Herkunft zum Thema ihres Romans zu machen.
Die Figuren selbst sind facettenreich gezeichnet. Keiner gleicht dem anderen und jeder bleibt dem Leser durch seinen einzigartigen Charakter im Gedächtnis.
Gewürzt wird die Figurenkonstellation durch eine sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Laurina und einem ihrer Retter. Diese wird dabei aber nie kitschig oder lenkt von eigentlichen Geschehen ab. Sie ist ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer wie es aussieht hoffnungslosen Situation.
„Sephira“ ist ein spannendes Abenteuer, dass Lust auf mehr macht. Ich hoffe daher, dass der zweite Teil der Trilogie nicht zu lange auf sich warten lässt, denn eines ist klar: nach beenden des ersten Buches möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Nicht nur eine Empfehlung für Jugendliche, sondern auch für all jene, die schon die historischen Romane der Autorin mögen!
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Vielen Dank an den Verlag Ueberreuter für die Bereitstellung des Rezensionesexemplars!
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Schattenkuss – Inge Löhnig
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06541-0
Seiten: 252
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 9,95
ET: 08.2010
Lena hat eigentlich keine Lust, ihre Mutter in das verschlafene Dörfchen Altenbrunn zu begleiten. Doch dann taucht plötzlich immer öfter der Name Ulrike in den Gesprächen auf und Lena hört zum ersten Mal, dass sie eine Tante hat, die vor 20 Jahren spurlos verschwand. Als sie beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt Lena schnell auf eine Mauer aus Schweigen, Misstrauen, Aggression und … Angst.
Meine Rezension
Als Lena 16 Jahre als ist, stirbt ihre Oma plötzlich. Der Teenager ist nicht gerade begeistert davon ihre Mutter in das verschlafene Dörfchen Altenbrunn zu begleiten, um die Beerdigung der Frau zu organisieren, die zwar ihre Oma war, aber nie eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat.
Doch schnell erkennt Lena, dass sie nicht nur ihre Oma nicht kannte, sondern auch Ulrike.
Ulrike ist ihre Tante, die vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist und nie von ihrer Mutter erwähnt wurde.
Lena beschließt eine Art Dokumentation über ihre Tante zu drehen, um ihr so näher zu kommen. Dabei ahnt sie nicht, was sie in dem kleinen Dorf wach rüttelt….
Nach ihren beiden Dühnfort-Romanen „Der Sünde Sold“ und „In weißer Stille“ legt die in München lebende Autorin Inge Löhnig mit Schattenkuss ihren ersten Jugendthriller vor.
Und dieser steht dem charmanten Ermittler Dühnfort in nichts nach.
Das Buch beginnt sehr rasant ohne Zeit zu verlieren: man hat kaum Lena und ihre Familie kennengelernt, als man schon mit ihnen auf den Weg nach Altenbrunn ist.
Kaum dort angekommen trifft man zusammen mit Lena bereits alle Personen, die für den weiteren Verlauf wichtig sind.
Und fast im selben Moment gehen Lenas Recherchen nach ihrer Tante Ulrike los….
Die Recherchen fördern viel zu Tage und geben viel Anlass für Spekulationen und doch hatte ich bis zum Schluss nur Vermutungen wer der Täter sein könnte.
Inge Löhnig schreibt spannend und vor allem mit viel Gefühl. Mich hat es wirklich positiv überrascht, wie gut sich die Autorin in Jugendliche einfühlen konnte.
Alle von Lena über Florian bis Daniel waren absolut glaubhaft und mir wirklich sympathisch.
Auch positiv fand ich die eingestreuten Rückblenden, die aus Ulrikes Sicht geschildert werden und kurz vor ihren Verschwinden spielen. So baut sich langsam die Geschichte ihres Verschwindens auf und man rät gleichzeitig mit allem was Lena erfährt, ob es wirklich so oder doch anders passiert ist.
Schattenkuss ist ein unblutiger, aber dennoch bis zur letzten Seite spannender Jugendthriller, den ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen habe und dem ich nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen empfehlen kann.
Ein paar spannende Lesestunden sind damit garantiert!
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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- The Hollow – Jessica Verday
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The Hollow – Jessica Verday
Wahre Liebe ist unsterblich
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06495-6
Seiten: 432
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 15,95 €
ET: 06.2010
Abbeys beste Freundin Kristen ist verschwunden. Alle Bewohner von Sleepy Hollow glauben, dass das Mädchen tot ist. Dann taucht plötzlich Caspian auf – ein umwerfender, rätselhafter Junge, der immer dort aufkreuzt, wo auch Abbey ist. Und schließlich stößt sie im Tagebuch ihrer Freundin auf ein dunkles Geheimnis – und muss bald erfahren, dass auch Caspian nicht der ist, der er zu sein scheint.
Meine Rezension
Zu Beginn liest sich „The Hollow“ leider sehr holprig, was sich im Laufe der weiteren Handlung allerdings verflüchtigt und einem angenehmen, flüssigen Lesevergnügen weicht. Ich muss jedoch einräumen, dass ich den Roman wirklich jederzeit hätte zur Seite legen können und letztendlich nur weiter gelesen habe, weil ich auf den großen Moment des Romans gewartet habe.
