Archiv für die Kategorie „Historische Krimis“
Die Giftmeisterin – Eric Walz
Verlag: Blanvalet | Leseprobe
ISBN: 978-3442373185
Seiten: 410
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,00
ET: 03.2010
Aachen, am Heiligen Abend im Jahr 799. Dies ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft: zwischen mir, der Gräfin Ermengard, und der Fremden Fionee, die von allen gemieden wird, und von der ich mittlerweile weiß, dass sie eine Giftmeisterin ist. Und es ist die Geschichte eines Verbrechens. Ich sollte besser sagen zweier Verbrechen: des einen, das ich aufgeklärt habe, und des anderen, das ich beging …
Meine Rezension
Aachen, kurz vor Heiligabend im Jahre 799: die Pfalzgräfin Ermengard findet mitten im Hof die Leiche des jungen Hugos. Er ist offensichtlich ermordet worden.
Der Tod des jungen Offiziers ist der Auftakt einer Serie von Morden, die die Pfalz erschüttern.
Der Pfalzgraf sucht nach dem Täter, um den Fall schnell abzuschließen und so die Sicherheit des Papstes sicherzustellen, der bald in Aachen erwartet wird.
Doch seine Frau Ermengard glaubt nicht an die einfachen Erklärungen ihres Mannes und beginnt selbst auf eigene Faust heimliche Ermittlungen…
Die Giftmeisterin ist mittlerweile der vierte historische Krimi von Eric Walz und ist meiner Meinung nach bis jetzt sein bester.
Der Roman besticht in diesem Fall vor allem durch seine Erzählperspektive: Ermengard erzählt ihre Geschichte auch der Ich-Perspektive und der Leser begleitet sie, wie sie die Ereignisse der letzten Tage zu Papier bringt. Man kommt Ermengard so sehr nah, lernt sie kennen und lieben und leidet mir ihr.
Die Erzählperspektive passt meiner Meinung nach in diesem Fall sehr gut und ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass ich die Sicht eines anderen Charakters kennen lernen möchte. Ich bin vollkommen in der Geschichte aufgegangen und Ermengard wurde fast so was wie eine Freundin für mich.
Ihre Geschichte wird immer wieder von Rückblenden bzw. Erinnerungen unterbrochen, die sich schon alleine durch die Benutzung des Präsens vom Rest des Buches abheben. In diesen Erinnerungen lernt man eine junge Ermengard kennen und erlebt, wie sie sich verliebt und welche Schicksalsschläge sie durchmachen musste. Man lernt zu verstehen, wie Ermengard zu dem Menschen wurde, den man grade kennen lernt.
Der Kriminalfall selbst ist fast, so möchte ich sagen, ein typischer Walz: wohldurchdacht leitet der Autor den Leser durch die Kälte Aachens und lässt ihn mit Ermengard nach dem Täter suchen. Bis zum Schluss rätselt man, wer es gewesen sein könnte und findet dennoch keinen Täter.
Wenn der Täter dann am Ende gefasst und gestellt ist, traut man fast seinen Augen kaum, denn auf diesen Täter wäre man – oder zumindestens ich – nie im Leben gekommen.
Der Überraschungseffekt ist ganz auf der Seite des Autors.
Die Giftmeisterin ist ein spannender, fesselnder Roman, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe und uneingeschränkt weiter empfehlen kann!
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Der schwarze Papst – Eric Walz
Verlag: Blanvalet | Leseprobe
ISBN: 978-3-442-37269-0
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Preis: € 12.00
ET: 09.2009
Rom 1552. Warum stirbt ein Schüler während der Eröffnung des Collegium Germanicum, der deutschen Schule der Jesuiten, durch Gift? Und wer hat Carlotta aus dem Fenster gestürzt? Der junge Jesuit Sandro Carissimi ermittelt mit der Unterstützung der lebenslustigen Glasmalerin Antonia Bender, die er wie Carlotta in Triest kennen gelernt hat. Die Nachforschungen sind heikel, führen sie doch in die allerheiligsten Gemächer des Vatikans, wo den Mächtigen mehr an den Geheimnissen der Kirche, als an den Geboten Gottes liegt ..
Meine Rezension
Rom, im Jahre des Herrn 1552: die Jesuiten wollen ein Kolleg eröffnen, das Collegium Germanicum. Dies wird natürlich gefeiert, doch es kommt zu einem Zwischenfall: einer der Schüler erleidet einen Krampfanfall und stirbt. Sandro Carissimi, Visitator des Papstes, ist dabei und weiß sofort: hier ist ein Verbrechen geschehen, das dringend aufgeklärt werden muss.
