Archiv für die Kategorie „Historische Romane“
Vlad – C.C. Humphreys
Verlag: Heyne | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-52597-9
Seiten: 624
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 12.2009
Ein noch nie da gewesener Roman über den dunkelsten Mythos unserer Zeit …
Meine Rezension
„Ich bin gefangen. In diesem Käfig aus Fleisch. Und doch behaupte ich, ein Falke zu sein und frei zu fliegen.“ (Jalaluddin Muhammad Akbar)
Auf einer Burg in der Walachei im März 1481 soll das Leben von Vlad III. Drăculea, Fürst der Walachei niedergeschrieben werden, dazu werden Ion Tremblac, Freund und Kampfgefährte Vlads, Ilona Ferenc, die Mätresse Vlads und sein Beichtvater Bruder Wassili zur letzten Beichte befohlen. Die Geschichten der drei werden von Kardinal Domenico Grimani (päpstl. Legat), Graf Janos Horvathy von Pécs und Petru Iordache, Spartar, der Burg Poenari gehört, und von drei Mönchen zeitgleich aufgeschrieben.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1446, wie Vlad als Geisel der Türken unter dem Sultan von Rum, Murad Han II., ausgebildet wird. Sein Erzfeind, Mehmet Celebi, Sohn des Sultans, sieht dabei gar nicht gern, dass sich Vlad bei den Lehrern behaupten kann und angesehen ist. Aus Dankbarkeit näht Vlad seinem Lehrer Hamza Agha (später Hamza Pascha) einen Falknerhandschuh, wo er auch ein Zitat von Jalaluddin Muhammad Akbar einnäht.
Als Vlad seinem Erzfeind Mehmet eine Niederlage einbringt, wird er als Strafe nach Tokat gebracht, in eine Schule wo einem die Kunst des Folterns beigebracht wird. Dort muss Vlad mit ansehen wie ein Mann gepfählt wird, diese Art des Folterns setzt Vlad so unter Schock, dass er sich davon wochenlang nicht erholen kann. 1447 werden Vlads Vater und sein ältester Bruder ermordet. Der Sultan Murad II. lässt Vlad frei und schickt ihn nach Hause in die Walachei wo er seinen rechtmäßigen Thron besteigen kann.
Fürst Vlad III. erlässt das Gesetz das jeder der Unrechtes begeht, gepfählt wird. Dies betreibt er so intensiv, dass er einen goldenen Kelch, mit Diamanten und Rubinen verziert, auf den Brunnen des Marktplatzes von Târgovişte stellt, so dass jeder seinen Durst stillen kann und dafür diesen Becher benutzen darf. Als einer versucht, diesen Becher zu stehlen wird er gefangen genommen und mit samt seiner ganzen Familie öffentlich auf dem Marktplatz gepfählt.
Als die Türken, angeführt von dem neuen Sultan Mehmet II. der Eroberer, kurz vor der Eroberung der Walachei waren, ließ Vlad mehrere hundert gefangener türkischer Soldaten auf einem Feld vor Târgovişte pfählen, was Vlad den Beinamen Ţepeş einbracht, was soviel wie der Pfähler heißt.
Vlad starb im Jahr 1476 im Kampf gegen die Türken.
C.C. Humphreys recherchierte die historischen Überlieferungen Vlads III. sehr genau und versucht, aus allen Quellen die Geschichte von Vlad Ţepeş III. – so gut wie es geht - in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. Belegbare historische Hintergründe, als auch Legenden um Vlad, hat Humphreys eingearbeitet.
Das Buch liest sich durchweg spannend und flüssig. Ein Pageturner, der das Leben von Vlad so beschreibt, dass man der Meinung ist, genau so und nicht anders verlief das Leben von dem wohl berühmtesten Fürsten der Walachei.
Die künstlerischen Freiheiten hat sich Humphreys nicht nehmen lassen und gerade das Ende des Buches kommt sehr überraschend.
Aufgrund dessen, dass sehr viele Charaktere vorkommen und eine Gegend beschrieben wird wie es sie heute nicht mehr gibt, findet man vorn im Buch ein Personenregister und eine Landkarte an der man sich orientieren kann. Humphreys verwendet in der Geschichte viele Fremdwörter aus der türkischen und walachischen Sprache, die in einem Glossar am Ende des Buches nachzulesen sind.