Was das Buch zu Beginn vor sich hin stolpert, macht es leider auch nicht durch Spannung wett. Denn auch der Spannungsbogen entwickelt sich erst nach und nach und dabei derart langsam und dürftig, dass es zu Beginn wirklich einiges an Stehvermögen kostet, um nicht vorzeitig die Segel zu streichen. Bis die Autorin zum im Klappentext erwähnten Tagebuch kommt, vergehen allein zweihundert Seiten, um nur ein Beispiel für den langsamen Handlungsaufbau zu nennen. Hat man diese Hürde genommen, wird man belohnt. Allerdings nicht mit einer Fantasy-Geschichte, die man erwartet hat, sondern mit einer Teenagergeschichte, in der es in erster Linie um Trauerarbeit und die erste Liebe geht. Zumindest wird der Plot temporeicher und spannender.
Von der Handlung hatte ich mir etwas ganz anderes erhofft und bin daher auch ein wenig enttäuscht. Die Kurzbeschreibung lässt den Schluss auf eine ganz andere Geschichte zu und führt den potentiellen Leser absolut in die Irre. Ich hatte einen Fantasy- oder zumindest Mystery-Roman erwartet und war wirklich erstaunt, wie viel Raum Abbeys Trauerarbeit tatsächlich in der Handlung einnimmt, bevor überhaupt etwas Mysteriöses geschieht. Der Hintergrund der Geschichte, die Bewältigung des Todes der besten Freundin, ist für Teenager sicherlich nachvollziehbar und auch ausreichend dargestellt. Die Tiefe, die sich hier ein Erwachsener wünschen würde, fehlt allerdings.
Dazu kommt noch, dass sich die Autorin widerspricht, einige Szenen und Gedankengänge unplausibel und nicht schlüssig sind und sich die Logikfehler häufen. Auch die große Liebesgeschichte ist eher nüchtern und wenig romantisch. Abbey verhält sich zwar irrational, wie man es von einem verliebten Teenager erwarten würde, allerdings ist sie dabei derart naiv, dass sie wiederum nicht glaubwürdig erscheint, was aber auch daran liegen mag, dass ich nicht zur Zielgruppe zähle. Junge Mädchen mögen hier durchaus auf ihre Kosten kommen.
Dinge, die der Protagonistin merkwürdig erscheinen, müssen von der Autorin in Worte gefasst werden, da sie sich bedauerlicherweise nicht durch die Handlung erklären. Vieles wird somit erzählt und nicht gezeigt, was der Atmosphäre abträglich ist.
Die Protagonistin Abbey war mir aufgrund ihrer skurrilen Spleens auf Anhieb sympathisch. Leider verlaufen diese gänzlich im Sande, so dass Abbey für mich zu einem wenig Aufsehen erregenden Mädchen wird, dem bis auf ein besonderes Hobby jegliche Tiefe fehlt. Und leider trifft diese Farblosigkeit auf alle Figuren zu. Die Autorin geizt mit Beschreibungen ihrer Charaktere und bis auf die Haarfarben der einzelnen Figuren – das einzige, was mit einer ausgeprägten Regelmäßigkeit wiederholt wird – , hatte ich keine klare Vorstellung von ihnen und blieben für mich somit dunkle Schemen. Meine Hoffnungen, die ich in Caspian gesetzt habe, wurden auch nicht erfüllt. Das, was Abbey fehlt, versucht Jessica Verday bei ihm durch übertriebene Charakterzüge auszugleichen, so dass auch er nicht überzeugend wirkt, sondern leider nur unglaubwürdig und überzeichnet. Aber auch dies mag vor allem einem Erwachsenen so vorkommen und vielleicht sind Teenager diesbezüglich noch nicht so kritisch.
Wenn man „The Hollow“ unter den richtigen Gesichtspunkten liest, nämlich der Trauerarbeit von Jugendlichen, wie es sie aus der Bahn wirft, wenn jemand, der ihnen nahe steht, stirbt, dann ist „The Hollow“ durchaus ein gutes Jugendbuch. Da hat die Autorin gute Arbeit geleistet und ich kann mir gut vorstellen, dass das bei Teenager gut ankommt und sie sich auch mit Abbey deutlich mehr identifizieren können als ich es konnte. Den Fantasy-Anteil muss man hier aber als völlig nebensächlich ansehen, denn der kommt tatsächlich erst auf den letzten Seiten zum Tragen. Da es eine Fortsetzung geben wird, gehe ich davon aus, dass diese dann deutlich mehr ins Fantasy-Genre passt. Und ich fürchte, ich werde auch sie lesen, was allein den letzten drei Seiten zu verdanken wäre, die mich wirklich überrascht und eine interessante und spektakuläre Wendung eingebracht haben, mit der ich bei einem Jugendbuch eher weniger gerechnet hätte.
Fazit
Bei einem Roman, der in Sleepy Hollow angesiedelt ist, in dem diese Legenden und auch der Autor, Washington Irving, hoch in Ehren gehalten werden, habe ich deutlich mehr unheimliche Begebenheiten, ein wenig Mystery und Grusel erwartet. Den Leser erwartet eine seichte Liebesgeschichte vor den Hintergrund jugendlicher Trauerarbeit. Insgesamt ein durchaus gutes Jugendbuch, wenn man es mit der richtigen Erwartungshaltung liest. Für Erwachsene ist „The Hollow“ weniger geeignet, da es an nötiger Tiefe und Komplexität fehlt.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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