Der schwarze Papst ist der dritte und letzte Band um die Glasmalerin Antonia Bender und dem Jesuiten Sandro Carissimi.
Diesmal steht im Gegensatz zu den anderen Romanen der Kriminalfall sehr im Vordergrund. Natürlich, wir lesen hier einen historischen Kriminalroman, aber für mich war es dann doch zwischenzeitlich ein wenig zu viel, denn ich wollte eher noch mehr über Sandro und Antonia erfahren, die mir in den Vorgängerbänden so sehr ans Herz gewachsen sind. Vor allem Antonia kommt ein wenig zu kurz, während man Sandro weiterhin bei seinen Ermittlungen erleben darf.
Diese Verlagerung auf den Kriminalfall ist schade, da man gerade in den Vorgängerbänden viel mehr mit den Charakteren an sich zu tun hatte.
Der Fall selbst ist wie auch schon in den Vorgängern sehr gut durchdacht und bot für mich doch zum Schluss eine Überraschung, denn mit diesem Täter hätte ich nie gerechnet. Bis zum Schluss hatte ich viele Verdächtige, die alle ein Motiv gehabt hätten. Eric Walz legt somit viele verschiedene Spuren, die man als Leser eifrig verfolgt.
Der Schluss des Romans gefällt mir, obwohl es mir wirklich schwer fällt zu akzeptieren, dass dies der letzte Band ist, denn er ist relativ offen gehalten und so kann man entweder darauf hoffen, dass der Autor doch noch einen Band schreibt oder man spinnt sich die Zukunft der Charaktere selbst nach eigenen Vorstellungen weiter.
Unterm Strich bin ich mit Der schwarze Papst sehr zufrieden und finde, dass es ein würdiger Abschluss der Glasmalerin-Trilogie ist. Der Roman hat mich von seiner ersten bis zu seiner letzten Seite in seinen Bann gezogen und ich musste in jeder freien Minute lesen.
Wieder nur sehr zu empfehlen!
Meine Bewertung
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ISBN: 978-3-426-63728-9
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ET: 12.2007
Der Mann, den Edward Glyver kurz vorm Austernabendessen im Fischlokal Quinn’s in einer abgelegenen Ecke im London zur Mitte des 19. Jahrhunderts tötet, hat einfach Pech gehabt. Seine roten Haare wohl waren es, die den Unbekannten aus der Masse herausstechen ließen, deshalb fiel die Wahl auf ihn. Der rothaarige Fremde ist für den adeligen Glyver nur die Generalprobe für den eigentlichen Mord an seinem ehemaligen Freund und jetzigen Todfeind Phoebus Daunt, den er, wohl ganz zu Recht, für den Verlust seiner großen Liebe, von Bildung und Erbe verantwortlich macht. Dafür will Glyver sich rächen. Das Duell zweier intellektuell überaus gerissener junger Männer entbrennt: zweier Männer zudem, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen ….
Meine Rezension
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Ich habe diesen Roman in Englisch gelesen und muss zugeben, dass ich ihn wohl mit dem deutschen Titel nicht in die Hand genommen hätte… Meiner Meinung nach passt der deutsche Titel nicht wirklich und hat mit dem eigentlichen auch nicht viel gemein. “Die Bedeutung der Nacht” wäre die Übersetzung gewesen und hätte auch inhaltlich gepasst. Nun gut, das nur nebenbei…
Eigentlich hatte ich mir einen kaltblütigen und psychopathischen Mörder vorgestellt, weshalb ich anfangs etwas enttäuscht war, denn Edward entsprach nicht ganz dem, was ich erhofft hatte. Aber nach und nach konnte mich Cox mit seiner Geschichte doch überzeugen. Er schreibt wahnsinnig spannend und packend, so dass ich ausnahmsweise derselben Meinung bin, wie eine der Zeitungskommentare auf der Rückseite des Romans (ich glaube, von der „Times“). Es ist ein absoluter Pageturner! Man möchte so schnell wie möglich wissen was passieren wird. Wie Edwards Leben verlief, weshalb er letztendlich zum Mörder wurde und was es mit seiner Feindschaft zu seinem ehemaligen Freund Phoebus Daunt auf sich hat. Nach und nach erfährt man immer mehr Bruchstücke aus Edwards bisheriger Geschichte und langsam formen diese sich zu einem Ganzen.
Edward selbst ist mir von Anfang an sympathisch, sicher lag das auch daran, dass ich auf bücherliebhabende Mörder stehe, aber die Figur ist auch recht einnehmend konzipiert. Man versteht seine späteren Handlungen, und ich habe bis zuletzt mitgefiebert und gehofft, dass er seine Rache bekommen wird.
Meine Bewertung
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