Im Nachwort des Autors liest man, was C.C. Humphreys nachweisbar recherchiert und welche Legenden er eingearbeitet hat.
Das Cover des Buches zeigt eine Burg auf einen Hügel, was mich an die Burg Poenari in der Walachei erinnert.
Fazit
Ein Buch, was das Leben von Vlad III. sehr spannend beschreibt. Doch wer einen Vampirroman erwartet, der sollte sich besser an Bram Stokers Dracula halten.
Meine Bewertung
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Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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Der silberne Bogen – David Gemmell
Verlag: Heyne | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-453-53195-6
Seiten: 640
Ausgabe: Taschenbuch
ET: 07.2006
Preis: € 13,00
Dies sind die Abenteuer von Agamemnon, Hektor, Achilles und der schönen Helena, dies ist die Geschichte des Falls der Stadt Troja – wie Sie sie noch nie gelesen haben! Denn „Der silberne Bogen“ ist keine gewöhnliche Nacherzählung des Homerschen Opus, sondern ein Epochen-Gemälde, das – ähnlich wie Wolfgang Petersens Film „Troja“ – den Leser die Ereignisse hautnah miterleben lässt. Der englische Bestsellerautor David Gemmell hat die alte Sage in eine neue, atemberaubend moderne Form gegossen. Ein einzigartiger historischer Roman!
Meine Rezension
Seit meiner Kindheit übt Troja eine große Faszination auf mich aus, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ich mich an die große Troja-Trilogie von David Gemmell wagen würde. „Der silberne Bogen“ bildet den Auftakt, und auch wenn ich zu Beginn etwas irritiert war, war ich am Ende derart begeistert, dass ich zu gerne gleich die Fortsetzung gelesen hätte.
Sprachlich gefiel mir das Buch auf Anhieb. Gemmell ist nicht überbemüht, sprachlich ein antikes Flair aufkommen zu lassen, verzichtet aber auch auf moderne Umgangssprache. So liest sich der Roman äußerst angenehm und flüssig, Beschreibungen und Dialoge wirken natürlich und nicht krampfhaft erzwungen und durch seine bildgewaltige Sprache erschafft er wie von selbst eine ungemein dichte Atmosphäre.
Erzählt in der dritten Person, hat sich der Autor ausreichend Raum verschafft, um seine Geschichte nicht allein aus einer Perspektive zu erzählen. So ist der Leser in einem Moment in Troja und im nächsten an einem ganz anderen Ort, begleitet die verschiedensten Figuren und bekommt dadurch einen großartigen Rundumblick auf die Ereignisse.
Mit dem Aufbau allerdings, tat ich mich zunächst unheimlich schwer. Gerade zu Beginn springt Gemmell von einer Figur zur nächsten und wechselt dabei auch noch die Zeiten, so dass ich keinen roten Faden erkennen konnte, an den ich mich hätte halten können. Hier die erzählten Ereignisse in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, hat mich einiges an Anstrengung gekostet. Aber, das Dranbleiben hat sich gelohnt. Denn nach knapp hundert Seiten wird einem schlagartig bewusst, warum der Autor diese Erzählweise gewählt hat und der rote Faden liegt deutlich vor einem: Helikaon. Der Autor macht es dem Leser zwar nicht unbedingt leicht, aber er bereitet ihn sehr subtil und durchaus gekonnt auf die Hauptfigur Helikaon mit ihren Charaktereigenschaften vor, so dass man ein äußerst facettenreiches Bild von Helikaon erhält, seine Handlungsweisen nachvollziehen und sich der Geschichte von einem Moment zum nächsten nicht mehr entziehen kann. Spätestens mit dem ersten Auftritt Odysseus’ gab es für mich kein Entrinnen mehr.
Die Handlung baut sich rund um Helikaon auf und nicht, wie ich erwartet hätte, um eine der berühmten Helden des trojanischen Krieges, wie wir ihn von Homer kennen. Gemmell wählt einen anderen Weg, hält sich nicht krampfhaft an die Ilias und auch nicht an die griechische Mythologie. Beides dient ihm mehr als Richtschnur, anhand der er versucht, eine glaubwürdige, nachvollziehbare Version des trojanischen Krieges zu erzählen. Denn wer glaubt schon wirklich, dass die griechischen Götter vom Olymp gestiegen sind und sich unter das Volk gemischt haben? Die Götter haben in „Der silberne Bogen“ keine vordergründige Rolle, die Helden sind keine Halbgötter und dort, wo es nötig ist, verändert Gemmell auch die homerischen „Fakten“. Mich konnte diese Version absolut überzeugen, da sie in sich schlüssig, bildgewaltig und realistisch erzählt ist und dabei vor Spannung und Überraschungsmomenten nur so strotzt.
Wenn auch viele Szenen, vor allem die mit Odysseus, äußert humorvoll sind, geizt Gemmell nicht mit Grausamkeit und Brutalität. Realistische Darstellungen der Ereignisse sind ihm äußerst wichtig und tragen ungemein zu der dichten Atmosphäre bei, schonen den Leser aber nicht für einen Moment. Die Kampf- und Schlachtszenen sind derart anschaulich beschrieben, dass man meint, das Blut riechen, und den Kampfeslärm hören zu können. Sie sind blutig, kaltblütig und grausam und stellen für einen empfindlichen Magen wohl durchaus eine Herausforderung dar. Mir hat diese Anschaulichkeit gefallen, da sie mich ohne Weiteres in die antike Welt transportieren konnte und zur Glaubwürdigkeit des Romans beiträgt.
Aber nicht nur der Plot ist phantastisch ausgefeilt, sondern auch die Figuren. Im Laufe der Geschichte machen alle eine Wandlung durch, wachsen oder brechen an den Erfahrungen, die sie machen mussten, verändern sich. Von Seite zu Seite lernt man sie besser kennen, entdeckt neue Facetten und baut eine Beziehung zu ihnen auf. Für nahezu jedes Gesicht, egal ob Protagonist oder Randfigur, hält Gemmell eine Geschichte aus der Vergangenheit bereit, bietet dem Leser ein kleines psychologisches Profil an. Das macht alle Figuren unglaublich greifbar, menschlich und lebendig. Ihr Agieren ist immer nachvollziehbar und plausibel und selbst für schreckliche Taten kann man als Leser noch Verständnis aufbringen. Hier eine Linie zwischen Fiktion und Realität zu ziehen, fiel mir oftmals schwer, und ich musste mir in Erinnerung rufen, dass diese Charaktere nicht existiert haben.
Auch wenn ich zugeben muss, dass Helikaon eine wirklich gelungene und großartige Figur ist, galten meine tiefen, emotionalen Sympathien vor allem einer anderen. Einem Mykener, der zwischen die Fronten gerät. Seine Seele und sein Charakter, seine Glaubwürdigkeit und Lebendigkeit, haben mich unglaublich mitgerissen. Aber auch Charaktere wie Andromache, Kassandra und Odysseus dürfen nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie zahlreiche Nebenfiguren, da Gemmell sie derart realistisch wiederbelebt hat, dass man ihm allzu gerne glauben möchte, dass es sie genau so gab.
Fazit
„Der silberne Bogen“ ist ein fulminanter, rundum gelungener Auftakt zu einer äußerst vielversprechenden Trilogie. David Gemmell hat ein wirklich großes Erzähltalent und die Antike konnte vor meinem geistigen Auge problemlos aufleben. Der Roman hat mich emotional sehr bewegt und nachhaltig beschäftigt. Wer einen Roman über Troja lesen möchte, kommt an dieser Trilogie nicht vorbei.
Meine Bewertung
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Der Lotusgarten – Linda Holeman
Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3-442-46782-2
Seiten: 704
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95
ET: 03.2009
Ein historischer Liebesroman vor exotischer Kulisse
Indien, Ende des 19. Jahrhunderts: Als ihre Eltern sterben, ist die junge Missionarstochter Pree ganz auf sich allein gestellt. Trost findet sie nur bei dem wenig älteren Inder Kai, der die Mission jedoch schon bald verlässt. Dann erfährt Pree, dass sie ein Adoptivkind ist; völlig verunsichert gibt sie ihr Elternhaus auf und geht nach Peshawar. Kurz nach ihrer Ankunft trifft sie dort Kai wieder und beginnt eine leidenschaftliche Beziehung mit ihm. Doch dann wird Kai verhaftet, und Pree muss erkennen, dass ihr Geliebter nicht der ist, für den sie ihn hielt …
Meine Rezension
Pree wächst als Tochter von einem Pfarrer und seiner Frau in einer Mission auf – stationiert in Indien. Die Mission ist sehr abgelegen und in der Umgebung gibt es nur wenige Landsleute (Engländer). Der Pfarrer hat das Missionieren schon lange aufgegeben und betreibt seine Mission als eine Art Krankenstation. Der Leser hat schnell den Eindruck, dass der Referend ein gutmütiger Mensch, allerdings mit einem sehr schwachem Charakter ist. Prees Mutter scheint das genaue Gegenteil: sie ist hart, vor allem gegen Pree, süchtig nach Medikamenten und erweckt den Eindruck, immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen. Obwohl Pree in der Krankenpflege ihre Erfüllung findet, reicht ihr dieses Leben nicht – sie hofft auf mehr, hat einen ungebeugten Charakter und eine freie Meinung über ihre Umgebung. Außerdem ist da noch Kai… der Sohn einer Dienerin der Eltern und Pree so nah, wie ein Bruder. Doch keiner der Menschen in Prees unmittlbarer Umgebung bleibt das, was dem Leser Anfangs präsentiert wird… und damit nehmen die Übel ihren Lauf.
Die Protagonisten in dem Buch machen nahzu alle eine stark wahrzunehmen Wandlung durch. Das hat die Autorin schick hingekriegt: man hat Anfangs einen anderen Eindruck von allen, als nach einigen Ereignissen, die sich in Prees Leben einbrennen. Die Hauptprotagonistin Pree ist ziemlich klar umrissen. Dem Leser ist relativ schnell klar, wie sie denkt und was ihre logischen Schritte sein werden. Allerdings auch da täuscht man sich häufig, denn man selbst wäre aus den meisten der Situation schon längst ausgerissen und kann Prees Durchhaltevermögen nur bewundern oder auch sich fragen, wie blöd sie eigentlich noch sein kann…?!
Der Lotusgarten ist das dritte (und wahrscheinlich letzte) Buch von Linda Holeman, welches ich gelesen habe. Dieses Werk ist außerdem eine indirekte Fortsetzung zu “Smaragdvogel” und “Mondamulett” – alle drei Bücher ergeben eine relativ interessant (un-)zusammenhängende Familiengeschichte über mehrere, sehr unterschiedliche Generationen und auch Volksgruppen sowie Länder verteilt. Das ist ein Aspekt, der diese Bücher so interessant macht: man trifft, zwar immer erst relativ spät im Roman, aber dennoch immer im richtigen Moment die “alten” Protagonisten aus dem jeweiligen Buch vorher… ziemlich überraschend und sie schaffen es immer wieder beim Leser Freude über das Wiedersehen auszulösen. Das hat mir an allen drei Büchern gut gefallen.
Was mir an diesem Buch nicht gefallen hat, ist ebenfalls das selbe, wie bei den beiden vorhergehenden: es ist zu viel Leid, zu viel Schlimmes, zu viel zu Ertragen und zu viel, mit dem meine ausartende Fantasy lange zu ringen hatte… Und besonders in diesem drittem Buch ist das Leiden und die lange Spanne der schlimmen Erlebnisse übertrieben lang und scheint kein Ende nehmen zu wollen. Das hat (insbesondere) den Lotusgarten sehr anstrengend gemacht. Das Buch hat eine stark ausgeprägte Spannungskurve (= Leidenskurve). Eigentlich geht diese fast stetig nach oben und gibt dem Leser nur selten und nur für eine sehr kurze mal eine Atempause…
Alles in einem war das Buch ganz gut, wenn auch zu viel… …zu viel von eigentlich allem. Da ist nach wie vor unentschlossen bin, wie ich es bewerten soll, es aber niemals weiterempfehlen würde, außer man mag Dramen, und auch kein weiteres solchen Buch lesen wollen würde, erhält es von mir mit 3,5 von 5 möglichen Punkten.
Meine Bewertung
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Die Teufelshure – Martina André
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00773-6
Seiten: 662
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 17,95
ET: 11.2009
Schottland, 1647 / Edinburgh 2009
Schottland 1647. Der Highlander John Cameron hat Krieg und Pest überlebt, als er auf Madlen MacDonald trifft, von der es heißt, sie sei die Mätresse eines zwielichtigen Lords und mit dem Teufel im Bunde. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht wird John wegen falscher Anschuldigungen ihres Gönners zum Tode verurteilt. Im Verlies erfährt er, dass der Lord Häftlinge kauft, um an Ihnen Experimente durchzuführen. Edinburgh 2009. Die Biologin Lilian versucht, den Erinnerungscode in menschlichen Genen zu entschlüsseln. Bei einem Selbstversuch sieht sie einen Mann in altertümlicher Kleidung. Auf der Suche nach den Hintergründen dieses Mysteriums, gerät sie in ein Herrenhaus und steht plötzlich vor John Cameron, dem Mann aus ihrer Vision. Welches Geheimnis hütet der Schotte? Und warum behauptet er, sie sei in großer Gefahr?
Meine Rezension
Im Mittelpunkt des neuen Romans von Martina André steht der Highlander John Cameron, der durch seine Liebe zu Madlen in die Fänge des undurchsichtigen Lords Chester Cunningham gerät. Es wird gemunkelt, der Lord stehe mit dem Teufel im Bunde. Tatsächlich muss John Cameron schmerzhaft feststellen, dass er Cunningham nicht gewachsen ist. Beim Versuch Madlen aus dem Einflussbereich des Lords, dessen Mätresse sie ist, zu bringen, werden John und seine Freunde von übernatürlich starken Kämpfern gefangen genommen und als angebliche Revolutionäre vor Gericht gestellt. John wird zum Tode verurteilt, seine Freunde sollen im Gefängnis schmoren. Doch noch bevor John am Galgen hängt, werden er und seine Freunde von Cunninghams Leuten abgeholt und auf eine dunkle Festung gebracht. Dort werden sie seltsamen medizinischen Versuchen ausgesetzt. Doch John und einigen seiner Freunde gelingt die Flucht …
Rund 350 Jahre später unterzieht sich die Molekularbiologin Lilian einem Selbstversuch mit einer Substanz, die laut südamerikanischen Schamanen die in den Genen gespeicherten Erinnerungen freisetzen soll. Tatsächlich sieht sich Lilian unvermittelt John gegenüber. Als sie dem Mann kurze Zeit später auch tatsächlich begegnet, glaubt Lilian zunächst an eine Täuschung. Doch nach und nach beginnt sie zu begreifen, dass John durch Cunninghams Machenschaften mehr oder weniger unsterblich geworden ist. Und dass er nach wie vor gegen den dunklen Lord kämpft.
Die Autorin hat mit der Teufelshure ein Thema aufgegriffen, das die Menschheit seit vielen Jahrhunderten beschäftigt: Den Wunsch nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit. Gleichzeitig schafft sie um Lord Cunningham eine düstere Atmosphäre, die ihn als teuflisches Wesen erkennen lässt. Die Figuren des Romans bedienen die gängigen Klisches: Gut und Böse sind klar zu erkennen, John entspricht dem aktuellen Bild eines starken Highlanders und Madlen wie Lilian sind attraktive und unerschrockene Frauen. Dennoch sind die Charaktere gut gewählt und vor allem die Nebenfiguren sind äusserst fein gezeichnet. So fein, dass sie still und leise den Hauptprotagonisten den Rang ablaufen und sich als eigentliche Lieblinge der Leserinnen und Leser herausstellen.
Die Story ist spannend aufgebaut und stimmig – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. In einer leicht eingängigen Sprache spielt Autorin Martina André mühelos mit den Tempi. Sie hat die passende Mischung aus ruhigen, stimmungsvollen Augenblicken und dramatischen, schnellen Szenen gefunden. Wer sich einmal auf die Geschichte eingelassen hat, mag das Buch nicht mehr aus den Händen legen, selbst wenn die düstere Szenerie des Romans manchmal einiges abverlangt. Mit viel Fingerspitzengefühl hat es die Autorin vermieden, ins Horror-Genre einzutauchen, auch wenn da und dort nur noch eine hauchfeine Trennung existiert.
So präsentiert Martina André schliesslich einen Roman, der ebenso Elemente von historischen Romanen wie auch von Thriller und Mystik enthält. Damit ist “Die Teufelshure” keinem Genre zweifelsfrei zuzuordnen, vermag aber eine breite Schicht von Leserinnen und Lesern anzusprechen. Mit ihrem vierten Roman hat Martina André bewiesen, dass sie grosses Potential hat und von ihr noch ettliche Beiträge zur Spannungsliteratur erwartet werden dürfen.
Meine Bewertung
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- Rausch – John Griesemer
Die Tränen der Königin – Christopher W. Gortner
Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442467747
Seiten: 532
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 08,95
ET: 03.2009
Mit 13 Jahren erlebt Johanna von Kastilien die Vereinigung des Königreichs Spaniens unter ihren Eltern Isabella und Fernando mit. Intelligent, schön, und stolz auf ihre Herkunft kämpft Johanna gegen ihr Schicksal an, als sie als zukünftige Braut des Habsburgers Philip des Schönen auserwählt wird. Aber als sie in Flandern dem attraktiven und sympathischen Prinzen gegenübersteht schlagen ihre Gefühle um. Doch weiß sie noch nicht, dass dieser Mann, nicht nur die größte Liebe ihres Lebens sein wird, sondern auch ihre bitterste Enttäuschung …
Meine Rezension
Johanna ist gerade mal 17 als sie Philip von Flandern heiratet.
Beide empfinden viel für einander, doch schon bald werden sie zu großen Feinden, als klar wird, dass beide in ihrem Leben etwas gänzlich anderes wollen: Philip will Macht und Reichtum, während Johanna nur eines will – ihre Heimat beschützen.
Der überwiegende Teil der historischen Romane spielt in Ländern wie England, Deutschland oder Frankreich.
Christopher W. Gortner entführt uns in Die Tränen der Königin in ein Stück Geschichte Spaniens.
Der Einstieg in den Roman fällt sehr leicht. Dem eigentlichen Roman ist ein Prolog voran gestellt, in dem Johanna selbst auftritt und ‘ankündigt’ ihre Geschichte aufzuschreiben.
Ab dem Zeitpunkt geht es komplett chronologisch im Leben Johannas weiter: sie schildert ihre Kindheit, wie sie ihren Mann trifft, was die beiden erleben und auch, wie ihr Leben endet.
Nach dem doch leichten Einstieg fällt es auch nicht schwer, die noch folgenden Seiten regelrecht zu verschlingen.
Bei der Gestaltung der Geschichte hält sich der Autor, wie er in einem Nachwort betont, genau an die historischen Fakten und Begebenheiten. Lediglich zum Schluss hat er die Zeit etwas gerafft.
Als fiktive Biographie von Johanna ist das Buch in der Ich-Form erzählt.
Dies hat natürlich starken Einfluss darauf, wie die im Roman vorkommenden Personen wirken, da sie vom Johanna für den Leser schon fertig eingefärbt wurden.
Das führte dazu, dass ich doch relativ häufig unzufrieden mit der Erzählperspektive war. Ich hätte mir öfter gewünscht, auch mal ein paar Seiten z.B. aus Philips Sicht zu lesen, um so Johannas Schilderungen so weit als möglich zu objektivieren.
Christopher W. Gortner ist dennoch ein unglaublich fesselnder Roman gelungen, der einem Spanien und eine seiner Königinnen, Johanna von Kastilien, näher bringt.
Der Autor erzählt ihre Geschichte auf eine einfühlsame und doch eindringliche Art und sorgt dafür, dass man den Roman so schnell nicht wieder aus der Hand legen kann.
Ich freue mich schon auf seinen nächsten Roman, der auch hoffentlich bald in einer deutschen Übersetzung erscheint!
Meine Bewertung
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